Livereview und Bilder – Summerbreeze Open Air – 14.08.2013 – 17.08.2013

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Summer Breeze Open Air 2013 – Dinkelsbühl
14.08.2013 bis 17.08.2013

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Das ich die weltbeste Teamleiterin habe, das wusste ich ja eigentlich schon immer. Diese Tatsache hat sich nochmal bestätigt, als ich trotz wirklich kurzfristiger Planung (sprich: 3 Wochen vorher) entschied, doch auf’s Summer Breeze zu fahren.

Die Karte war schnell bestellt und meine persönliche Running-Order gedruckt. Und auch die Kamera durfte wieder mit, wie man an den Bildern sehen kann.

Eigentlich beginnt das Festival ja erst Donnerstags. Aber für die Käufer der Wochenendtickets gibt es als kleines Bonbon schon Mittwochs Musik auf die Ohren. Und das nicht zu knapp. Neben den Live-Performances der „New Blood Award“-Teilnehmer auf der Tent-Stage stehen im Zuge der Nuclear-Blast Label Night unter anderem Vader, Exodus und Destruction auf der Party-Bühne. Die Konzerte von Revel in Flesh und Deserted Fear auf der Camel-Stage lasse ich mir natürlich auch nicht nehmen. Von daher reise ich gerne schon einen Tag früher an.

Auch hier habe ich wieder (und das ist echt Glückssache gewesen) ein Zimmer bekommen. 3 Wochen vorher…. Wo doch eigentlich alles seit Monaten ausgebucht ist… Zwar muss ich mich selbst verpflegen, aber das bin ich von anderen Wochenenden ja schon gewohnt.

 

Tag 1, Mittwoch, 14.08.2013

Mein erster Weg führt mich zum Festival-Gelände – genauer gesagt zum VIP Container, um das Festival-Band und den Fotopass abzuholen. Hätte ich vorher geahnt, dass ich so lange im Stau stehen würde, hätte ich doch eher erst den Weg zur Ferienwohnung eingeschlagen, denn von dieser aus kommt man von der anderen Seite auf’s Gelände und hat allzeit freie Fahrt. Sogar am Abreisetag :-D

Nun ja, nachdem ich also endlich am Ziel angekommen war, ging der formelle Teil recht schnell über die Bühne, so dass ich noch genug Zeit hatte um meine sieben Sachen in der Wohnung zu verstauen.

Überpünktlich, das heißt eigentlich sogar viel zu früh war ich wieder auf dem Gelände. Das Festival wird von der Blaskapelle Illenschwang eröffnet. Dieses Spektakel gehört schon seit vielen Jahren zum Programm, und das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Dank meines hervorragenden Orientierungssinnes hab ich mich direkt erstmal gnadenlos verlaufen und stand plötzlich auf dem eigentlich noch abgesperrten Händler-Bereich, ob es nun an der „guten“ Beschilderung lag oder daran, dass die Sperren nicht ordentlich aufgebaut waren sei mal dahingestellt, auf jeden Fall wurde ich ziemlich unwirsch von einem Crew-Mitglied wieder auf die richtige Bahn gebracht und konnte dann nach ein paar ärgerlichen Minuten den heiligen Festivalboden betreten.

Was auffällt, im Gegensatz zum Party.San zum Beispiel: eine riesige Gemeinde von kostümiertem Publikum tummelt sich hier. Sehr viel junge Leute, der Mädels-Anteil ist höher und es ist jetzt schon mehr Publikum anwesend als auf dem Extremefest und Party.San zusammen. DAS wird voll…. sehr voll…..

Heute ist die Hauptbühne noch gesperrt, daher muss ich mich gottseidank erstmal nur auf dem kleinen Zelt-Areal zurechtfinden. Mittelpunkt bilden die beiden Bühnen, Tent-Stage und Camel-Stage. Die Bühnenansicht wird vor dem Zelt noch auf Leinwand übertragen was ich ziemlich gut finde, denn so kann man tagsüber noch schön in der Sonne sitzen und trotzdem die Konzerte verfolgen.

Außerdem findet sich auf dem kleinen Areal alles um für das leibliche Wohl zu sorgen. Natürlich der Getränkestand mit Bier, Cola, Limo, Wasser, aber auch Kaffee, Cocktails, Kakao und Co. Kann man erwerben. Dazu die üblichen Verdächtigen Imbisswagen: Pommes, Döner, Nudeln, Waffeln, Pizza etc. Die Preise allerdings sind ebenso hoch wie die Temperaturen an diesem ersten Tag. 3,50 Euro für einen 0,2 l Latte Macciato…. Da bleibe ich an diesem Wochenende lieber bei normalem Kaffee. Wenn es draussen warm ist, soll man schließlich warme Sachen trinken, ne…? Die Preise fürs Essen habe ich garnicht auf dem Schirm. Ich habe so viel Verpflegung eingekauft, dass ich damit gut 4 Tage über die Runden komme, ohne auf dem Festivalgelände noch zusätzliches kaufen zu müssen.

Da die Eröffnung des Festivals noch ein wenig auf sich warten lässt (die Blaskapelle beginnt mit ca. einer halben Stunde Verspätung) packe ich erstmal die Kamera aus und mache ein paar Bilder vom Festival-Publikum. Da sind schon ulkige Typen dabei, und die Fee vom Metalfest hätte hier bestimmt würdige Begleitung gefunden.

Dirigent Günther Harich und seine Truppe liefern dann den Startschuss für das 16. Summer Breeze Open Air. Der Kult um diesen ersten musikalischen Auftritt wächst mit jedem Jahr, und so kann man hier schon kurz nach dem ersten Ton die ersten Crowd-Surfer und Circle-Pits beobachten.

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Blaskapelle Illenschwang_14-08-2013_04

Pünktlich um 15.00 Uhr beginnt im Party-Zelt dann der New-Blood-Award. Die 6 Finalisten wurden bereits im Vorfeld über ein Internet-Voting nominiert, und dürfen nun auf der Zeltbühne ihr Können unter Beweis stellen. Die Jury des Contest, der dieses Jahr in die 7, Runde geht, besteht aus keinen geringeren als Mikael Stanne und Martin Henriksson von „Dark Tranquillity“, Jens Prüfer (Head of AR Century Media Europe), Dan Dismal (AR Century Media USA), Thomas Jentsch (Summer Breeze / Undertow) und Norma Sickinger (metal.de) sowie Vertretern des EMP.

Walking Dead on Broadway haben das Vergnügen, sowohl das diesjährige Summer Breeze als auch den Contest als erste „richtige“ Band zu eröffnen. Noch ist das Zelt nicht bis zum Anschlag gefüllt – was sich aber im Laufe des Tages ändern wird. Allerdings stehen für nachmittags, 15.00 Uhr trotzdem schon eine beachtliche Anzahl neugierige Metalheads vor der Bühne und verfolgen mit Spannung den Contest. Und der Deathcore der Band kommt gut an. So gut, dass der erste Pit nicht lange auf sich warten lässt. Wenn die anderen 5 Finalisten ebenfalls so gut abliefern, wird die Entscheidung ganz sicher nicht leicht fallen, denn mit Songs wie „We are Legion“ oder „My Rebirth“ sammelt die Band schon die ersten Pluspunkte. Der Sound ist leider noch nicht perfekt eingestellt, aber die Technik tut ihr Bestes, um dies im Lauf des Konzertes zu ändern.

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Walking Dead on Broadway_14-08-2013_14

Aeons Confer aus Hamburg geben als zweite Contest-Band ihr Können zum Besten. Die in schwarzes Leder gekleideten Jungs haben sich auf den Weg in den Süden gemacht, um uns ihren Modern Symphonic Dark Metal zu präsentieren. Leider ist der Sound immer noch ein Stück entfernt von „gut“, aber trotzdem ist das Set der sechs Bandmitglieder gut anzuhören. Das Publikum, das sich nach Walking Dead on Broadway einmal komplett ausgetauscht hat, folgt dem Auftritt der Combo mit Begeisterung. Stimmlich sticht Frontmann Bernhard ganz klar hervor, vor allem die klaren Gesangsphasen gefallen mir ziemlich gut. Nicht ganz so gut besucht wie beim Opener ist dieser Auftritt, wohl auch des völlig anderen Musikstils wegen, trotzdem wird eine musikalisch gute Leistung auf die Bretter gebracht.

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Aeons Confer_14-08-2013_27

Die erste Challenge für die nun folgenden Stormbornbestand schon mal aus dem echt weiten Anfahrtsweg. Einmal London – Dinkelsbühl, zu fünft in einem Kleinwagen. Aber als Stormborn dann die Bühne erklimmen war mir eigentlich klar – die haben beste Chancen auf den Sieg. Super Bühnenpräsenz der Engländer, und obwohl Power Metal eigentlich gar nicht so meins ist, geht die Musik direkt ins Ohr. Ob man will oder nicht, man muss im Takt der Musik zumindest mit den Zehen auf den Boden tippen. Sänger Carl Casagrande wirbelt wie ein kleiner Orkan über die Bühne, aber auch die Show der anderen Mitglieder muss sich nicht verstecken. Die technischen Probleme, die während dem Konzert an einer der Gitarren auftraten wurden professionell gemanagt, das Publikum währenddessen mit lockeren Sprüchen bei der Stange gehalten. Die 25 Minuten Spielzeit sind viel zu schnell vorbei, und zahlreiche Rufe nach Zugabe ertönen – was leider nicht gewährt wird.

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Stormborn_14-08-2013_22

Divide, ebenso wie Aeons Confer aus dem hohen Norden angereist, erhöhen ein bisschen die Drehzahl der Musik. Nach dem klassischen PowerMetal, den Stormborn prsäsentiert haben geht es nun mit Death Metal weiter im Programm. Leider hat auch die Kieler Combo noch mit einem nicht perfekten Sound zu kämpfen. Der Job, den die vier Jungs abliefern kann sich aber trotzdem sehen lassen. Wer auf Vader steht, der kommt an Divide nicht vorbei, soviel ist mal klar. Eine wirklich gute Leistung einer jungen Nachwuchs-Band, die man sich auf jeden Fall merken sollte.

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Dahaca aus Polen legen nochmal eine Death Metal Salve oben drauf. Nach anfänglichen technischen Problemen legt die Band umso härter los, und knüppelt einen Song nach dem anderen in die Zuschauermenge, die sich vor der Zeltbühne gesammelt hat. Die fünf Jungs, die den weiten Weg aus Warschau angereist sind, liefern ein solides Set ab. Songs wie „Pure Misanthropy“ oder „This is the End“ lassen die Haare der Zuschauer in der Luft wirbeln. Nicht erst seit Vader wissen wir, dass aus unserem Nachbarland wirklich hervorragende Künstler kommen, auch diese Band hat das eindrucksvoll bewiesen.

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May the Silence Fail gehören für mich neben Stormborn ebenfalls zu den Favoriten auf den Preis. Die Band, die in Dinkelsbühl Heimvorteil genießt, hat gleich zwei Sängerinnen im Gepäck, und zieht für diesen Contest die meisten Zuschauer an. Schon während der Umbauphase und dem Soundcheck werden Spruchbanner gehisst (DRUMSOLO) und die Menge ist schon am toben, bevor das Konzert überhaupt angefangen hat. Eine riesige Fanbase wartet auf die Combo, die im prall gefüllten Zelt einen Hammer-Song nach dem anderen raushaut. Die beiden Sängerinnen Janina und Sarina spielen perfekt zusammen, und wechseln sich mit Klargesang und tiefen Growls ab. Man merkt deutlich die Spielfreude, die bei allen sechs Bandmitgliedern vorhanden ist. Eine wirklich klasse Leistung, diese Band werde ich definitiv im Auge behalten.

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Auf der Camel-Stage, wo am Nachmittag noch die Blaskapelle „Zum Tanz aufspielte“ eröffnen um 19:30 Uhr Revel in Flesh den Abend. Mit dem brandneuen Album „Manifested Darkness“ im Gepäck servieren uns die fünf Schwaben eine halbe Stunde oldschool Death Metal, der für schmerzenden Nacken am nächsten Tag gesorgt haben dürfte. Direkt zu Beginn sorgen die beiden Songs „Wings of Death“ und „Revel in Flesh“ für gute Laune unter den Zuschauern und der Auftritt wird mit vielen kreisenden Köpfen gewürdigt. 6 Songs gibt die Band zum besten, und die angesetzte halbe Stunde vergeht wie im Flug. Auch wenn es der Opener zwangsläufig ein bisschen schwerer hat, als die nachfolgenden Bands, so konnten Revel in Flesh doch schon einen Grundstein für den weiteren Abendverlauf legen.

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Bury Tomorrow sorgen im Anschluss im Party-Zelt für eine wahrlich bombige Stimmung. Der Deathcore aus England haut rein und im Nu ist das Zelt gefüllt mit head-bangenden Festivalbesuchern, die auch vor Circle-Pits und der Wall of Death nicht zurückschrecken. Von Beginn an lassen sich Crowd-Surfer über die Zuschauer-Köpfe hinweg Richtung Bühne tragen,und die Security bekam während dieses Sets zum ersten Mal an diesem Tag wirklich was zu tun. Auch dass die Band es schaffte, das komplette Zelt auf die Knie zu bringen,  spricht für die mitreißende Show. Mit einem hohen Energielevel präsentiert sich diese Band, viel Bewegung auf und demzufolge natürlich auch vor der Bühne ist die Folge. Dazu die aggressive Musik, harte Gitarrenriffs, von ganz tief unten geholte Growls, die sich mit klaren Gesangspassagen abwechseln und natürlich eine sehr sympathische Band, die sich mehr als einmal bei Ihrem Publikum bedankt machen Lust auf mehr. Schade, dass die Spielzeit hier nur für 7 Songs (u. a. Lionheart und Royal Blood) gereicht hat. Ich hätte mir gerne noch mehr angehört.

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Von Nasty auf der Camel Stage habe ich gerade noch die letzten 3 Songs mitbekommen, denn ich war kurz am Auto, um mich für den Rest des Abends zu stärken. Der Freiplatz vor der Camel-Stage war ganz ordentlich gefüllt, ohne Geschubse bin ich nicht bis direkt vor die Bühne gekommen. Daher gibt’s auch keine Fotos dieser Band. Eine völlig andere Stilrichtung, als alles was bisher an diesem Tag gespielt hat. Die Combo erinnert in ihren weißen Klamotten ein bißchen an Limp Bizkit. Hardcore auf der kleinen Werbe-Bühne, da wird es schonmal eng, sowohl auf als auch vor den Brettern. Viel habe ich ja nicht gesehen, aber das was ich mitbekommen habe, war schon ganz gut. Mal eine Abwechslung zum bisherigen Tages-Programm.

Vader waren auf meiner persönlichen Running Order ganz oben angesiedelt. Schon auf dem Extremefest war ich restlos begeistert von dieser Band. Als dann der erste Song angestimmt wird, bin ich zunächst im Foto-Graben, und später auch in der ersten Reihe ganz vorne mit dabei. Extremer Metal der das Zelt zum kochen bringt. Was Bury Tomorrow übrig gelassen hatten, wird von Vader jetzt quasi gänzlich plattgewalzt. Songs wie Silent Empire und Dark Age dröhnen in die Dinkelsbühler Abendluft und lassen den Zuschauern im Zelt kaum Zeit, um Luft zu holen. Death Metal – oldschool, perfekt spielen die vier zusammen. Sänger Piotr Wiwczarek nimmt mit seiner unverkennbaren Stimme das Zelt im Nu ein. Ein wenig viel Nebel vielleicht, das muss man schon sagen, aber das musikalische war echt große Klasse. Ich jedenfalls freue mich schon auf das nächste Konzert.

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Bei Deserted Fear fiel mir die Entscheidung schwer…. in den Fotograben gehen, und nach den ersten Liedern das Konzert von der Seite aus anschauen, oder direkt den Platz in der ersten Reihe besetzen….. Zum Leidwesen der Bilder habe ich mich an diesem Abend für letzteres entschieden, und es nicht bereut…. Eigentlich kann man hier nur wiederholen was bereits zu den Konzerten vom Extremefest und Party.San geschrieben wurde. Die Jungs hätten ebenso gut auf der größeren Party-Stage spielen können, und hätten da wahrscheinlich noch ein größeres Publikum angezogen. Vom Zelt her kamen zu diesem Konzert gerade die restlichen Vader-Zuschauer herübergeeilt, und vor allem von der Bühne aus sah der Vorplatz aus, als hätte man noch ein paar Quadratmeterchen mehr Platz gebrauchen können. Drummer Simon war so gut drauf, dass er es tatsächlich geschafft hat, seine Snare kaputt zu spielen. Auch wenn das Set dadurch kurz unterbrochen wurde, für Ersatz war schnell gesorgt. Der Folgeband Year of the Goat sei dank konnte man nach einer kurzen Pause das Konzert fortsetzen. Hier sieht man, dass nicht nur Organisation alles ist, sondern auch die Kollegialität unter den einzelnen Bands nicht minder wichtig ist… Wenn Ihr die Gelegenheit habt, die Jungs Live zu sehen – nutzt es, es lohnt sich….!

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Auf Exodus war ich auch ziemlich gespannt. Schließlich habe ich diese Band noch nicht live gesehen, aber allerhand Gutes gehört. Hier war ich nicht rechtzeitig zu Beginn vor Ort, denn ich musste mich nach dem Deserted Fear-Konzert erst noch durch die Menschenmassen Richtung Party-Zelt kämpfen. Daher gibt’s auch hier keine Bilder.  Aber nicht weiter tragisch, so konnte ich mich anstatt aufs Fotografieren mal ganz auf die Musik konzentrieren. Exodus das erste Mal Live, und zumindest ich bin nicht enttäuscht worden. Im vorderen Drittel des Zeltes gibt es kein einziges freies Plätzchen mehr, als die Amerikaner mit dem Eröffnungssong „The Ballad Of Leonard And Charles „ auf die Bühne stürmen. Zu Beginn hält sich die Bewegung im Publikum in Grenzen, ist ja auch schon etwas später am Tag, aber nach mehrmaligen Aufforderungen von Fronter Rob Dukes nach Circle Pits kommt Bewegung in die Menge. Wenn ich eine Bewertung geben müsste für die besten Konzerte des heutigen ersten Tages, Exodus wären für mich ganz oben mit dabei. Ein echter Kracher, der hier geboten wird, das macht echt Lust auf mehr. Leider gibt es auch hier nur eine festgesetzte Spielzeit, so dass die Zugabe-Rufe schlicht überhört werden.

Destruction hatte ich ja schon eine Woche zuvor auf dem Party.San gesehen und bin eigentlich nur ins Zelt marschiert, um mir die Zeit zu vertreiben, da ich noch auf einen Bekannten gewartet habe. Ich war schon ziemlich müde ob des langen Tages, und was liegt da näher als nochmal ins Party-Zelt zu stiefeln. Nu ja, kannste auch noch ein paar Bilder machen, hab ich gedacht. Leider kam ich zu spät, um in den Graben zu gehen, von daher gibts nur ein paar schlechte Fotos aus den hinteren Reihen, die es nicht hier auf die Seite geschafft haben. Thrash-Metal im Zelt, der Sound war echt grottig, aber die Show der nur 3 Mann starken Truppe aus Weil am Rhein war souverän und obwohl es im Publikum nicht mehr ganz so viel Bewegung gegeben hat gibt die Band auf der Bühne ordentlich Stoff. Für mich ein ganz guter Ausklang des heutigen ersten Tages, und ich bin gespannt, was in den kommenden (offiziellen) Festival-Tagen noch so auf mich zukommt.

 

Tag 2, Donnerstag, 15.08.2013

Nach einem reichhaltigen Frühstück geht es an diesem ersten, offiziellen Festival-Tag einigermaßen pünktlich auf’s Gelände zurück. Schon vom Parkplatz aus kann man Stormborn hören, die den New-Blood-Award am Vortag gewonnen haben, und jetzt auf der Pain-Stage spielen dürfen. Ein verdienter Sieger, wie ich finde – gehörten die Londoner doch zu meinen Favoriten am gestrigen Tag. So hat sich der beschwerliche Anreiseweg (wir erinnern uns – zu fünft in einem Kleinwagen…) gleich doppelt gelohnt. Der Gewinn – das zweite Konzert auf größerer Bühne plus ein bombiges Sommerwetter dazu….

Nachdem Stormborn auf der Pain-Stage die ersten Metaller aus den Zelten gelockt haben, ist es für First Blood an der Zeit, die Main-Stage aufzuwecken. Für manch einen hieß das, Hardcore zum Frühstück. Aber die vier aus Kalifornien lassen hier keine Wünsche offen. Moshpit, Wall of Death, Fliegende Haare – und das bei gefühlten 50 Grad Außentemperatur. Da kommt die Abkühlung aus den Feuerwehrschläuchen der Security für so manch einen gerade recht. Mit einem Mix aus den beiden bisher erschienenen Longplayern begeistern die Jungs die (für diese Uhrzeit schon beachtliche) Zuschauerzahl. Ein Opener, der es sich verdient hat, das „offizielle Festival“ auf der Mainstage zu eröffnen. So kann der Tag weitergehen…

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Ein krasser Gegensatz erwartet mich dann im Anschluss auf der Pain-Stage. Dudelsack, Flöte und Schalmei erklingen, als die Berliner von Cultus Ferox die Bühne betreten. Mittelalter-Rock aus der Hauptstadt. Mit Stücken wie „Götterdämmerung“ und „Schurkentanz“ spielt die Combo zum Tanz auf, und nicht wenige Fans vor der Bühne folgen dem Aufruf. Dass auch sehr viele Anwesende die Texte der Band auswendig mitsingen können, kommt der Stimmung vor der Bühne nur zu Gute. Ob man nun auf diesen Stil steht oder eben nicht (Geschmäcker sind ja verschieden – gott sei dank) – Die Berliner liefern hier eine super Show ab, motivieren das Publikum zum mitmachen und als nach den angesetzten 40 Minuten Spielzeit das Ende des Auftrittes naht, werden unzählige Rufe nach Zugabe laut. Leider gibt es diese auch hier nicht, da sonst der echt straffe Zeitplan nicht eingehalten werden könnte…

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Mit einem riesigen Cliff Richard-Foto auf der Bühne sind nun die Schweden von The Bones am Start. “We don’t talk Anymore” – mit diesem Song des britischen Rock ‘n Roll-Sängers startet das vierte Konzert an diesem Tag. Punk und Rock ‘n Roll aus dem Norden, da geht es vor der Mainstage ab wie Schmidts Katze. Ein Großteil der Anwesenden sind nach First Blood direkt stehen geblieben, und lassen sich jetzt von der Combo aus Karlskrona die schnellen Töne um die Ohren pusten. Scharfe Gitarren und eine Band, die keine Sekunde still steht auf der Bühne, das ist das Programm bei schönstem Sommerwetter hier auf der Dinkelsbühler Festivalbühne. Das hier ist definitiv nichts für Langeweiler. Mit viel Spaß hämmert die Band einen nach dem anderen Song in die Menge, und die dankt es mit wehenden Matten, Circle-Pits und lautem Mitgröhlen. Mit viel Energie geben The Bones Songs aus ihren bisher erschienenen Alben zum Besten, unter anderem “Screwed, Blued and Tattoed”, “Cementery Sue” und “Not a Lovesong”. Auch ein ACCEPT-Cover (“I’m A Rebel”) darf im Set nicht fehlen. Hier blieben keine Wünsche offen, und nach powervollen 45 Minuten müssen sowohl die Band als auch die Zuschauer erst einmal kurz verschnaufen, bevor es im Programm weitergeht.

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Das erste Konzert für heute im Partyzelt spielen Winterfylleth. Die vier aus Manchester sind zuständig für die Anhänger der Black-Metal-Fraktion, die bisher ein wenig zu kurz gekommen ist. Trotzdem verirren sich nicht ganz so viele Zuschauer zu diesem ersten Konzert, schätzungsweise 200 lauschen den Klängen, die die vier Briten aus den Instrumenten herausholen. Trotz der geringen Besucherzahl sind die Jungs aber mit viel Spaß bei der Sache, spielen sowohl alte als auch neuere Stücke und werden belohnt mit Applaus und fliegenden Haaren aus der ersten Reihe. Das Publikum im hinteren Teil des Zeltes ist noch nicht ganz wach, scheint es. Ein wenig mehr Bewegung wäre wohl auch für die Band noch erfreulicher gewesen. Trotzdem werden am Ende sogar noch ein paar “Extra”-Minuten rausgeholt, bevor die Bühne für die nachfolgenden Mustasch geräumt wird.

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Soilwork sind eines meiner Highlights für den heutigen Tag. Die Schweden sind in diesem Jahr nicht das erste Mal in Dinkelsbühl anzutreffen. Bereits 2008 standen die 6 Jungs rund um Sänger Björn schon auf der sommerlichen Festival-Bühne. Im Rahmen der „European Infinity“-Tour hat die Combo es sich nicht nehmen lassen, auch im schönen Baden Württemberg vorbeizuschauen. Melodischer Death Metal erschallt pünktlich um 16:00 Uhr aus den Boxen der Mainstage und trotz der echt großen Hitze an diesem Tag ist das Publikum super aufgelegt. Man sieht in den ersten Reihen fast ausschließlich wogende Haarschöpfe, sogar gemosht wird was das Zeug hält, und die Zuschauer sind dankbar um jeden Tropfen kühlendes Wasser, welches von den Securitys immer wieder aus einem Feuerwehrschlauch in die Menge gespritzt wird. Mit vielen Songs aus dem neuen Album „ The Living Infinte“ im Gepäck begeistern Soilwork die Menge, und liefern eine hervorragende Leistung ab. Die Erfahrungen der letzten 20 Jahre werden gekonnt auch an diesem Tage umgesetzt, und außer den Songs vom neuem Album werden auch ältere Hits wie „Weapon of Vanity“, „Follow the Hollow“ und „“Stabbing The Drama“ präsentiert. Wer die Gelegenheit hat, sollte sich die Jungs unbedingt mal Live anschauen. Ein echt klasse Auftritt und eines meiner Festival-Highlights.

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Der Sound im Partyzelt war heute den ganzen Tag über nicht sehr stabil. Mal zu laut, zu leise, technische Probleme – Aber hiervon haben Illdisposed nichts mitbekommen. Die Jungs aus Dänemark haben sich den wohl besten Slot für diesen Tag gesichert, denn ich habe nichts zu mäkeln an der Technik. Und auch die Zuschauer nicht, ist das Zelt doch jetzt um 17:00 Uhr zum Platzen gefüllt. Wehende Mähnen wohin das Auge blickt, und die Leichenstarre von 15:00 Uhr ist jetzt wie weg gepustet. Bo Summer am Mikro legt mit einer Stimme los, die es einem kalt den Rücken herunterlaufen lässt. Mit Songs wie “Sense the Darkness”, “I believe in Me” und “Near the Gates” wird die ganze Illdisposed-Aera einmal auf die Bühne gebracht. Die Fans danken es mit begeisterten Jubelrufen, welche die Band noch umso mehr anstacheln. Nach 45 Minuten liegt das Zelt quasi in Schutt und Asche. Und ich habe wieder eine Band mehr auf meiner Favoritenliste für das mobile Musik-Wiedergabe-Gerät ;-)

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Nachdem ich auf dem Extremefest um den Genuss von Necrophobic gekommen bin, da der dortige Auftritt leider abgesagt wurde, war ich umso erfreuter, die Band im Lineup des Summerbreeze wieder zu sehen. Den Gig bestritt man nicht mit Stamm-Fronter Tobias Sidegard (der wie im Vorfeld angekündigt hinter Gittern sitzt) sondern mit Ersatz-Sänger Kristoffer Olivius (Naglfar), der sich aber als bühnenerfahren und äußerst fähig zeigte, das Publikum für sich und die Band einzunehmen. Es wurden nicht viele Worte gemacht, die Musik war das Sprachrohr der 5 Jungs aus Schweden, die uns ein Black/Death/Thrash-Brett sondersgleichen im Partyzelt auftischten. Nach ein paar technischen Problemen, die der Gesangspart zu Beginn der Show hatte, besserten sich die Sound-Verhältnisse im Laufe des Auftritts. Dennoch fehlte im Set die Kraft der zweiten Gitarre, die mit Tobias ebenfalls hinter Schwedischen Gardinen einsaß.
Trotzdem ein gelungenes Konzert, wie ich finde. Der Eröffnungssong „The slaughter of Baby Jesus“ zeigte dem Publikum schon direkt zu Beginn, wo es hier und heute hingehen sollte. Neben neueren Werken kamen auch die Klassiker nicht zu kurz. Natürlich durfte das Debüt „The Nocturnal Silence“ genauso wenig fehlen, wie das Tribut an dem im März diesen Jahres verstorbenen Gitarristen David „Blackmoon“ Parland – „Black Moon Rising“.

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Nach Necrophobic bin ich erst mal zum Auto geschlendert, um mich für den Rest des Abends zu stärken. Ehrlich gesagt interessierte mit „Der W“ nicht so sehr, und da ich eh keinen Headliner-Pass bekommen hatte, war es auch nicht so tragisch den Beginn des Konzertes zu versäumen. So habe ich mir die letzten Songs über die aufgestellten Leinwände von der Pain-Stage aus angesehen. Stefan Weidner, seines Zeichens der Ex-Bassist der „Böhsen Onkelz“ ist im Alleingang nun schon seit 2008 unterwegs. Ich habe vorher nie ein Ohr auf den W geworfen, Deutscher Rock ist halt nicht so meine Welt. Von der musikalischen Seite her betrachtet war der Auftritt aber sehr professionell, technisch einwandfrei und mit viel Spaß auf und vor der Bühne vorgetragen. Sehr viele Fans waren vor der Absperrung der Main-Stage zu sehen, und es verwunderte nicht, dass sehr viele Leute die Texte mitsingen konnten. Zum Schluss habe ich sogar ein oder zwei Crowd-Surfer entdecken können, die massive Bewegung im Publikum – Schlagwort Moshpit – blieben hier jedoch aus. Dennoch ein solider Auftritt (zumindest den Teil, den ich mitbekommen habe) – allerdings waren die Ansagen zwischen den Songs eher knapp bis knapper, und auch der Abschied nach dem letzten Song fiel eher spärlich aus.

Bereits auf dem letztjährigen Metalfest habe ich Powerwolf zum ersten Mal Live gesehen. Und auch dieses Jahr erobern die 5 Saarländer die Festivalbühnen der Nation. Nachdem das neue Album „Preachers of the Night“ auf Platz 1 der Charts gestiegen ist, können sich die Wölfe rund um Attila Dorn nicht mehr verstecken. In den kommenden zwei Wochen werde ich diese Band hier in Dinkelsbühl und auch auf dem Summersend-Festival in Andernach live zu Gesicht bekommen. Die Bühnenshow ist perfekt geplant, wahrscheinlich gibt es sogar eine Choreo-Anweisung für jedes Schütteln der wallenden Haarmähnen von Charles und Matthew Greywolf (Bass, GIT). Hier in Dinkelsbühl sehe ich mir die Show von oben über die Leinwand an, die vielen Powerwolf-Anhänger, die zum Teil prachtvoll kostümiert erschienen sind, haben die Plätze direkt vor der Bühne schon für sich beansprucht.

Vor zwei Jahren spielte diese Band schon einmal auf dem Summerbreeze, damals noch im Zelt auf der Party Stage. Während dieser Zeit hat sich die Combo zum Headliner auf der Pain-Stage gemausert, ein wahrer Höhenflug also. Natürlich wird viel Material vom neuen Album „Preachers of the Night“ gespielt, aber auch Ältere Songs wie „Sanctified with Dynamite“ oder „“We drink your Blood“ durften in dem diesjährigen Set nicht fehlen. Ebenso darf bei keinem Powerwolf-Konzert die Pyro-Show fehlen. Den Darstellern sowie den Fans in den vorderen Reihen wurde mit lodernden Feuersäulen mächtig eingeheizt.
Ein bisschen schade finde ich, dass die Ansagen zwischen den Songs einstudiert sind, und sich dies leider auch so anhört. Die Einleitung zu „Resurrection by Erection“ z. B. ( – Männer, hattet ihr heute morgen eine Latte – ) habe ich in den vergangenen Wochen 3 Mal gehört. Aber einen wahren Fan scheut das natürlich nicht, und so werden die Wölfe, die in einer wirklich imposanten Bühnendeko agieren, von ihren Anhängern während des kompletten Konzertes hoch gefeiert.
Mein Fazit für diesen Auftritt: Perfekt durchgestylt, alles auf den Punkt verfügbar, aber wenn man eins gesehen hat, kennt man auch die anderen…. Trotzdem Daumen hoch für die straffe Leistung in den vergangenen Monaten.

Nach Powerwolf habe ich mich auf den Heimweg gemacht, und auf Sabaton (und leider auch schweren Herzens auf Dying Fetus – die laut Bericht eines Bekannten echt der Hammer waren) verzichtet. Von der Hitze der letzten Tage war ich einfach nur schlag kaputt, und in Anbetracht der beiden noch folgenden Festival-Tage habe ich ein bisschen Schlaf den weiteren Konzerten des Abends vorgezogen.

 

Tag 3, Freitag, 16.08.2013

Eigentlich bereits der dritte Festival-Tag für mich. Und der wird ruhig angegangen, mit einem wieder reichhaltigen Frühstück. Wohl genährt lässt sich solch ein Konzert-Marathon auf jeden Fall besser durchstehen…

Psychpunch (die echt kurzfristig für die ausgefallenen Sister Sin eingesprungen sind) sowie Feuerschwanz habe ich mir nicht angeschaut. Nur die letzten Feuerschwanz-Songs habe ich auf dem Weg vom Auto zum Infield anhören können, und es sind ein paar Bilder von der Seite entstanden.

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Mein Tag startet mit den 7 Dresdenern von Letzte Instanz. Folk-/Mittelalter-/Crossover mit zum Teil außergewöhnlichen Instrumenten wie z. B. das Cello. Nach dem Auftritt von Feuerschwanz auf der Mainstage wandert fast die komplette Besucherschar zu der benachbarten Pain-Stage, um dort weiter zu feiern. Die sympathische Band spielt sich quer durch die bisher erschienenen Alben mitten ins Publikumsherz, was auch zum großen Teil an der tollen Ausstrahlung der Combo gelegen haben dürfte. Ich für meinen Teil erlebe auf diesem Festival die ein oder andere Überraschung, Letzte Instanz ist auf jeden Fall eine davon. Würde ich nicht die Bilder machen, hätte ich mir die ob des Stils wahrscheinlich eher nicht angeschaut, jetzt bin ich aber echt froh, dass ich das getan habe. Ein toller Auftritt (bei übrigens gefühlten 45 Grad brütender Mittagshitze) bei der mehr als ein Schweißtropfen geflogen ist, sowohl auf als auch vor der Bühne…

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Neaera, die Combo aus Münster entert die Bühne, um 45 Minuten lang Vollgas zu geben. Einfach nur purer Metal wird hier gespielt, und direkt mit dem ersten Song „Ours ist the Storm“ zieht die Band um Benjamin Hilleke (VOC) das Publikum in ihren Bann. Die 5 Westfalen zeigen von der ersten Minute an, dass sie in diesem Jahr wirklich verdient auf der großen Mainstage ihren Platz gefunden haben. Auch hier eine sehr sympatische Band, die das Publikum auf Trab hält. Circle Pits, Crowd Surfer und die Wall of Death – die Zuschauer geben hier wirklich alles, um das Konzert zu einem Erlebnis werden zu lassen. Wirklich bühnenpräsent (vor allem Fronter Benny steht nicht eine Sekunde still) agieren die 5 Mann mit dem Publikum. Auch um ein Bad in der Menge ist Benny nicht verlegen, und stürzt sich gleich mehrere Male ins Getümmel. Nachdem der Platz vor der Bühne quasi schon in Schuttt und Asche liegt, setzen die Jungs mit einem Tribut an Bolt Thrower „Spearheading the Spawn“ zum Todesstoss an. Zurück bleiben eine Band, die wirklich alles gegeben hat sowie ein völlig verausgabtes Publikum, dass während der vergangenen Dreiviertelstunde nur durch das von der Security verspritzte Wasser aus den Feuerwehrschläuchen ein wenig Abkühlung bekommen hat. Starker Auftritt – starke Band – auf jeden Fall sehenswert…

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Ein bisschen ruhiger wird es danach auf der Painstage. Leaves Eyes, die Band rund um die hübsche Frontfrau Liv Kristine präsentiert Melodic Symphonic Metal. Da jetzt um die Nachmittagszeit wohl die meisten Festivalbesucher aus ihrem Zelt gekrochen sein dürften, füllt sich der Platz vor der Bühne zusehend, und Leaves Eyes dürfen sich über ein großes Publikum freuen. Liv, die vormals bei Theater of Tragedy am Mikro gestanden hat, erfreut auch an diesem Nachmittag die Summerbreeze-Besucher mit klarem Gesang. Unterstüützt wird sie dabei von kräftigen Gitarren und Keyboardsound ihrer Kollegen, die außer mit Leaves Eyes noch mit Atrocity auf den Bühnen der Welt stehen. Obwohl das Publikum wirklich bunt durcheinandergewürfelt ist, ist es erstaunlich, wie viele Menschen zumindest die Refrains der Songs mit trällern können. Die Band wird dadurch umso mehr angespornt und nach wirklich starken 50 Minuten verlassen sie, begleitet von Zugabe-rufen, die Bühne.

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Leaves Eyes_16-08-2013_10

Hardcore auf der Mainstage. Das ist das Motto von Agnostic Front. Die New Yorker, die bereits seit über 30 Jahren auf den Bühnen dieser Welt unterwegs sind, wissen, wie man das Publikum für sich begeistert. Wie Gummibälle wird auf der Bühne auf und ab gehüpft, ein musikalisches Brett nach dem anderen auf die Zuschauer abgefeuert. Songs wie „Crucified“ und „Toxic Shock“ laden das Publikum zum Mitfeiern ein. Der wohl größte Circle Pit erstreckt sich über fast den gesamten Bühnenvorplatz. Fast jeder konnte beim Song „Gotta Go“ mitsingen und als nach „Take me back“ und „The Eliminator“ noch das Cover „Blitzkrieg Bop“ folgte, war die Show perfekt. Ein wirklich super Auftritt einer Band, die zwar schon etwas in die Jahre gekommen ist, sich aber vor den jüngeren Kollegen keinesfalls verstecken muss.

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Agnostic Front_16-08-2013_06

Das erste mal für diesen Tag, dass ich im Partyzelt verschwunden bin. Rotten Sound spielen und ich bin ganz vorne mit dabei… Wuah, schon bei den ersten Tönen habe ich gewusst, das ist genau mein Ding. Und ich sollte Recht behalten. Es gab so gut wie keine Pause – ähm – eigentlich garkeine. Wenn es einen Contest gegeben hätte „wer knüppelt die meisten Songs in 35 Minuten in die Menge“, dann wären Rotten Sound ganz vorne mit dabei gewesen. Satte 19 Stücke und zwar querbeet durch alle bisherigen Veröffentlichungen, tischen uns die Jungs rund um Sänger Keijo Niinimaa auf. Das Publikum geht ab wie Schmidts Katze und verausgabt sich während des Konzertes mindestens genauso wie Schlagzeuger Sami Latva, der auf seine Felle eindrischt als gäbe es kein Morgen mehr. Für mich eines der besten Konzerte des Tages, Daumen hoch für diese straffe Leistung…

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Rotten Sound_16-08-2013_07

Ebenfalls im Partyzelt zu finden war ich während den Black-Metallern von Der Weg einer Freiheit. Die Würzburger sind in diesem Jahr nicht das erste mal in Dinkelsbühl anzutreffen. Schon vor zwei Jahren beehrte man den heiligen Festival-Boden, damals noch als Frischling, in diesem Jahr hat sich die Band um Nikita Kamprand schon ein ganz gutes Standbein in der Szene erarbeitet. Das merkt man auch am Publikum, das Zelt ist brechend voll, Haarschöpfe kreisen und die (deutschen) Texte werden mitgesungen. Im Hauptaugenmerk steht natürlich das im letzten Jahr erschienene Album „Unstille“, aber auch älteres Material wird für das Festival-Volk gespielt. Melodisch und düster, aber dennoch kraftvoll präsentiert sich die Combo während der 45 Minuten Spielzeit und verlässt am Ende sicher mit einem guten Gefühl die Bühne. Natürlich nicht ohne sich bei den Fans überschwenglich bedankt zu haben. Wer auf Mukke a la Negator, Nocte Obducta oder Nagelfar steht, der ist auch hier sehr gut aufgehoben. Ein einwandfreier Auftritt an diesem Freitag Nachmittag.

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Der Weg einer Freiheit_16-08-2013_13

Pünktlich um 18:55 Uhr startet der erste Headliner auf der Pain Stage. Da ich auch heute nicht die drei letzten Bands auf den Freiluft-Bühnen aus dem Graben fotografieren darf, bin ich zunächst ans Auto gestiefelt um mich für den Rest des Abends zu rüsten. Sobald die Sonne weg ist, ist es nämlich saukalt hier auf dem Gelände. Die letzten 20 Minuten habe ich von Walls of Jericho dennoch mitbekommen, und ich muss sagen, dass ich es bereut habe nicht von Anfang an dabei gewesen zu sein. Frontfrau Candace und Ihre Mitstreiter aus Detroit legen sozusagen den Platz vor der Painstage in Schutt und Asche. So eine Power aus der doch recht zierlichen Person – Wahnsinn. Während diesem Konzert hatte die Security das erste Mal an diesem Tage echt gut zu tun. Eine Vielzahl an Crowd-Surfern wurden über die Hände der Zuschauer nach unten Richtung Bühne getragen. Und auch gemosht wurde ordentlich, die Bilder die über die Leinwand übertragen wurden haben mich da schon ein bisschen neidisch gemacht…. Nach (fast) einer Stunde geballter Hardcore-Action, mit der Walls of Jericho übrigens ihre Europa-Tour eingeläutet haben, geht das Konzert leider viel zu früh zu Ende. Ein oder Zwei Songs hätte die Band in der reseriverten Spielzeit locker noch unterbekommen. Aber alles in allem war das Konzert einsame Spitze und für mich, ebenso wie Rotten Sound, eines der Tagesbesten…

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Walls of Jericho_16-08-2013_05

Von Anthrax hab ich glaub ich jede Platte zu Hause. Habe die Jungs aber noch nie Live gesehen und mich daher umso mehr gefreut, dass sie auf dem Summer Breeze im Lineup aufgeführt waren. Bis zur Bühne bin ich hier schon nicht mehr durchgedrungen. Jetzt sind alle Festivalbesucher aus den Zelten gekrochen und lassen den Platz vor der Mainstage aus allen Nähten platzen. Positioniert habe ich mich strategisch günstig neben dem Technik-Turm, von da aus kann man auch mit meiner Körpergröße noch einigermaßen gut sehen, auch wenn es nur über die Leinwände ist. Mit (relativ) neuem Gitarristen Jonathan Donais läuft die Band heute auf der Bühne auf. Aber auch hinter den Drums sitzt nicht der Stamm-Taktgeber Charlie, der wurde verletzungsbedingt durch Jon Dette (u. a. Testament – Slayer…..) vertreten. Das Set startet mit „Among the Living“ und „Caught in a Mosh“ – und bei zweiterem gesellten sich an meine Seite zwei wirklich niedliche Französinnen, die zwar kein Wort verstanden, aber die ganze Umgebung zum Tanzen gebracht haben… Anthrax prügeln sowohl Songs vom letzten Album „Worship Music“ als auch bekannte Klassiker wie „I am the Law“ und „Antisocial“ in die Menge. Und genau die flippt völlig aus, als plötzlich TNT von ACDC als Coverversion aus den Lautsprechern schallt. Ein wirklich super Auftritt, die Band total sympatisch, das Publikum wird perfekt einbezogen und der Platz auf der Mainstage ist auf jeden Fall die richtige Wahl gewesen. Anthrax hätten für mich den Headliner-Platz verdient, ein wirklich klasse Auftritt der 5 New Yorker.

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Anthrax_16-08-2013_15

Nach Anthrax habe ich mir noch mal eine Pause gegönnt. Finntroll wollte ich unbedingt sehen, dafür habe ich Tiamat sausen lassen und bin erst zu den letzten Klängen von Lamb of God wieder auf dem Festivalgelände aufgelaufen. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich mich schon fast nicht mehr durch die Menge nah an die Bühne kämpfen, daher habe ich mir das Spektakel von oben angeschaut. Weil ich von Natur aus ja nicht sehr groß gebaut bin, konnte ich – wenn überhaupt – nur etwas über die Leinwände sehen. Aber das war eigentlich auch garnicht nötig, nach den ersten beiden Songs habe ich es aufgegeben ständig den Kopf zu recken, und habe mich einfach auf die Musik konzentriert. Finntroll ist zwar, wie Korpiklaani auch, eher dem Folklore-Metal zugeordnet, aber die Black- und Death-Metal Sequenzen reissen das Ruder herum zu einem Stil, der mir ganz gut gefällt. Daher mache ich hier eine Ausnahme. Die Band spielt Songs quer durch alle bisherigen Veröffentlichungen, konzentriert sich aber natürlich auf das neuest erschienene Werk Bloodsvept, mit dessen Titelsong das Konzert eingeläutet wird. Im Publikum sind jetzt Hörner, Helme und Felle zu sehen, und wenn ich noch hätte einen einzigen Stagediver mehr über meinen Kopf heben müssen, dann wäre ich glatt zusammengebrochen. Es war echt der Wahnsinn. Gute Mucke, Stimmung bis in die oberen Reihen und für die nächste Stunde war Dinkelsbühl komplett in der Hand der 7 Finnen. Ein super Abschluss für meinen dritten Festivaltag, vor allem da noch meine beiden Lieblings-Songs „Trollhammaren“ und „Jaktens Tid“ gespielt wurden.

Nach Finntroll ging es natürlich noch weiter, im Partyzelt spielten noch Marduk und Nocte Obducta, die ich mir auch wahnsinnig gerne angeschaut hätte, aber manch einer wird mich verstehen: Der dritte Tag brütende Hitze gepaart mit wenig Schlaf und den ganzen Tag auf den Beinen…. Das steckt man ab einem gewissen Alter nicht mehr so leicht weg, und daher habe ich mich nach Finntroll auf den Heimweg gemacht, um für den letzten Tag ausgeruht zu sein.

Marduk sehe ich dann übrigens nächstes Jahr auf dem Party.San… Nur soviel dazu… :-)

 

Tag 4, Samstag, 17.08.2013

Ein letztes Mal geht es an diesem Morgen zum Festivalgelände. Natürlich nicht, ohne sich vorher noch einmal gut gestärkt zu haben. Nach einem kurzen Einkauf im (zu dieser Zeit) gut frequentierten Supermarkt, damit auch die zeltenden Bekannten ein gutes Frühstück genießen können, sind wir gegen 13.00 Uhr am Gelände angekommen.

Zu dieser Zeit war das Konzert von Orden Ogan schon mittendrin, so dass ich hier nur ein paar Bilder aus der Ferne geschossen habe. Ist aber nicht weiter tragisch, denn diese Band sehe ich (ebenso wie Powerwolf) zwei Wochen später noch auf dem Summers End Open Air in Andernach.

Hier mischt sich Powermetal und Folk-Metal gerade im richtigen Verhältnis. Seitdem ich einen Song der Band auf einem uralten Metal-Sampler gehört habe, wollte ich die unbedingt schon mal Live sehen. Als erstes fallen die Kostüme der Arnsberger auf, hier wurde allerhand Alt-Metall und Alt-Gummi verarbeitet, Schulterklappen aus Reifenresten und Mäntel aus Fellen etc… Es stehen an den Seiten der Bühne zwei Ritter-Rüstungen, die sich während der 40 Minuten des Konzertes sogar als Schauspieler outen. Respekt an die beiden Darsteller, die es bei geschätzten 40 Grad im Schatten so lange in diesen Rüstungen ausgehalten haben. Wer die Musik von Blind Guardian mag, der ist auch hier wirklich gut aufgehoben, die Band agiert mit dem Publikum, und – soweit ich sehen kann – sind die ersten Mähnen schon kräftig geschüttelt worden. Das macht Lust auf mehr, und ich freue mich jetzt schon auf die nächste Live-Performance von Sebastian „Seeb“ Levermann und seinen Mitstreitern.

Das erste Konzert, das ich an diesem Tage hautnah erlebt habe, ist der Auftritt von Arkona auf der Painstage. Die Pagan-Band rund um Frontfrau Maria Archipowa spielt sich mit einer großartigen Show direkt in die Herzen der anwesenden Fans hinein. Trotz der gefühlten 40 Grad an diesem Nachmittag tritt Maria im Folkore-Outfit mit viel Pelz auf. Und auch die anderen Band-Mitglieder dürften in ihrer Klamotte nicht weniger geschwitzt haben. Unverkennbar ist die Stimme der Russin, ein mächtiges Organ von dem sich manch einer noch eine dicke Scheibe abschneiden kann. Die souveräne Spielweise der Combo sowie die Freude, die man in jedem einzelnen Gesicht sehen kann machen diesen Auftritt echt sympatisch. An diesem frühen Nachmittag darf sich die Band aus dem fernen Russland schon über Crowdsurfer, lauthals mitsingende Fanscharen und die Wall of Death freuen. Den Fans scheint es nicht zu heiß hier unter der Dinkelsbühler Sonne, zumindest merkt man das der euphorischen Meute nicht im geringsten an. Lediglich die Wasserfontänen, die durch die Security immer mal wieder in die Menge gespritzt werden, sorgen für ein wenig Abkühlung. Freunde des Pagan-Metal kommen an dieser Band auf jeden Fall nicht vorbei.

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Orden Ogan_17-08-2013_3

Van Canto war die erste wirklich große Überraschungskiste des Tages. Für mich zumindest. Mit dem Namen konnte ich vorher nicht wirklich was anfangen, ist aber auch gut so, denn sonst hätte ich mir das Konzert wahrscheinlich nicht angesehen. Zunächst einmal war ich schwer überrascht, das als einziges wirkliches Instrument ein Schlagzeug auf der Bühne aufgebaut war. Der Rest der „intrumentalen“ Begleitung von Vocal-Frau Inga Scharf wurde alleine durch die Stimmen der Band-Mitglieder übernommen. Eine A-Capella-Metal-Combo sozusagen. Nur für einen Song, „One to Ten“, bediente man sich noch einer echten Gitarre, und zwar wurde die von „Orden Ogan“-Gitarrist Tobias gespielt. Den harten Metallern rang dieser Auftritt wohl nur ein müdes Lächeln ab, diese gingen während der knappen Stunde eher Bier holen. Aber es blieben auch so noch genug Zuschauer vor der Bühne, so dass die 6 Stimmvirtuosen ihre Eigenkompositionen (z. B. „Neuer Wind“, „If I Die in Battle“), aber auch Coverversionen bekannter Werke („Wishmaster“, „Master of Puppets“ oder „Fear of The Dark“) einem für diese Tageszeit erstaunlich großen Publikum präsentieren konnten. Die Idee, die hinter diesem Konzept steckt ist ziemlich cool, und eigentlich hat sich die Musik auch ganz gut angehört (zum Teil war von einem wirklich instrumentellen Vortrag nicht zu unterscheiden). Aber mein Geschmack ist es nicht, daher habe ich auch das Konzert nach den erlaubten 3 Liedern im Fotograben vom Kaffee-Stand aus verfolgt.

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Van Canto_17-08-2013_32

Dass ich die meiste Zeit des Tages heute im Partyzelt verbringen werde, dass wusste ich im Vorfeld schon. Nach Van Canto zog mich mein Musikgeschmack dann doch eher ins kühle schattige, so dass ich im weiteren Tagesverlauf nur noch im Zelt anzutreffen bin.

Den Anfang machen hier die Holländer von Cliteater. Die hatte ich im Mai schon auf dem Extremefest erleben dürfen. Damals ohne Bassist Vedran, der wegen Verspätung seines Urlaubs-Fluges erst zum letzten Song auf die Bühne stürmte. Heute in Dinkelsbühl steht die ganze Combo von Beginn an vollzählig auf der Bühne, und das merkt man natürlich sofort. Auch wenn dieses Konzert unter einem traurigen Stern gestanden hat (es war einem kürzlich verstorbenen Freund der Band gewidmet), legen die Limburger (NL) direkt mit dem ersten Song richtig los. Death-/Grindcore heißt es jetzt hier im Zelt, und der Circlepit (zusammen mit den Bademänteln, Klobürsten, Gummitieren und der obligatorischen Banane) lässt nicht lange auf sich warten. Sänger Joost führt in den Spielpausen souverän durch das „Programm“ und zwar richtig sympathisch mit einem Mix aus Holländisch, Deutsch und ein bisschen Englisch… Schnelle Gitarren und der Beat von Schlagzeuger Clemens laden definitiv zum Tanzen ein, Sänger Joost komplettiert das Set mit einem echt starken Organ und legt auch optisch eine gute Show auf die Bühne. Mehrere Male kommt er bis vorne an die Absperrung, Shake Hands mit den ersten Reihen und auch zum Crowd-Surfen durch die Fan-Menge ist er sich nicht zu schade. Das ist der Flair des Zeltes, den ich auch schon in den letzten Tagen erleben durfte. Familiär und nicht so Mainstreamig wie auf den beiden großen Bühnen. Hier fühlt man sich echt wohl. Große Klasse… Leider viel zu früh geht dieses Konzert zu Ende. Ich hätte noch ne Stunde zugehört. Aber mit „Eat Clit or Die“ wird dem Set ein würdiger Abschluss spendiert und der Platz auf der Bühne für die nächste Band geräumt.

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Cliteater_17-08-2013_7

Die Totenkopfmasken von Dr. Living Dead sind, wie so manche andere Band auch, direkt aus Schlotheim hier nach Dinkelsbühl gekommen. Ganz zu meiner persönlichen Freude natürlich, denn schon vor einer Woche auf dem Party.San war ich von dieser Formation restlos begeistert. Schwedischer Cross-Over der gut ins Ohr geht, zum Mittanzen einlädt und mindestens die Zehen im Takt auf den Boden klopfen lässt. Wer hier nicht in Stimmung kommt, der ist definitiv falsch am Platz. Die Jungs aus Schweden müssen bei den Temperaturen, die zur Zeit hier herrschen, mächtig geschwitzt haben unter den Masken, aber eine Anstrengung ist der Show nicht anzumerken. Wie Flummis hüpfen die vier über die Bühne, und liefern genau die Show ab, die ich schon von Schlotheim aus gewohnt bin. Crowd-Surfing und Headbanging steht im Publikum auf dem Plan, und sogar der ein oder andere Circle-Pit ist während des Auftrittes zu sehen. Einer meiner Geheimtipps für diesen Festival-Sommer. Hört da unbedingt mal rein…

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Dr Living Dead_17-08-2013_01

Der Auftritt von Hate ist so ziemlich mit der größten Technik-Panne einhergegangen, die an diesem Wochenende vorgefallen ist. Nachdem sich nach dem ersten Song der Beat der Drums schon fast verabschiedet hätte, war es später an der Gitarre, den Geist aufzugeben. Bzw. an deren Verstärker. Hektisch wurden Kabel und Verstärker ausgewechselt, ein Lob hier mal an die Technik die schnell reagiert hat, allerdings hat diese Unterbrechung der Band einiges an Spielzeit geklaut, so dass auf 2 Songs aus dem Set verzichtet werden musste. Der allgemeinen Laune auf der Bühne hat man das schon angemerkt, die Polen spulen nach der Zwangspause das Programm stoisch herunter und man merkt dass hier große Wut im Bauch vorhanden ist. Die Fans sehen es nicht so tragisch. Viel Applaus zur Aufmunterung wird gegeben, und auf Pfiffe oder Buh-Rufe verzichtet. Allerdings endet das Konzert ohne viele weitere Worte und recht ruppig. Obwohl die Band sich während der letzten Minuten sozusagen den Hintern abgespielt hat, verlassen die Warschauer hektisch die Bühne und hinterlassen so trotzdem einen leicht schalen Beigeschmack. Trotzdem Daumen hoch, für die Geduld mit der Technik, es hätte schlimmer kommen können…

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Martin van Drunen ist in diesem Sommer wahrlich oft unterwegs. Mit ganzen 3 Bands steht der Holländer mit der markanten Stimme als Fronter auf der Bühne. Nach Asphyx und Hail of Bullets beehrt er uns nun mit seinem neuesten Projekt „Grand Supreme Bloodcourt“. Auch hier nach dem letztwöchigen Auftritt in Schlotheim das zweite Mal für diesen Monat, dass ich eine Band direkt zweimal sehen kann. Auch wenn böse Zungen behaupten, dass GSBC eine billige Asphyx-Kopie ist (zumindest die Besetzung ist in einigen Teilen die Selbe) und auch wenn sich die Sounds aller 3 Band echt verdammt gleichen, so ist bei näherem Hinhören doch noch eine leichte Abweichung zu den ersten Projekten des Udeners zu erkennen. Was unverändert für Gänsehaut sorgt, ist die rauchige Stimme. Unter 1000 ist die sofort zu erkennen – finde ich… Death Metal – Oldschool – Made in Holland, die Fans (und solche, die es noch werden wollen) schwingen die Matten und auch auf der Bühne geht es mächtig zur Sache. DIE Menschenmassen bleiben hier zwar aus, aber diejenigen die anwesend sind, sind mit Feuereifer bei der Sache und sorgen an diesem schwülheißen Nachmittag für vermehrt fliegende Schweißtropfen.

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Grand Supreme Bloodcourt_17-08-2013_06

Nach dem Auftritt von Grand Supreme Bloodcourt bin ich erstmal ans Auto gestiefelt, um einen (Nach)Mittagsimbiss einzunehmen. Gefühlt ist es heute heißer, als an jedem der bisher vergangenen 3 Tage. Gut, dass ich luftige Klamotten und eine ganze Palette Sonnencreme eingepackt habe. Der Wettergott hat es auf jeden Fall gut gemeint mit dem diesjährigen Summer Breeze Open Air.

Zu spät um noch in den Graben zu gehen bin ich daher zum nächsten Zelt-Konzert angekommen. Mit einem ganz besonderen Vorhaben sind die Member von Pro-Pain in diesem Jahr nach Dinkelsbühl gereist. Für den Song „Deathwish“, der auf dem im November erscheinenden neuen Album zu finden sein wird, wird hier im Partyzelt ein Live-Video gedreht. Das sorgt natürlich von Anfang an für eine grandiose Stimmung sowohl auf als auch vor der Bühne. Aber auch die anderen Stücke können sich definitiv sehen bzw. hören lassen. Auf der Bühne herrscht reges Treiben, vor allem Drummer Jonas Sanders drischt auf seine Felle ein, als ob es kein Morgen gäbe. Nicht verloren geht dabei die gekonnte Spielweise, so dass man sich manchmal fragt wie dies unter einen Hut zu bekommen ist.

Sowohl Grave als auch die nachfolgenden Enslaved habe ich in diesem Jahr ebenfalls schon live erleben können, nämlich bei Eiseskälte in Hünxe auf dem Extremefest. Hier in der sommerlichen Hitze von Dinkelsbühl ist das Konzert natürlich definitiv besser auszuhalten als im Mai bei gefühlten Minus 10 Grad. Obwohl eine neue Platte im Gepäck war, wurden überwiegend Klassiker gespielt. Oldschool Death Metal wie er im Buche steht. Genauso habe ich mir das gewünscht. Und auch die Fans sind begeistert, vor allem die älteren Semester sind am Dauer-Bangen. Die vergangenen Tage haben zwar schon ihre Spuren hinterlassen, aber durch die Ansagen von Lindgren wurden die Zuschauer nochmal richtig angestachelt und zu wahren Höchstleistungen animiert.

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Grave_17-08-2013_03

Mit RIITIIR eröffnen Enslaved ihr Set auf der Zeltbühne. Der Titelsong des aktuellen Albums ist der Startschuss für eine 50 minütige Show, die das Herz jedes Liebhabers der Extreme höher schlagen lässt. Die Mischung aus Klargesang (Ivar, auch Keyboards) und krächzenden tiefen Tönen (Grutle, auch Bass) ist abwechslungsreich und interessant anzuhören. Für mich eigentlich ein bisschen zu langsam (das hatte ich auf dem Extremefest schon festgestellt), aber die Leistung, die die 5 Norweger hier auf die Bühne bringen ist alles andere als schwach. Man hat es auch nicht leicht, am letzten Tag, eine Stunde vor dem Header…. Aber das Zelt ist brechend voll, und nach meinen 3 Songs im Graben kann ich mich nur noch schwer durch die Menge wühlen, um aus dem hinteren Teil noch ein paar brauchbare Bilder zu machen. Der große Circle bleibt hier aus, aber überall sieht man lange Haare kreisen und Fans, die den Auftritt sichtlich genießen. Dazu eine Band, die auf der Bühne ein wirklich gutes Bild abgibt :-) Eine super Leistung zu dieser doch recht schwierigen Spielzeit…

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Enslaved_17-08-2013_35

Der Headliner des letzten Festival-Tages tritt in Form von In Flames auf der Mainstage auf. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich überhaupt keine Ahnung hatte, was auf mich zukommt. In die älteren Platten hatte ich ja schonmal reingehört, aber das neue Material dieser Band ist mir völligst unbekannt. Den Wortmeldungen zu Folge, die ich in den letzten Tagen gehört hatte, soll sich die Band vom guten alten Death-Metal in Richtung Mainstream bewegt haben, was ich persönlich sehr schade fände, von daher war ich sehr gespannt, was uns nun auf der Mainstage präsentiert werden würde. Und fast ganz Dinkelsbühl, so scheint es, hat sich vor der großen Bühne versammelt. Es gibt kaum ein Durchkommen zu einem Platz, an dem ich wenigstens über die Leinwand etwas sehen könnte. So muss ich mich vollends auf den Ton konzentrieren. Und schon während dem ersten Song „Sounds of a Playground Fading“ merke ich, das ist nicht mehr mein Stil. Viel zu poppig aufgemacht, auch die älteren Songs wurden nochmal remastered, und auf das neue, überwiegend junge Publikum zugeschnitten. Die alten Sachen gefallen mir definitiv besser. 3 Songs habe ich mir angehört bis ich für mich entschieden habe, den Rückweg anzutreten. Was ich in dieser Zeit noch mitbekommen habe war, das unendlich viele Crowd-Surfer unterwegs waren. Und auch der kurze Blick, den ich auf die Leinwand erhaschen konnte, zeigte mir eine tolle Lichtshow sowie einen riesigen Pit vor der Bühne. Ich schätze, dass einige der dort Anwesenden ganz bestimmt schon seit Mittags dort verharrt haben, um bei diesem Konzert ganz vorne mit dabei zu sein. Vom Parkplatz aus haben wir noch ein, zwei Songs aus der Ferne angehört, und konnten einen Teil der wirklich großartigen Licht-Show sehen, die sowohl der Band auf der Bühne als auch den Fans in den ersten Reihen gut eingeheizt haben dürfte. Den Abschluss der Show bildete ein Feuerwerk, welches ich persönlich aber nur noch auf den veröffentlichten Bildern gesehen habe. Trotzdem muss ich sagen, dass die Songs die ich gehört habe, vom Technischen her einwandfrei gespielt wurden. Laute „In Flames“-Chöre waren bereits vor Anfang der Show zu hören und der Großteil der hier Anwesenden hat das Konzert auf jeden Fall mit allen Sinnen genossen.

 

Fazit:

Das Summer Breeze ist eines der größeren Festivals. Wenn auch nicht ganz so frequentiert wie Wacken, muss es sich vor dem großen Bruder wahrlich nicht verstecken. Für 92 Euro bekommt man jede Menge guter Bands geboten, und vor allem für meinen Geschmack war das Lineup top aufgestellt. Leider mussten Benediciton absagen und Fleshgod Apocalypse konnten Ihre Zusage auch nicht halten, diese beiden hätte ich mir auch gerne noch angeschaut.

Das für solch ein großes Festival viele Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen, ist klar. So ließ es sich nicht immer vermeiden, dass die Einlasskontrollen etwas strenger durchgeführt wurden. Aber großartige Auseinandersetzungen sind mir auch hier an diesem Wochenende nicht aufgefallen.

Das Areal ist echt riesig, und wer einen Zeltplatz ganz fernab vom Geschehen erwischt hatte, musste echt super weit laufen, um auf’s Gelände zu gelangen. Da hatte ich mit meinem VIP-Parkplatz schon einen echten Vorteil, denn ich brauchte gerade mal 5 Minuten, um von der Mainstage aus mein Auto zu erreichen.

Die Beschilderung der Parkplätze und die Wegweiser, die in Dinkelsbühl selber aufgestellt waren haben selbst mich „Orientierungs-Ass“ gut an das Ziel gebracht. Die Security-Mitarbeiter, mit denen ich Kontakt hatte waren durch die Bank weg echt freundlich und zuvorkommend.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich nochmal alleine auf dieses Riesen Festival fahren würde. Man geht doch ziemlich schnell unter in der Masse der Leute. Aber das Lineup, welches für 2014 bereits bestätigt ist, klingt echt super, so dass zumindest die Überlegung im Raum steht, einen Teil meines Urlaubes wieder in Dinkelsbühl zu verbringen.

Zum Schluss nochmal ein dickes Dankeschön an alle Bands, die ich in den vergangenen 4 Tagen erleben durfte. Ganz besonders an meine persönlichen Highlights Stormborn, May the Silence Fail, Deserted Fear, Vader, Exodus, Soilwork, Letzte Instanz, Neaera, Rotten Sound, Der Weg einer Freiheit, Walls of Jericho, Anthrax, Finntroll, Cliteater, Dr. Living Dead, Pro-Pain, Grave und Enslaved, an Silverdust für die Ausrichtung und den reibungslosen Ablauf vor allem auch was den Zeitplan angeht, der bis auf ein, zwei Ausnahmen eigentlich keine Verzögerung zugelassen hat.

Wir sehen uns wieder – in 2014 :-D

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