Livereview und Bilder – 10 Years of New Evil Music Festival im Steinbruchtheater – 30.04.2014 – 01.05.2014

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10 Years of New Evil Music Festival im Steinbruchtheater Nieder-Ramstadt
30.04.2014 und 01.05.2014

Steinbruch Festival Tag 1  Steinbruch Festival Tag 2

 

Im Dezember beim Merry Axe-Mess wurde es ja schon angekündigt: New Evil Music wird 10 – Grund genug, das Jahr 2014 mit einer Menge besonderer Konzerte zu feiern.

Eines davon ist das kleine Indoor-Festival das am 30.04. und 01.05. Besucher ins Theater gelockt hat. 2 Stile an 2 Abenden – Black Metal zum einen, Death Metal zum anderen – haben zum Feiern und Tanzen eingeladen.

Ein kleiner Wermutstropfen war die schon im Voraus bekanntgewordene Absage des Mittwochs-Headliners Eisregen, weshalb die großen Besucherstürme an diesem Tage leider ausgeblieben sind. Trotzdem war es für mich kein Grund, zu Hause zu bleiben. Vor allem auf Trollfest, die ja zur Zeit auf Tournee sind, war ich sehr gespannt.

 

Tag 1, Mittwoch 30.04.2014

 

Bei recht gutem Wetter begann der Einlass pünktlich um 19:00 Uhr. Allerdings zog es zu dieser Zeit die meisten Anwesenden noch nicht ins Theater hinein, sondern eher an das kleine Lagerfeuer, welches davor aufgebaut worden war. Beginn der Shows war um 20:30 Uhr, da blieb noch genug Zeit um sich am Feuer ein wenig zu entspannen und das ein oder andere Bierchen zu trinken.

Pünktlich auf die Minute traten dann Cryptic Forest als erste Band des Abends auf die Bühne. Die Black-Metal Combo aus dem Schwarzwald spielt einen etwas schnelleren, melodischen Black Metal, der dazu einlädt, die Köpfe kreisen zu lassen. Es ist zwar echt wenig los, aber diejenigen die anwesend sind (Gruß von hier aus mal an Natalia 😉 ) folgen gerne dem Aufruf von LukHass (Voc) doch ein wenig näher an die Bühne heran zu kommen – damit die Band auch was vom Publikum sehen kann… 😀 Der mit schweren Ketten behängte Fronter legt zusammen mit seinen Kollegen auch ansonsten ne ganz gute Show auf die Bühne. Ich weiß dass es echt schwer ist, vor kleinem Publikum zu spielen, aber die Jungs hatten Bock drauf und das merkt man ihnen an. Könnte ich mir auch gut auf dem DEMM 2015 vorstellen.. 😀

Die nächsten Live-Termine:

29.05.2014 in Bornstedt (Dark Troll Festival)
14.08.2014 in Gardelegen (Metal Frenzy Open Air)

Setlist

Winterstorms
Crown of Ice
Call to War
King of Cryptic Forest
Creatures of the Dark

 

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cryptic forest

 

Nach einer wirklich kurzen Umbauphase von vielleicht 10 Minuten geht es Schlag auf Schlag weiter. Die Combo Finsterforst, ebenfalls aus dem Schwarzwald angereist, bildet heute das Mittelfeld. Hier wird es eng auf der Bühne, denn die Band steht direkt mit 7 Personen auf den Brettern. Neben den üblichen Instrumenten wie Bass, Gitarre und natürlich Drums stehen hier auch ein Keyboard parat, und Johannes bringt einen echten Hingucker mit – ein Schifferklavier. Die Combo erinnert mich ein wenig an Finntroll, nur nicht ganz so rauh… Sänger Oliver, der sich zu Beginn noch unter einer weiten Kapuze versteckt ist jederzeit ganz vorne am Bühnenrand mit dabei. Und dass man auch mit Riesen-Akkordeon ordentlich headbangen kann, das zeigt Johannes schon im ersten Song. Alles in allem eine echt gute Stimmung auf der Bühne, und auch das mittlerweile angewachsene Publikum macht gut mit. Fliegende Haare sind da keine Seltenheit, und auch der Abstand Bühne – Zuschauer verringert sich merklich. Es ist echt schade, das eine ganze Reihe von Leuten der Veranstaltung heute fern geblieben sind – die haben schon bei den beiden Support-Bands mächtig was verpasst.

Setlist

Nichts als Asche
Leut der Welt
Fremd
Försterhochzeit
Ein Lichtschein

 

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finsterforst

 

Wieder Umbau – wieder kurz – wieder viele Instrumente auf der Bühne. Zu den Gitarren gesellen sich zwei futuristisch aussehende Percussion-Sets, welche im Laufe des Konzertes von mehreren Bandmitgliedern bedient werden. Diese sorgen bei mir für den ersten Lacher des Abends – Sind doch als Hingucker je zwei Quietscheentchen mit on board. Und auch sonst gibt es während diesem Konzert nicht viel Zeit, durchzuatmen. Kaum haben die 7 Norweger die Bühne betreten, kommt man eigentlich aus dem Grinsen nicht mehr heraus. Den Stil würde ich einfach mal als Humpa-Metal bezeichnen, ein bisschen Finntroll, ein bisschen Korpiklaani aber mit einem Riesen-Klecks Troll-Energie garniert. Als die 7er Combo in Arztkitteln auf die Bühne schleicht, vermutet man noch nicht, welche Musik hier gleich gespielt wird.

Es ist wirklich ein Fest – Trollfest. Stets Bewegung auf der Bühne, jeder kann anscheinend alle Instrumente bedienen, neben Akkordeon und Laute ist sogar ab und an eine Triangel mit am Start. Kaum ist ein Lied vorbei, verschwinden ein, zwei Leute und kommen im neuen Kostüm wieder – Arztkittel, Hawaiihemden, Fischerhosen… Da ist fast alles mit dabei, was die Klamottenkiste hergibt. Auch die Herren, die am Ende mit freiem Oberkörper dastehen, sind echt gut anzuschauen.

Die Arbeit mit dem Publikum ist echt super. Da wird gelacht, getanzt, gescherzt. Es gibt Jägermeistershots aus einer extra dafür gebauten Maschine direkt in den Mund gespritzt. Mehr als einmal stiefeln die Jungs von der Bühne herunter und mischen sich unters Publikum. Lodd Bolt am Bass lässt sich spielenderweise sogar auf Händen tragen… Großes Kino.

Wer den Anfang gemacht hat, auf die Bühne zu springen kann ich schon gar nicht mehr sagen. Auch nicht, ob es evtl. ein Bandmitglied war, das die Zuschauer auf die Bühne gebeten hat. Ich weiß nur: Auf einmal standen fast alle Zuschauer zusammen mit der Band auf der Bühne und haben gefeiert. Das war ein echt großes Bild (vor allem weil ich das von unten vor der Bühne ziemlich gut überblicken konnte – haha). Trollmannen, Frontmann und Percussion-Spezialist teilt uns dann mit, dass es heute sogar noch ein Geburtstagskind gibt. Stephan (von dieser Stelle aus auch nochmal alles Gute von mir) feiert seinen Geburtstag, und bekommt höchstpersönlich ein Ständchen von der Band gespielt. Mit einer Besonderheit. ALLE mussten auf die Bühne. Und weil für die Band dann dort kein Platz mehr gewesen ist, spielen die kurzerhand unten im Zuschauerraum weiter… Das war echt stark (und beschert mir die einzigen guten Drummer-Bilder des heutigen Abends…)

Ich habe selten SOO gelacht auf einem Konzert, das war echt grandios. Alle, die nicht da waren (weil Eisregen abgesagt haben) haben echt was verpasst. Und ganz ehrlich: Eine vierte Band hätte ich auch heute nicht mehr gebraucht. Trollfest waren auch so ein würdiger Headliner…

Setlist

Kaptein Kaos
Vulkan
Brakebein
Brumlebassen
Toxic
Die Grosse Echsen
Karve
Der JegerMeister
Ave Maria
Illsint
Døden Banker På
Rundt Bålet
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Den Åpne Sjø
Renkespill
Helvetes Hunden Garm
——————-
Essenfest

 

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trollfest

 

Ich bin gespannt, wie es morgen weitergeht. Dann mit Death Metal und Circle Pit. Es wird voll, das weiß ich jetzt schon…

 

Tag 2, Donnerstag 01.05.2014

 

Nachdem der Abend zuvor aufgrund der Absage von Eisregen nicht so erfolgreich für den Veranstalter gewesen ist war ich gespannt, auf Tag Nr. 2 des kleinen Indoor-Festivals.

Und schon als ich eine halbe Stunde vor offiziellem Einlass im Steinbruch ankam, war klar, dass dieser Abend auf jeden Fall besser wird. Vor der Tür haben schon mehr Gäste auf den Einlass gewartet, als am Vortag beim Headliner anwesend waren. Das kann ja nur gut werden, da bin ich mir sicher.

Kleine Verzögerungen beim Einlass gibt es, daher müssen wir eine halbe Stunde länger vor der Tür warten als geplant, aber es regnet gottseidank nicht und daher ist das nicht weiter tragisch. Der Beginn der Shows verschiebt sich dadurch nicht nach hinten, und pünktlich um 19:00 Uhr beginnen Discreation mit der ersten Show des Abends.

Die Band Discreation gibt’s tatsächlich schon seit 2001. Ein Wunder, dass ich von den 5 bisher noch nichts gehört habe. Der Stil gefällt mir ziemlich gut, groovig – melodisch – rockig… Die Fans die Bereits vor Ort sind sehen das wohl ebenso, denn kaum hat das Konzert begonnen bildet sich eine Menschentraube vor der Bühne, die begeistert mitsingt, und den Nacken auf Dauerbangen einstellt. Auch auf der Bühne geht es rund, da wird sich keine Pause gegönnt, sondern das komplette Set knallhart durchgezogen. Und die Jungs haben Bock, die Freude steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Hingucker: Die Haarpracht von Peter (Bass) – die könnten glatt als Shampoo-Werbung durchgehen… 😀 Nach ca. einer halben Stunde (was gefühlt wieder mal viel zu kurz erscheint) ist das Konzert auch leider schon vorbei.

Setlist:

Savage Soul
Bringer of Turture and Pain
Tombworld
The Silence of the Gods
This Darkest Day
Plague and Fire
I Reign Supreme

 

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Discreation_01-05-2014_26

 

Shattered, die kurzfristig auf Platz No. 2 vorgerutscht sind, übernehmen den Steinbruch für die darauffolgenden knapp 40 Minuten. Die 5 Würzburger bringen Technical Death Metal auf die Bühne, es wird ein bisschen aggressiver als bei Discreation zuvor. Die Zahl er Besucher bleibt in etwa gleich, und auch hier üben sich die Fans schon fleißig im Kreisen der Matten vor der Bühne. Die Band gibt’s noch garnicht so lange, erst seit Sommer 2013 stehen die Jungs in der heutigen Formation auf der Bühne. Merkt man ihnen aber in keinster Weise an. Souverän spielen sich die 5 durch das mitgebrachte Set. Es ist ständig Bewegung auf der Bühne, und vor allem Sänger Michael motiviert die Zuschauer immer wieder zum Mitmachen. Ich bin gespannt, wie sich die Jungs auf dem Out & Loud machen, da sind sie nämlich auch zu sehen…. Ich bin natürlich wieder dabei 😀

Setlist:

TBA

 

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Shattered_01-05-2014_16

 

Spheron aus Ludwigshafen machen weiter im Programm, mit Death Metal. Die 5 übernehmen als dritte Support-Band die Aufgabe, die Fans auf den weiteren Abend stimmungsmäßig vorzubereiten. Und das gelingt Ihnen – wie ich finde – ziemlich gut. Vor der Bühne wird es jetzt schon ein wenig kuscheliger, des öfteren muss ich mit meinen Combat-Künsten meinen Platz verteidigen 😉 An dieser Stelle sei mal ein Lob auch an die Technik ausgesprochen, die dieses und auch die bisherigen Konzerte ins rechte Licht gerückt hat, und auch einen ganz guten Sound produziert. Mit Songs aus den bisher veröffentlichten Tonträgern spielen sich Spheron in die Gunst der Zuschauer und bekommen es gedankt mit Circle-Pit und dem ersten Crowd-Surfer des heutigen Abends. Das hat mir super gefallen, und bekommt mein Geheimtipp-Däumchen No. 2 für heute. Wer die Jungs auch mal sehen möchte, der kommt am besten am 18.10.2014 zum Ludwigshafen Deathfest, da sind sie auch am Start…

Setlist

A Means to an End
The Beheaded Coachman
Prestige of the Mortals
Saturnian Satellites
Pulse of Instinct
Tragedy of the Clerics
Prelude to the Misery
Five Degrees

 

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Spheron_01-05-2014_38

 

Nach den ersten drei Konzerten beginnt auf einmal eine Völkerwanderung in Richtung Bühne. Wie aus heiterem Himmel stürmen die Fans bis ganz zum Bühnenrand und belagern schon während der Umbauphase die ersten Reihen des Theaters. Die meisten dürften wohl im Biergarten auf den Auftritt von Misery Index gewartet haben, denn sooo viele Zuschauer waren bisher nicht alle auf einmal anwesend. Jetzt merkt man, für wen die Fans hauptsächlich angereist sind. Misery Index kommen auf die Bühne, und sofort bricht ein Höllensturm über das Theater herein. Ein Großteil des Publikums singt jeden Song mit, ein riesiger Moshpit bildet sich und wer nicht mosht, der lässt zumindest die Haare kreisen. Alter Schwede, da ist was los… Ich werde direkt mitgerissen und lasse gelegentlich meine Haare schwingen. Das war echt ein Kracher, so kann der Rest des Abends weitergehen…

Setlist:

TBA

 

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Misery Index_01-05-2014_04

 

Eigentlich dachte ich ja, dass es jetzt in diesem Stil weitergeht. Aber weit gefehlt. Die nächste Band steht mit Gorguts auf der Bühne. Die Vier aus Quebec nehmen aus der Fanmenge eine ganze Ecke Power raus, habe ich das Gefühl. Hier gibt’s Death Metal, aber mit einem riesigen Stoner-Anteil darin, ruhiger, langsamer und so überhaupt nicht meine Richtung. Die Fanmenge lichtet sich ebenfalls, ein Großteil wandert wieder in den Biergarten zurück und wartet auf den Auftritt von Aborted später am Abend. Die Fans, die extra wegen dieser Band angereist sind, belagern die ersten Reihen und lassen fleissig die Haare kreisen, grölen die Songs mit und freuen sich auf einen der wenigen Deutschland-Auftritte der Band. Sogar aus Dresden sind einige Fans extra angereist, um den Auftritt der Kanadier mitzuerleben. Für die Fans hat der Weg sich gelohnt, soviel ist mal sicher. Mein Stil wird es allerdings nicht werden….

Setlist:

TBA

 

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Gorguts_01-05-2014_16

 

Der Header des heutigen Abends, Aborted, lässt sich ein wenig mehr Zeit mit dem Umbau. Verstohlen muss ich schon auf die Uhr gucken, denn leider muss ich am nächsten Tag arbeiten und recht früh aufstehen. Aber zumindest einen Teil dieses Konzertes möchte ich mir noch anschauen. Noch während der Umbauphase muss ich mir meinen Platz in der ersten Reihe sichern, und treffe dort noch einige bekannte Gesichter die ich heute noch nicht gesehen habe. Grüße an dieser Stelle an Tommy von Epicedium und an Phil von Darkest Horizon 😀 Als Aborted dann endlich die Bühne stürmen, habe ich wieder einmal Mühe, meinen Platz zu verteidigen. Geschätzt sind zwar nicht ganz so viele Zuschauer anwesend, wie zuvor bei Misery Index, aber alles was jetzt noch auf den Beinen ist, feiert die 5 Jungs aus Belgien. Es geht ein großer Ruck durch die Menge, die direkt nochmal näher an die Bühne herangeschoben wird. Moshpit vom feinsten, hier geben die Fans nochmal alles und der Schweiß fließt in Strömen. Die Band genießt sichtlich die Resonanz des Publikums und legt einen super Auftritt auf die Bretter. Sven (Voc) ist die ganze Zeit vorne am Bühnenrand zu finden. Auch hier sind wieder Crowd-Surfer unterwegs, das ganze Theater ist in Bewegung. Beim vorletzten Song habe ich dann meine sieben Sachen gepackt und mich auf den Heimweg gemacht. Aber das nächste Konzert der Belgier lässt nicht lange auf sich warten. Schon auf dem Party.San im August sehe ich die Band noch einmal.

Setlist:

TBA

 

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Aborted_01-05-2014_11

 

Fazit:

Das Theater proppenvoll, schon zu Beginn der Shows eine super Stimmung, die Organisation hervorragend und bis auf die Wartezeit beim Einlass gab es keine weiteren Probleme.

Die Absage von Eisregen hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack, aber schon im September, genauer gesagt am 20.09.2014, ist ein neuer Termin für diese Band angesetzt.

Sound und Licht Optimal, die Fans super gelaunt, sichtbare Spielfreude bei allen Bands.

Das hat echt Spaß gemacht.
Ich bedanke mich für die letzten beiden Tage bei allen  Bands, dem Veranstalter, allen Mitarbeitern und Verantwortlichen.

Das war bestimmt nicht mein letzter Besuch im Steinbruch.

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