Livereview und Bilder – Metalfest Loreley – 20.06.2013 – 22.06.2013

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Metalfest West vom 20.06.2013 – 22.06.2013
Freilichtbühne Loreley, St. Goarshausen

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Schon als wir 2010 die Loreley das erste Mal zu einem Metal-Festival besuchten, waren wir uns einig: Das ist DIE Location im Rheintal… Vor allem die von überall großartige Sicht auf die Bühne, die Möglichkeit es sich auf den Stufen bequem zu machen und die Atmosphäre des Amphitheaters sind die Pluspunkte dieses einzigartigen Veranstaltungsortes.

So ließen wir uns natürlich nicht zweimal bitten, als es nun 2013 wieder hieß

„Metalfest auf der Loreley – Return to Headbangers Heaven“.

3 Tage Mucke auf die Ohren und das mit dem angekündigten Lineup….. das konnte nur gut werden. Die Karten wurden bestellt, als Slayer für das Metalfest bestätigt haben, aber auch die weiteren Bookings können sich sehen lassen – Hypocrisy, Down, Testament, Paradise Lost, Wintersun, Treshhold und viele andere hochkarätige Bands hatten Ihren Auftritt zugesagt.

 

Tag 1, Donnerstag, 20.06.2013

Morgens, kurz vor Abfahrt schienen noch 7 Sonnen, daher fiel mein Festival-Outfit ein bisschen knapper aus. Die unerträgliche Hitze vom Mittwoch zuvor ließ auf gutes Wetter hoffen. Allerdings war ich ehrlich froh, dass es nicht mehr ganz so heiß war wie am Vortag.

Sonnencreme und Brille sind verstaut und wir haben uns zunächst in der METAL-WG getroffen, um von dort gemeinsam nach St. Goarshausen aufzubrechen.

Unterwegs nach Koblenz erreicht mich eine SMS von Stefan. Er schreibt irgendwas von Hagel und ich denke mir nur „OMG – WAS hast Du schon alles getrunken….??“ – bis ich selber mitten in den Schauer aus starkem Regen und Hagel gerate, und das Auto erstmal für ein paar Minuten an den Straßenrand stellen musste, weil ich nichts mehr gesehen habe…. Tolle Wurst, und ich im kurzen Röckchen, na das kann ja heiter werden…

So schnell der Schauer da war, war er aber auch wieder weg, und auf dem Loreley-Parkplatz angekommen sieht der Himmel schon wieder besser aus.

Aber der Schein trügt. Pünktlich mit dem Abschließen unseres Autos folgt der zweite, heftigere Regenguss, und wir sind alle nass bis auf die Wäsche. Gut, dass meine Fototasche so gut gefüttert ist (ich sage nur: Yoga-Matte), die Kamera hat Gott sei Dank keine Feuchtigkeit abbekommen.

Untergestellt haben wir uns dann erstmal am Merchandising-Stand, wo natürlich das erste Shirt gleich über die Theke gegangen ist. Ausnahmsweise mal in meiner Original-Größe und nicht zum Verwursten gedacht….

Den Startschuss des Festivals, Kissin’ Dynamite, haben wir dann aufgrund des starken Regens nur akustisch aus unserem Unterstellplatz mitbekommen.

Erst zur Halbzeit des Feuerschwanz-Konzertes waren wir dann vor Ort an der Freilicht-Bühne angelangt. Mittelalter-Rock ist das Motto, es sind Ritter und Burgfräulein, Dudelsack, Schalmei und Violine zu sehen. Die Musik ist nicht so ganz meine Richtung, aber die Stimmung vor der Bühne ist (wohl auch wegen der jetzt hervorkommenden Sonne) gut und die Mittelalter-Fans haben ganz das Zepter in der Hand.

Ein paar Bilder konnte ich noch von der Seite machen während der letzten zwei Songs.

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70er Jahre Feeling kommt bei den psychedelic-Metallern von Witchcraft auf. Die schwedische Heavy-Rock-Gruppe rund um Magnus Pelander lässt es ruhig angehen. Das ist natürlich im ersten Moment ein krasser Gegensatz zu Feuerschwanz, und daher ist das Publikum nicht direkt von Beginn an mit Jubelrufen bei der Sache. Je weiter das Konzert jedoch fortschreitet, umso mehr Zuschauer können die Schweden auf ihre Seite ziehen und so geht nach 45 Minuten ein wirklich gut gelungener Auftritt zu Ende. Jeder, der es gerne ein bisschen retro-mäßig mag, schwebt jetzt im siebten Himmel…

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Witchcraft_20-06-2013_1

Equilibrium haben wir uns nicht angeschaut. Da nach dem Gewitter von Mittags nun wieder 7 Sonnen scheinen, muss das ein oder andere Kleidungsstück ausgetauscht werden. So werden kurz entschlossen die Bayern links liegen gelassen, und der erste Weg zum geparkten Fahrzeug angetreten. Und wenn man eh schon mal dort ist, kann man auch gleich die mitgebrachten Lebensmittelvorräte ein wenig verkleinern.

Die für Six Feet Under-Sänger Chris Barnes typische Abwechslung zwischen hohen Quiek-Tönen und tiefem Grunz-Gesang wurde leider auch hier von der schlechten Sound-Qualität an diesem Donnerstag Nachmittag überschattet. Man hatte das Gefühl, dass selbst die Akteure auf der Bühne nicht so gut „beschallt“ worden sind, die Monitore miserabel eingestellt waren. Alles in allem liefert die Band aber trotz der technischen Schwierigkeiten eine gute Show ab, und trotz der frühen Uhrzeit ist vor der Bühne schon mächtig was los. Leider wurden aus den angesetzten 50 Minuten nur knapp 30, da die Band aufgrund des langen Soundchecks (der zur Verärgerung aller trotzdem nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat) den Zeitplan wieder aufholen musste.

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Six Feet Under_20-06-2013_13

Ein bisschen melancholischer geht es bei Paradise Lost zu. Die Engländer bauen von Beginn eine gute Atmosphäre im Amphitheater auf. Natürlich kommen Songs wie „As I Die“ oder „Honesty in Death“ im Dunkeln noch mal einen Tick besser an, aber auch die heiße Sonne, die an diesem Nachmittag dann doch noch hervorkommt, stört die Fans kein bisschen und die Akteure auf der Bühne werden gefeiert.

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Der Auftritt von Iced Earth war für mich einer der besten an diesem ersten Festival-Tag. Trotz der verkürzten Spielzeit von nur 45 Minuten (statt der geplanten 60 – der langen Umbau-Pause sei Dank) wusste die Band bei Ihren Fans zu punkten. Sänger Stu Block hält sich von Beginn an meist auf dem kleinen Laufsteg nah am Publikum auf. Mit überwiegend älterem Material begeistert die Band sowohl die Fans, als auch diejenigen die die amerikanische Combo zuvor noch nicht gesehen hatten. Zu Beginn noch grottig, bessert sich der Sound im Laufe dieses Konzertes, so dass auch die nachfolgenden Bands nicht mehr so sehr mit der schlechten Ton-Qualität zu kämpfen haben. Der sehr gute, wenn auch viel zu kurze Auftritt von John Schaffer und seinen Jungs lassen für mich nur einen Schluss zu: Auf jeden Fall muss ich mir die noch mal live anschauen….

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Den Gig von Metal-Queen Doro Pesch haben wir nur zur Hälfte gesehen. Gewohnt powervoll mit tollem Outfit (ich sag nur: Leder und Nieten….) und dem wohl besten Bühnenbild stürmt die Düsseldorferin die Bühne. Bekannte Songs wie „All we Are“ oder „Für immer“ kann selbst ich mitsingen, obwohl ich keine einzige Doro-Platte mein Eigen nennen kann. Einziger kleiner Wermutstropfen ist, das vor der Bühne nicht ganz so viel los war. Ein paar mehr Zuschauer wären schon schöner gewesen. Aber trotzdem alles in allem ein super Auftritt.

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Doro_20-06-2013_2

Testament-Sänger Chuck Billy, manchmal im etwas übereifrig gesteuerten Bühnennebel nicht zu erkennen, gibt alles, um das Publikum zu begeistern. Harte Gitarren, wummernde Drums und dabei noch eine gut zu erkennende Stimme – das ist dem guten Sound, der jetzt doch herrscht, zu verdanken. Trotzdem schaffen es die Jungs nicht, den Regengott zu besänftigen, denn pünktlich als wir Fotografen nach dem dritten Song unsere Bilder geschossen haben bricht das Unwetter los. Die Merch-Stände werden gestürmt, jede Gelegenheit zum Unterstellen genutzt. Wer allerdings jetzt gerade vorne in der ersten Reihe steht, der denkt sich  „Regen, lecke er mich am Arsche“ und bleibt an Ort und Stelle, um dem Konzert zu folgen.

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Children of Bodom haben wir uns dann ob des schlechten Wetters nicht mehr angeschaut, und sind – wie ein Großteil der Besucher an diesem Tag – auf direktem Wege nach Hause gefahren. Bzw. wir wollten – Der Parkplatz glich einer Schlammwüste, und mein Auto hat sich ganz gut festgefahren. Rettung kommt in Form eines ortsansässigen Landwirtes und seines Traktors, der uns aus dem Schlamm auf die sichere Fahrspur zieht. Ein großes Dankeschön dafür noch mal an dieser Stelle.

 

Tag 2, Freitag, 21.06.2013

Zunächst fällt auf, dass wir auf andere Parkplätze geleitet werden, als am Tag zuvor. Der Matsch, den das Höllenwetter am Donnerstag Abend hinterlassen hat, ist noch nicht vollkommen trocken, und es besteht weiterhin die Gefahr sich festzufahren. Aber die Organisation ist alles in allem gut, und so findet auch jeder ein Plätzchen für sein Auto.

Die ersten beiden Bands haben wir nicht gesehen. Dies ist unter anderem einem guten, herzhaften Frühstück geschuldet als auch der Fahrt durchs Rheintal, die dank eines Mercedes mit Wackeldackel auf der Ablage ein wenig länger gedauert hat als üblich.

So haben wir auf dem Parkplatz gerade noch den letzten Song der Grailknights mitbekommen. Was nach kurzem Überlegen aber nicht ganz so schlimm war. Die spaßigen Metal-Musiker treffen eh nicht so ganz unseren Geschmack von daher haben wir noch ein kühles Bierchen auf dem Parkplatz getrunken und sind dann pünktlich zu Majesty auf dem Gelände aufgelaufen.

Majesty legen einen für mich einwandfreien Auftritt auf die Bretter. Sehr bühnenpräsent lassen Sie die Haare kreisen, und machen auch optisch eine gute Figur. Power-Metal vom feinsten. Und aufgrund der Tatsache, das echt viele Leute lauthals mitsingen gehe ich mal davon aus, dass es nicht nur mir gefallen hat.

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Die schwarz-rot angemalten Varg-Member habe ich das letzte Mal auf dem Paganfest in Oberhausen gesehen. Dort war ich restlos begeistert, vor allem weil der Drummer trotz Krankheit (O-Ton Freki: „der geht grad kotzen, und kommt dann wieder….“) die komplette Show durchgehalten hat. Umso höher waren meine Erwartungen für diesen Metalfest-Auftritt. Die Anhänger der Combo konnte man schon von weitem an der ebenfalls rot-schwarzen Gesichtsbemalung erkennen, und so war es keine Überraschung diese alle in der ersten Reihe wieder zu finden. Ein grundsolider Auftritt, so wie ich es erwartet hatte. Den Fans wurde mächtig Feuer unter dem Hintern gemacht. Auch, als bei „Rotkäppchen“ eine ganze Horde holde Weiblichkeit auf die Bühne gerufen wurde. Die Fans gehen im wahrsten Sinne des Wortes über Tische und Bänke – Die Stufen vor der Bühne sind vergessen, als Freki alle zum Tanz auffordert.

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Death-Metal aus Schweden steht als nächstes auf dem Programm. Hypocrisy (die als einzige auf dem letztjährigen Metalfest schon einmal vertreten waren) fahren große Geschütze auf. Das Drum-Set befindet sich auf einer Art Plattform, so dass Reidar „Horgh“ Horghagen von allen Schlagzeugern an diesem Wochenende wohl am besten gesehen wurde. Aber auch die anderen Member mussten sich nicht verstecken. Auch wenn die Uhrzeit von 15.50 Uhr für ein Hypocrisy-Konzert ziemlich ungewöhnlich ist, vor allem in der brütenden Hitze an diesem Nachmittag, lassen es sich die Fans nicht nehmen auf den zwei Metern, die vor der Bühne ohne Stufen sind, einen Mosh-Pit anzuzetteln. Moshen im Amphitheater – das verdient Respekt. Vor allem, weil am gesamten Wochenende keine größeren Verletzungen gemeldet wurden. Wer jetzt noch schläft, dem ist nicht mehr zu helfen. Der zweite Tag ist definitiv eingeläutet.

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Die Spaß-Metaller von J.B.O. haben wir uns geschenkt. Das war eine willkommene Pause, um zum Auto zu laufen und das mitgebrachte Picknick einzunehmen. Die Preise für Essen und Getränke sind zwar vertretbar, aber ab und zu sind der mitgebrachte Apfel oder die selbstgemachten Cookies doch eine willkommene Abwechslung zu Döner, Pommes und Co.

Zu Soulfly haben wir uns dann wieder ins Getümmel gestürzt. Max Cavalera und Konsorten bringen den Rheinfelsen mit einem Mix aus Sepultura- und Soulfly-Songs in Wallung.  Drummer Zyon ist wohl an diesem Wochenende derjenige, der seine Drums am besten im Griff hat und drischt auf die Leder ein als gäbe es kein Morgen. Hits wie „Back to the Primitive“ oder „Roots Bloody Roots“ begeistern die Menge, und als zum Ende der Show noch „Arise“ angestimmt wird, ist der Gig perfekt. 10 Punkte für diesen Auftritt, der zudem einen echt geilen Sound mit sich bringt.

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Den Weg zum Auto haben wir auch nochmal bei Accept angetreten. Wenn die Sonne untergeht, wird es schnell kalt, außerdem gelüstet es vor allem die Weiblichkeit nach Schokolade und Keksen.

Phil Anselmo, seines Zeichens der ehemalige Pantera-Sänger, läuft mit Down auf der Bühne auf. Der „kleine“ Headliner hat es in sich, kraftvolle Show, guter Sound und das Publikum wird mitgerissen. Viele Nacken mussten am nächsten Tag geschmerzt haben, wenn ich mir die fliegenden Haare vor der Bühne so betrachtet habe. Wenn auch nicht ganz so gut besucht wie Accept zuvor, haben Down viele Fans mitgebracht, was für Stimmung in den ersten Reihen sorgt. Hier werden mit zwei Songs zwei verstorbene Musiker bedacht, nämlich einmal mit „Lifer“ der verstorbene Dimebag, und „Lysergic Funeral Procession“ widmed die Band dem kürzlich verstorbenen Jeff Hanneman. Ein feiner – wenn auch ein wenig trauriger – Zug, wie ich finde.

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Und dann die Band, auf die alle gewartet haben. Das Zittern, treten sie auf, treten sie nicht auf ob des Todes von Gitarrist Jeff Hanneman war vergessen, als Slayer die Bühne stürmten und direkt mit „World Painted Blood“ loslegen. Keine Ansage, direkt durchstarten lautet die Devise. Dieses Konzert zog die meisten Zuschauer des Wochenendes an, und Tom Araya und Konsorten liefern eine Spitzenshow ab. Auch wenn es trotzdem unter einem traurigen Stern gestanden hat, legt sich die Band mächtig ins Zeug. Hanneman-Ersatz Gary Holt (Exodus), der schon längere Zeit mit der Band tourt, macht einen großartigen Job. Große Worte werden nicht gemacht, die Band lässt die Musik sprechen. Aber wer genau hingeschaut hat, hat Jeff’s Gitarre entdecken können, die die ganze Zeit auf der Bühne steht. Ein wahres Schlachtfeld wird auf dem Felsen angerichtet mit allseits bekannten Songs wie „Raining Blood“, „Bloodline“ und „War Ensemble“. Es gibt zwar Stimmen, die sagen es ginge NOCH besser, aber für mich war der Auftritt Spitzenklasse. Der Gig gipfelt in einem Medley aus „South of Heaven“ und „Angels of Death“. Als dabei ein großes, im Heineken-Design gestaltetes Plakat mit der Aufschrift „Angel of Death, Jeff Hanneman, 1964-2013, still reigning“ ausgerollt wird, muss selbst ich mir ein kleines Tränchen verkneifen. R.I.P, Jeff.

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Tag 3, Samstag, 22.06.2013

Essence – das ist lockig flockig leichter Metal aus Dänemark. Und genauso sahen es wohl auch die Besucher an diesem Tag. Mit nur einer handvoll Zuschauer vor der Bühne hatten es die Jungs echt schwer, eine gute Stimmung aufzubauen. Obwohl der auftritt technisch einwandfrei gespielt wird, fällt es den jungen Musikern sichtlich schwer, das Publikum für den dritten und somit letzten Festival-Tag einzustimmen.

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Erst als die Brasilianer von Krisiun auflaufen, wird auch dem letzten klar: der Tag ist jetzt angebrochen. Ein Death-Metal mit dem Präfix „High-Speed“, vor dem es kein Entkommen gibt. Bis ins letzte Eckchen des Festival-Areals dringt der Sound durch, und lässt auch die letzten Schlafenden kerzengerade im Zelt stehen. Wer den Sound von z. B. Morbid Angel mag, der ist hier genau richtig. Eine Band die man sich unbedingt merken sollte. Nur 3 Mann stark aber eine Durchschlagskraft für 10…. Daumen hoch für diesen starken Auftritt.

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Suicidal Angels – Die Trasher aus Griechenland haben für diesen Samstag die Sonne mitgebracht. Diese scheint in siebenfacher Ausfertigung vom Himmel, und so ist es nicht verwunderlich, dass die Zuschauer, die heute auf die Loreley gekommen sind, es eher ruhig angehen lassen. Nichtsdestotrotz ist die Show der 4 Ahthener durchweg als positiv zu bewerten. Die Fans vor der Bühne kennen kein Halten, der Sound ist einwandfrei und auch optisch machen die Jungs eine Menge her. Mit dem seit Januar erhältlichen aktuellen Album „Eternal Domination“ im Gepäck liefert die Band eine ordentliche Show auf der Loreley-Bühne ab. Und wer den Auftritt auf der Freilichtbühne verpasst hat, hat ab Januar die Chance, die Vier auf Ihrer Europa-Tour live zu sehen. Passend zur Veröffentlichung des neuen Albums am 10.01.2014 startet die „Conquering Europe Tour“, die auch in einigen deutschen Städten (Aalen, Essen, Trier, Freiburg, Darmstadt, Peine, Leipzig, Berlin, Hamburg und Köln) Halt macht.

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Nachdem Damian Wilson vor dem eigentlichen Konzert noch eine kurze Runde ums Festival-Gelände gejoggt ist, stürmen die Briten von Threshold die Bühne. Seit den späten 80ern im Geschäft ziehen sie das Publikum mit ihrem Progressive Metal sofort in ihren Bann. Nachdem das 2012 erschienene Album „March of Progress“ auf Platz 28 der deutschen Album-Charts gelandet ist, ist die Band sicherlich vielen ein Begriff. Schon beim Soundcheck fällt die klare Stimme Daminas auf, der mit der Textzeile „This is just a soundcheck“ auf sich aufmerksam macht. Einer der wenigen Künstler an diesem Wochenende, die wirklich noch singen können (nach meinem Empfinden). Eine sehr publikumsnahe Show wird geboten, Damian hält sich häufig in der Nähe der Absperrung auf, und dreht sogar einmal eine komplette Runde mitten durch die Zuschauer über die Stufen des Amphitheaters. Zudem mischte er sich zu späterer Stunde als ganz normaler Zuschauer ins Publikum, um den Jungs von Saxon zuzujubeln.

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Die rot-schwarz angemalten Krieger von Turisas stürmen die Bühne, und wir stürmen den Parkplatz, um uns für den restlichen Abend zu stärken. Von weitem kann man der Musik allerdings lauschen, und auch wenn man die Jungs nicht zu Gesicht bekommen haben, konnte man erahnen wie heiß es vor der Bühne her geht. Vor allem die Menge der rot-schwarz gemalten Fans, die man im Laufe des Tages schon gesehen hat, ließ auf eine etwas ungemütlichere erste Reihe schließen.

Kvelertak – norwegisch für „Würgegriff“ machen ihrem Namen alle Ehre. Schon als Sänger Erlend Hjelvik mit großer Eulen-Maske auf dem Kopf die Bühne betritt, und die mit insgesamt 3 Gitarren ausgestattete Band den ersten Song anstimmt folgt das Publikum gebannt dem Konzert der Norweger. Die aus der Hafenstadt Stavanger stammende Combo, die ausschließlich norwegische Texte zum Besten gibt, überzeugt mit einer Mischung aus Hardcore Punk, Rock n‘ Roll und Extreme Metal. Das unter dem Label Roadrunner Records erschienene zweite Album „Meir“ schafft es 2013 auf Platz 1 der norwegischen Charts. Berechtigterweise, wie man an dem Auftritt auf der Loreley unschwer sehen kann. Die Band wird nicht nur mir im Gedächtnis bleiben, da bin ich mir sicher.

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Eine super sympatische Show liefern die Finnen von Wintersun auf dem Rhein-Felsen ab. Eine Stunde bester Melodic-Death-Metal – die Combo rund um Sänger und Gitarrist Jari Mäenpää (ex-Ensiferum-Frontmann) liefert ein großartiges Set, bei dem es nicht möglich ist, ruhig stehen zu bleiben. Nach dem lang ersehnten Album, das unter dem Namen „Time I“ 2012 endlich in den Plattenläden steht, wird der Auftritt von so manchem Fan ungeduldig erwartet. Die Haare fliegen nicht nur in der ersten Reihe, und vor allem das stetige Lachen auf den Gesichtern der 6 Finnen lässt vermuten, dass diese ebenso viel Spaß an Ihrem Auftritt hatten wie wir. Wer die Jungs bis dahin noch nicht kannte, wird sie auf jeden Fall im Gedächtnis behalten.

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Von Saxon war ich persönlich eher enttäuscht. Ich hatte mir die Band (die ich vorher Live noch nicht gesehen hatte) ein bißchen „jünger“ vorgestellt. Nichtsdestotrotz wirbeln die Jungs rund um Sänger Biff gekonnt über die Bühne und geben quasi das letzte Hemd für die Fans. Leider wurde anscheinend viel neues Material gespielt, so dass die Stimmung zu Beginn der Show eher verhalten war. Erst als die Klassiker wie z. B. „Strong Arm of the Law“ gespielt wurden, kam ein bißchen mehr Bewegung in die Menge. Die angekündigte „Legende auf der Bühne“ blieb für meinen Geschmack aus, daher habe ich mich auch nach der Hälfte der Show zum Metal-Markt begeben, um das ein oder andere Teil zu erwerben.

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Subway to Sally, als Headliner des dritten und letzten Festival-Tages angekündigt, kommen mit einer etwa halbstündigen Verspätung auf die Bühne. Auch bei dieser Band scheiden sich wieder die Geister. Eigentlich passen sie ja so garnicht ins Lineup des heutigen Tages. Man sieht es an der Zuschauer-Zahl, die bei diesem Letzten Konzert des Wochenendes nicht so groß war wie ich es für den letzten Headliner erwartet hätte. Mit der obligatorischen Pyro-Show wird das Konzert eingeläutet, und die wahren Fans tauchen sofort in die Klänge aus harten Gitarren und melodischer Geige ein. Mit vielen bekannten Songs verzaubert die Combo rund um Eric Fish das Publikum. Obwohl es schon ein wenig leerer auf den Rängen ist, als noch bei Saxon zuvor, ist die Stimmung dennoch am brodeln. Eric Fish, der sich direkt zu Beginn mutig zum Crowd-Surfen in die Menge stürzt, hat seine Fans voll im Griff.

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Fazit:

Die niederschmetternden Bewertungen des letzten Jahres haben sich die Veranstalter von Rock the Nation eindeutig zu Herzen genommen. Die damals direkt nach dem Festival gemachten Umfragen und deren Ergebnisse sind allem Anschein nach keine leeren Versprechungen gewesen sondern wurden wirklich ernst genommen.

Die Organisation war um Welten besser, die Security freundlicher und besser informiert als dies im Jahr 2012 der Fall war.  Die Einweisung auf Parkplätze und Camping-Areal klappt bestens, der Einlass funktioniert reibungslos, und trotz dass alle Taschen kontrolliert werden muss man nicht lange anstehen. Und vor allem muss man nicht, wie im letzten Jahr, stundenlang auf das begehrte Festival-Bändchen warten.

Das es in diesem Jahr nur eine Bühne gibt, nämlich die Mainstage im Amphitheater, merkt man direkt, denn im Durchgang vom Einlass Richtung Hauptbühne ist das Gedränge nicht so groß und alles läuft viel entspannter ab.

Zum Glück hat die Technik den wirklich grottigen Sound vom Donnerstag Nachmittag noch rechtzeitig auf die Reihe bekommen, die Bands haben allesamt eine solide Leistung abgeliefert und es sind wieder ein paar mir vorher unbekannte Namen auf meine iPod-Wiedergabeliste gehüpft.

Wenn man mit mehreren Personen angereist ist, relativieren sich die 15 Euro Parkgebühr für die 3 Festival-Tage und man kommt im Endeffekt günstiger weg, als wenn man samstags mittags zum Shoppen in Koblenz im Parkhaus steht.

Die Preise für Essen und Getränke sind noch im Bereich des Vertretbaren. 3,50 Euro für ein 0,4er Bier bzw. 3,00 Euro für Wasser, Cola & Co. Alleine das Essen, welches an verschiedenen Ständen für Abwechslung auf dem Speiseplan sorgte, hätte für den Preis etwas – schmackhafter sein können.

Die Örtlichkeiten seien hier auch noch schnell erwähnt. Auf dem Festivalgelände selber gibt es ja Wassertoiletten, diese waren jederzeit sauber und ordentlich aufzufinden. Ein dickes Dankeschön sei hier an die netten Damen (und Herren) vom Toilettenservice gerichtet.

Zu meinen persönlichen Headlinern in diesem Jahr zählen eindeutig Iced Earth, Six Feet Under, Hypocrisy, Slayer, Treshhold, Majesty, Krisiun und Wintersun. Aber auch die anderen Bands haben ihren Job wirklich großartig gemacht.

 

Der Termin für das nächste Metalfest steht bereits fest. Vom 19.06. – 21.06 2014 wird der ehrwürdige Loreley-Felsen wieder erbeben. Und wir sind wieder mit dabei, so viel sei gesagt….

Auf der Veranstalterseite beginnt in Kürze der Kartenvorverkauf, also haltet die Augen auf und sichert Euch rechtzeitig Euer Ticket.

 

In diesem Sinne – In Metal we trust 😀

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