Livereview und Bilder – Summerbreeze Open Air 2014 – Tag 1

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Summerbreeze Open Air 2014 – Tag 1 – 13.08.2014

summer breeze

Nach einer verdammt kurzen Nacht (wieso um alles in der Welt steht man mitten in der Woche Nachts um 12 in Köln im Stau…??) gings Mittwochs morgens mit prall gefülltem Kofferraum in den Süden Richtung Dinkelsbühl.

Ich musste im Vorfeld mit Händen und Füßen kämpfen, dass ich meine Kamera mitnehmen durfte, aber dank David G. hat’s dann kurz vor knapp geklappt. Vielen Dank dafür schonmal an dieser Stelle.

Dickes Danke auch an Kai von Parasite Inc., der über’s Wochenende ein Auge darauf hatte, dass ich nicht geklaut werde, an die Jungs von Lay Down Rotten, die es geschafft haben dass ich nachts um drei noch glockenhell wach war und an alle, die mir sonst noch über den Weg gelaufen sind. Grüße auch an alle diejenigen, von denen ich wusste dass sie vor Ort sind, die ich aber dennoch nicht getroffen habe… Großes Gelände plus null mobilen Empfang rächt sich irgendwann. Zumindest dann, wenn man nur per Facebook verbunden ist…

In Dinkelsbühl angekommen wird die vom Vortag noch angeheizte Stimmung zunächst ein bisschen gedämpft – pünktlich zu Festivalbeginn öffnen sich die Himmelsschleusen und es gibt erstmal kühles Nass nicht nur im Bierbecher, sondern auch von oben…. Macht aber nix, das erste Konzert ist eh im Zelt und da ist’s (noch) trocken…

Die Jungspunde von Lost Society eröffnen als erste „offizielle“ Band das diesjährige Summerbreeze, und nach diesem Auftritt sind die ersten Fans schon völlig bedient. Im positiven Sinne. Was die Finnen da wieder auf die Bretter zaubern, dass lässt sich kaum beschreiben, dass muss man selbst erlebt haben. Schon eine halbe Stunde vor Beginn des Konzertes warten unzählige Fans im Zelt auf den Start des Gigs. War ich schon letzte Woche nach dem Party.San-Auftritt schwer begeistert, legen die Jungs heute nochmal eine Schippe obenauf und verwandeln die anwesenden Fans in eine Wand aus fliegenden Haaren und Powerfäusten. Die vier Jungs aus Jyväskylä springen wie die Flummis auf der Bühne herum, Sänger Samy fordert mehrfach dazu auf „totally crazy“ zu werden und er möchte den größten Moshpit ever sehen. Auch heute bedanken sich die Jungs artig bei den anwesenden Fans, bedauern dass sie heute schon wieder gen Heimat fliegen müssen. Sie werden aber die Festivalzeit 2014 in guter Erinnerung behalten. Erstes Konzert – Erster Abriss für heute. Wenn das so knallhart weitergeht, dann dürften die ersten Fans den morgigen Tag mit massiven Nackenschmerzen starten.

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Pünktlich zum ersten Konzert auf der Camel-Stage öffnet der Himmel erneut seine Pforten, und es wird wieder nass von oben. Den Jungs, die gerade die Camel-Stage entern, macht das aber Null aus. Melodischer Hardcore, mit tiefen Growls und Klargesang, das sind Tenside aus München. Trotz des Regens sind eine ganze Menge Zuschauer vor der Stage stehen geblieben, um sich das Konzert der Jungs anzuschauen. Sänger Daniel bedankt sich im Namen der Band für das Interesse und den Support, und lobt das Durchhaltevermögen der (bis auf die Knochen durchnässten) Fans. Die Münchener reißen das Publikum direkt mit, und im Moshpit ist dann auch der Regen ziemlich bald vergessen. Bei Kälte hilft nur warmtanzen, und die Vier liefern den Soundtrack dazu. Mit vorwiegend Material vom neuen Album NOVA begeistern sie die anwesenden Fans. Wer die Jungs auch mal Live sehen möchte, hat ziemlich bald die Gelegenheit dazu, denn Daniel kündigt eine bevorstehende Tour im September/Oktober an.

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Tenside_13-08-2014_04

 

Wir sind Carnal Ghoul – und wir spielen Death Metal. Das Motto der Koblenz / Marburger Combo wird auf der Camel Stage direkt in die Tat umgesetzt. Die Band, die von vielen Fans schon sehnsüchtig erwartet wird, startet zwar mit Technik-Problemen aber dennoch stark in das halbstündige Metal-Inferno. Trotz des wirklich unterirdischen Sounds legen die Jungs eine beachtlich saubere Show auf die Bretter. Von kreisenden Nacken über Pommesgabeln bis hin zum größten Moshpit vor der Camel-Stage ist hier alles dabei. Die „kräftigste Band Deutschlands“ prügelt in den 30 Minuten alles raus was geht, gönnt sich keine Pause und viel zu schnell ist das Konzert Geschichte.

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Carnal Ghoul_13-08-2014_03

 

Wer auf Speedmetal steht, der ist jetzt im Zelt gut aufgehoben. Enforcer aus Schweden kommen auf die Bühne, und haben die Meute direkt voll im Griff. Spielfreude pur, fast so genial wie die Kollegen von Lost Society am Nachmittag. Viele Headbanger haben sich in den ersten Reihen aufgebaut. Und am Mitgrölen der Texte merkt man, dass doch einige die Band sehr zu schätzen wissen. Hier wird von Beginn an eine riesige Party gefeiert, die Jungs wirbeln über die Bühne ohne wenn und aber, und der Bühnenrand bildet kein Hinderniss sondern wird gekonnt ignoriert und so mancher Ausflug in den Fotograben unternommen. Sänger Olof treibt das Publikum zu wahren Höchstleistungen an, die Haare wehen, der Schweiß fließt bald in Strömen. Genauso und nicht anders muss das bei Enforcer aussehen. Kompliment meine Herren, das war spitze.

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Enforcer_13-08-2014_11

 

Wer im Anschluss dachte, er könnte die Sonnenstrahlen vor der Camel-Stage mal so richtig auskosten, der hatte sich gewaltig geschnitten. Über der Camel-Stage braute sich ein Death-Metal-Gewitter der Extraklasse zusammen, das den Platz vor der Bühne (der vom vorherigen Regen noch durchweicht war) in eine Schlammschlacht verwandelte. Die aktivsten Fans des heutigen Tages findet man bei Bodyfarm. Die Niederländer hauen raus, was in 30 Minuten Spielzeit reinzuquetschen ist. Durch die Motivationsrufe von Sänger Thomas angestachelt, gibt es akrobatische Einlagen noch und nöcher, Salti, Roundhouse-Kicks und Flugrollen kann man hier beobachten. Als Thomas dann auch noch zur Wall of Death aufruft, lassen sich die Fans nicht zweimal bitten, und duellieren sich unter heftigem Drumgewitter im Schlamm vor der kleinen Bühne. Die Band hat die Fans fest im Griff. Zwar sind hier Soundprobleme an der Tagesordnung, die Combo aus Amersfoort macht jedoch das Beste daraus und lässt sich nicht unterkriegen von zu leisen Gitarren und stellenweise fehlenden Vocals. Ein wirklich starker Auftritt einer sympatischen Band, die man unbedingt mal Live gesehen haben sollte.

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Bodyfarm_13-08-2014_23

 

Eigentlich bin ich ja nur zur T-Stage gestiefelt, um mir ein bisschen die Wartezeit auf die nächste Band meiner persönlichen Running-Order zu vertreiben. Geblieben bin ich dann wegen den Blues Pills. Eigentlich ist der Stil ja überhaupt nicht meins, aber vor allem die sympatische Show der Schweden hält mich als Zuschauer gefesselt. Das Zelt ist bis auf den letzten Platz gefüllt, die Band sichtlich erfreut und auch gerührt, dass so viele Fans gekommen sind, um dem Blues-Rock der vier jungen Musiker zu lauschen. Das wohl best besuchteste Konzert des heutigen Tages würde ich mal behaupten. Die ersten Stagediver sind hier zu sehen, lassen sich nach vorne tragen um ihren Idolen ganz nahe sein zu können. Stark am Mikro: Sängerin Elin mit kräftiger Stimme sorgt für so manchen Schauer auf dem Rücken. Mit der wohl einzigen Zugabe des kompletten Festivals beenden die BluesPills das Konzert. Mit einem Meer aus leuchtenden Feuerzeugen verklingen die letzten Takte von „Time is Now“ und die Combo hinterlässt die Fans mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht.

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Blues Pills_13-08-2014_21

 

Mit Hamferð wird es jetzt ein bisschen ruhig und melancholisch auf der Camel Stage. Den weiten Weg von den Faröer Inseln haben die Jungs auf sich genommen, um hier auf dem Summerbreeze zu zeigen, was in ihnen und in der Musik steckt. Die Sechs Musiker – die übrigens alle im Anzug auf der Bühne stehen – spielen einen technisch hervorragenden Death-Doom, der doch eine grosse Masse an Zuschauern vor die kleine Bühne lockt. Weniger zum Tanzen animiert die Musik der Combo, mehr zum Zuhören und auf sich wirken lassen. Der Mix aus Growls und Klargesang, der von Sänger Jón glasklar präsentiert wird, unterstreicht wirkungsvoll die instrumentale Seite der Songs. Leider gibt’s am Anfang ein paar technische Probleme mit dem Mikrofon, so dass der Gesang stellenweise leider garnicht zu hören ist. Die Band erntet viel Applaus am Ende des Sets, und der weite Anreiseweg hat sich für die Jungs jetzt schon gelohnt. Es hat sich bestimmt mehr als ein neuer Fan gefunden bei dem starken Auftritt.

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Hamferd_13-08-2014_10

 

Mir scheint, als sind in diesem Jahr noch mehr Bands gleichzeitig auf dem Party.San und dem Summerbreeze vertreten, als es 2013 der Fall war. Mit Grand Magus steht wieder eine Combo auf der Bühne, die ich letzte Woche in Schlotheim schon einmal sehen durfte. Und auch hier hat es sich wieder gelohnt das Konzert anzuschauen. Genauso stark, genauso präsent zeigen sich die drei Jungs aus Stockholm auf der T-Stage. Im Dämmerlicht wirkt die Show sogar noch um einiges besser. Von Beginn an herrscht Partystimmung im Zelt, und die Band braucht nicht viel zu tun, um die Fans zum Kreisen der Köpfe zu animieren. Mit Sprechchören wird die Combo auf die Bühne gerufen, mit minutenlangem Applaus werden die Jungs wieder verabschiedet. Dass jeder Song aus vollem Herzen mitgesungen wird, muss man hier nicht mehr extra erwähnen. Der Heavy Metal der Schweden hat die Feierlaune im Zelt angestachelt, mit vielen grinsenden Gesichtern geht das Konzert nach 60 Minuten (gefühlt: 10….) zu Ende.

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Grand Magus_13-08-2014_21

 

Mit Unleashed steht eine Band auf der T-Stage, die von den vielen Fans bereits sehnsüchtig erwartet wird. Die Jungs aus Stockholm, die übrigens hier auf dem Summerbreeze eine Special-Show zum 25-jährigen Bandjubiläum spielen, hauen die größten Hits ihrer Bandgeschichte raus. „Wir kapitulieren niemals“ – „To Asgard we Fly“ – „Fimbulwinter“ – um nur einige zu nennen – sorgen für fleißig kreisende Nacken, Gegröle aus den Zuschauerreihen und reichlich fließendes Bier um der Band zuzuprosten. Die Kommunikation mit den Fans einwandfrei, die Show gewohnt stark, die Band präsent auf der Bühne…. Hier wird Death Metal vom feinsten geboten. Die Fans bekommen kaum eine Pause zum Verschnaufen. Crowdsurfer wohin das Auge reicht und ein Zelt, das eine riesige Party feiert. Meine Herren, so möchte ich das auch die nächsten 25 Jahre sehen 😀

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Unleashed_13-08-2014_21

 

Die letzte Amtshandlung für mich für heute ist der Besuch im Zelt bei Decapitated. Obwohl es schon recht spät ist, sind trotzdem eine ganze Horde Fans ins Zelt gekommen, um sich von der Band in den wohlverdienten Feierabend schicken zu lassen. Und das lange Wachbleiben hat sich definitiv gelohnt. Man, war das ein Abriss. Sänger Rafal flitzt wie ein Flummi über die Bühne, lässt die Rastas kreisen, steht keine Sekunde still. Die Jungs aus Polen, die vor drei Jahren bereits auf dem Summerbreeze zu Gast waren, haben eine große Fangemeinde vor der Bühne. Textsicher wird jeder Song mitgegrölt, die Nacken stehen auf Dauerkreisen und die Crowdsurfer sind fast nicht zu zählen. Zudem bildet sich schon nach kurzer Zeit ein fetter Moshpit, der bis zum Ende des Konzertes bestehen bleibt. Ein starker Auftritt der vier Jungs aus Krosno. Genauso hatte ich mir das vorgestellt. Daumen hoch dafür.

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Decapitated_13-08-2014_22

 

Im Gegensatz zu 2013 ist heute schon klar, dass dieses Festival auf jeden Fall an Größe gewonnen hat. Trotz schlechtem Wetter sind irre viele Fans jetzt schon in totaler Feierlaune, die Bands wurden allesamt hoch gefeiert und zu dem klasse Lineup dass schon heute den Festivalacker fast dem Boden gleich gemacht hat, muss man nichts weiter sagen….

Ich freue mich zumindest schon jetzt auf die folgenden 3 Festival-Tage…

HIER geht’s weiter mit Tag 2…

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