Livereview – Judas Priest „Redeemer of Souls Tour“ – 16.06.2015

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Livereview Judas Priest „Redeemer of Souls Tour“ in Esch-Sur-Alzette
16.06.2015

Judas Priest

vielen Dank an Thomas von der Metal-WG für dieses Review 😀

Rente mit 64? Mein erster Gedanke, als sich Rob Halford zu den Klängen von Dragonaut mit Gehstock auf die Bühne schleppt. (Metal) God sei Dank bestätigt sich der Eindruck nicht: Judas Priest blasen die Rockhal in Esch/Alzette in Luxemburg mal ganz locker bis nach Südfrankreich.

Dafür haben Five Finger Death Punch (5FDP) als Vorgruppe den Boden bereitet. Ich mag die Band (Puristen dürfen gerne die Hände über dem Kopf zusammenschlagen). Sie vereint nach meinem Geschmack wunderbar Moderne und klassischen Metal. Die starken Momente haben 5FDP in den Klargesangpassagen wie bei Hard to see, Bad company oder Coming down. Ganz stark auch Burn MF, bei der ein einziges Mal ansatzweise ein Circlepit entsteht. Die Luxemburger sind doch sehr reserviert. Starker Auftritt einer starken Gruppe.

Der Vorhang fällt, das mächtige Priest Logo rauscht auf den Boden. Nachdem der beschriebene Schreck überstanden ist, folgt eines der kurzweiligsten Konzerte meines Lebens. Eine wundervolle Setlist, in die sich die Songs von Redeemer of Souls (Halls of Valhalla, March of the damned und der Titelsong) stimmig einfügen. Großartig sind Metal Gods, Devil’s child, Love bites und Turbo Lover (ich halte das Album und den Titeltrack für gnadenlos unterbewertet; wir dürfen gerne drüber streiten). Rob Halfords einzigartiges Charisma trägt die gesamte Show. Seine Stimme ist nach wie vor das Trademark der Band. Im Wechselspiel mit Glenn Tiptons charakteristischem Gitarrenspiel und Stageacting und dem jungen, wilden Richie Faulkner ist die Show eine Offenbarung. Judas Priest versprühen Energie und Spielfreude, wenig Ansagen, Vollgas und Feuer frei. Der Sound in der Rockhal ist grandios. Mit Victim of changes und Beyond the realms of death buddeln Priest zwei Perlen aus der Kiste, die mir das Wasser in die Augen steigen lassen. Das ist 70er Jahre Heavy Metal Ur-Suppe, die meine Fanseele tief berührt. Wer dann bei Breaking the law, Electric Eye, You’ve got another thing coming, Jaw Breaker, Hell bent for leather, Painkiller den Funken immer noch nicht auf der Haut gespürt hat – der wird es auch nie mehr tun. Living after Midnight beendet diesen Orkan, der mich staunend und glücklich zurücklässt. Wer Priest auf dieser Tour noch einmal erleben kann, der sollte es tun.

Rente mit 90! Solange sollen Judas Priest und Rob Halford bitte mindestens noch weitermachen.

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