Livereview und Bilder – Summerbreeze Open Air 2014 – Tag 3

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Summer Breeze Open Air 2014 – Tag 3 – 15.08.2014

summer breeze

Schon vor dem ersten Ton, mit dem Deadlock am Freitag das Konzert eröffnen, kann man sehen, dass die Band heute mit einem Mitglied mehr auf der Bühne steht. Und das wird nach Song Nr. 1 von Sänger John bestätigt, der Sabine (Clear Vocs) bei den Händen greift und der Festival-Meute die Gute Nachricht nochmals persönlich überbringt. „Wir bekommen ein Baby“ 😀 Die zweite super Nachricht für heute ist das Release der neuen Silberscheibe „The Re-Arrival“ die just am heutigen Tag – Zufall oder Nicht – veröffentlicht wird. Die Band aus Jena / Berlin / Regensburg hat eine riesige Fan-Schaar vor der Painstage versammelt, die allesamt super mitmachen. Klatschende Hände, kreisende Haare wohin das Auge reicht. Und als Sabine während dem Song Renegade zum Crowdsurfen aufruft, lassen sich das richtig viele nicht zweimal sagen. So kann man innerhalb kürzester Zeit um die 50 auf Händen schwebende Deadlock-Fans sehen.

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Omnium Gatherum sind die erste Überraschung für mich am heutigen Tag. Die Jungs aus Finnland haben einen Mix aus schnellem Death Metal und ruhigem Progressive dabei, der mir richtig gut gefällt. Die Band arbeitet super mit dem Publikum, die Ansagen persönlich und zahlreich, die Fans grölen von der ersten Sekunde an laut mit und fressen den Jungs schon nach kurzer Zeit aus der Hand. Musikalisch sehr hochwertige Stücke werden hier präsentiert, und das sorgt direkt mal für den ersten Abriss im super besuchten Zelt. Da steckt eine Menge Energie in der Musik, und auch ich lasse mich von der Combo anstecken und schaue mir den Auftritt bis zum Schlus an. Ein super Konzert, das echt Spaß gemacht hat. Diese Band ist definitiv hörens- und auch sehenswert.

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Als ich Wound zum ersten Mal gesehen habe, hatte ich mit Fotografie noch lange nichts am Hut. Damals waren die Jungs in Koblenz als Vorgruppe von Asphyx engagiert und haben zu dieser Zeit den Florinsmarkt schon in Schutt und Asche gelegt. Und auch die Camel-Stage auf dem diesjährigen Summer Breeze wird das selbe „Schicksal“ ereilen, das ist schon nach den ersten gespielten Tönen klar. Trotz einem ziemlich bescheidenen Monitor-Sound legen die Jungs eine Super Show aufs Parkett. Death Metal der alten Schule dröhnt aus den Boxen. Mit viel Material aus den bisher erschienenen Silberlingen begeistert die Combo aus Wiesbaden die zahlreich angereisten Fans. Hier wird ein solches Brett abgeliefert, dass auch der ein oder andere vorbeilaufende Festivalbesucher anhält, um sich das Konzert anzuschauen. Alle Fünf zeigen sich sehr präsent auf der Bühne, nehmen die Fans für sich ein und ernten am Ende der Show eine Menge wohlverdienten Applaus. Das war ne Super Show Jungs – Vielen Dank dafür. Haltet auf jeden Fall auch mal die Augen offen wenn es bald heißt „Release der Split mit Obscure Infinity“ – Die Release-Show wird sicherlich ein ebensolcher Kracher werden…

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Darum, dass ich hier Wolfheart sehen kann, hat mich schon so manch ein Facebook-Freund beneidet. Und ich muss sagen – zu Recht. Was diese Band auf die Bühne bringt ist Energie pur. Fronter Tuomas Saukkonen, der sich zur Zeit ausschließlich auf dieses Bandprojekt konzentriert, bringt mit seinen Kollegen ein echtes Brett auf die T-Stage. Dass hier viele Fans der Band anwesend sind, kann man nicht nur an den wedelnden Finnland-Fähnchen sehen. Haare kreisen, Songtexte werden mitgesungen und das Publikum rastet schier aus, als ein brandneuer Song angesagt wird, den es so noch nicht zu hören gegeben hat. Weltpremiere sozusagen, hier auf dem Summerbreeze. Zwischen den Songs bleibt nicht viel Zeit für Ansagen. Lediglich das schon fast obligatorische Sound-Problem wird mit ein paar Sprüchen überbrückt. Ansonsten lassen die Jungs aus Lahti die Musik für sich sprechen. Zusätzlich zur Song-Premiere werden zudem Teile des nächsten Musik-Videos live mitgeschnitten. Vielleicht kann sich der ein oder andere Fan aus den vorderen Reihen bald im offiziellen Video-Clip wieder finden. Ein richtiger Geheimtipp, wenn Ihr die Chance habt, schaut Euch die Jungs unbedingt mal live an….

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Wolfheart_15-08-2014_29

 

Anders als der Name es vermuten lässt (ich hätte jetzt eher auf eine Art Black-Metal getippt) spielen Malrun einen Mix aus Heavy Metal und Hardcore. Die Dänen haben sich gut sichtbar auf Podesten aufgestellt und sind bereits von Weitem zu sehen. Und auch zu hören, denn die Combo macht lautstark auf sich aufmerksam. Sänger Nicklas, der mit starkem Organ die Vocs ins Mikro brüllt, bildet sozusagen den Haupt-Augenmerk auf der Bühne. Wie ein Hühne erscheint der (1,90 m) große Mann. Man merkt der Band an, das sie richtig Bock haben hier zu spielen, das überträgt sich auf das Publikum und endet in Zugabe-Rufen zum Ende der Show. Leider wird diese auch hier nicht gewährt (obwohl noch ein paar Minuten Zeit übrig gewesen wären). Einer meiner Geheimtipps für heute…

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Malrun_15-08-2014_44

 

Ignite habe ich auf dem Mair1 schonmal gesehen, und obwohl es nicht so ganz meine Richtung ist fand ich die Jungs dort ziemlich gut. Darum lasse ich es mir nicht nehmen, die Band auch in Dinkelsbühl noch in meine persönliche Running Order zu packen. Und ich werde nicht enttäuscht. Die Lacher auf seiner Seite hat von Beginn an Sänger Zoltán, der direkt mal Scherze über den guten deutschen Sommer macht: „Der Vorteil heute ist, es bekommt niemand einen Sonnenbrand“. Auch hier sind viele Fans der Band anwesend. Die eher rockigen Songs werden aus vielen Kehlen mitgesungen, ein Meer aus Fäusten wogt vor der Painstage und zum Schluss wird sogar das ein- oder andere Feuerzeug ausgepackt. Mit brandneuem Songmaterial begeistern die Kalifornier ihre Fans, die schon sehnsüchtig auf eine neue Veröffentlichung warten. Eine starke Show – nichts anderes habe ich erwartet. Ziemlich schnell geht die Spielzeit vorrüber und auch wenn die lauthals geforderte Zugabe hier nicht gegeben wird, gehen die Fans der Combo doch im Anschluss ziemlich happy ihres Weges.

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Nachdem Ex-Frontfrau Alissa nun die Bühne mit den Kollegen von Arch Enemy teilt, mussten die Jung von The Agonist sich eine neue Frontfrau suchen. Gefunden haben sie die in der quirligen Vicky Psarakis. Mit neuer Besetzung also steht die Combo auf der T-Stage im Partyzelt. Dass es draußen gerade in Strömen regnet kommt der Band natürlich sehr zu Gute, denn außer den eh schon zahlreich anwesenden Fans kommen zusätzlich diejenigen ins Zelt gestürmt, die dem kalten Nass von oben entfliehen wollen. Die fünfköpfige Band aus Montreal hat zusätzlich zu den bereits bekannten Stücken neues Songmaterial im Gepäck, das hier in Dinkelsbühl vorgestellt wird. Dabei liegen alle Augen vor allem auf Fronterin Vicky, die wohl oder übel Vergleiche mit der Vorgängerin über sich ergehen lassen muss. Die Band liefert von Anfang an eine gute Show ab, es gibt viel Bewegung auf der Bühne. Vicky ist immer ganz vorne am Bühnenrand zu finden als wollte sie sagen „schaut her, jetzt bin ICH da“, und auch die Kollegen an den Saiteninstrumbenten legen einige Kilometer Wegstrecke zurück. Das Publikum wird von Song zu Song aktiver, schon bald sind die ersten Crowd-Surfer zu sehen, die Songs werden aus vollem Herzen mitgegrölt und einige anwesende dürften am nächsten Tag mit Nackenschmerzen aufgewacht sein. Zurückhaltend sind die Kanadier nur, was die Ansagen zwischen den Songs betrifft. Hier gibt es kaum ein persönliches Wort an die Fans was ziemlich schade ist. Die Fans sollten sich schonmal den 10.11. dick im Kalender anstreichen, denn an diesem Tag erscheint das neue Album der Combo…

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The Agonist_15-08-2014_12

 

Nach dem starken Auftritt von The Agonist hat es inzwischen aufgehört zu regnen. So kann man sich ohne Bedenken wieder aus dem Zelt auf die Freifläche vor der Camel-Stage wagen. Hier starten Annisokay als eine der Überraschungen des heutigen Tages pünktlich in ihr mitgebrachtes Set. Mit dabei ist natürlich das Post-Hardcore-Cover von „Wrecking Ball“, das sonst den Miley Cyrus-Fans über die Lippen kommt (und hier trotzdem von fast jedem Anwesenden mitgesungen werden kann). Was die Jungs in der halben Stunde abziehen hätte ohne Probleme auch auf die T-Stage gepasst. Ich sehe Crowdsurfer ohne Ende, eine feiernde Menge. Wall of Death und Circle Pit. Wahnsinn, da bekommste den Mund nicht mehr zu…. Für mich eines der besten Konzerte des Tages.

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Nach dem letztjährigen Party.San-Auftritt von Carcass (an den für mich nichtmal der Header Venom rankam) hatte ich grosse Erwartungen in dieses Konzert gesetzt. Ziemlich überrascht bin ich schon zu Beginn des Konzertes, denn es sind nicht so viele Zuschauer anwesend wie ich erwartet habe. Bequem kann man noch in die ersten Reihen gelangen. Wobei sich das im Laufe der Stunde noch ändert. Auch diese Band verzichtet auf großes Bühnenequipment und bringt statt dessen lieber eine extra Portion des britischen Death Metals mit auf die Painstage. Mit viel Material des aktuellen Albums „Surgical Steel“ aber auch älteren Krachern wie „Buried Dreams“ und „Exhume to Consume“ wissen die Liverpooler die Fans für sich einzunehmen. Die üblichen Headbanger und Crowdwurfer sind natürlich anwesend, gekrönt wird die Feierlaune der Fans durch eine riesige Wall of Death. Alles in allem doch ein super Auftritt, auch wenn der für mich nicht an den letztjährigen herangekommen ist.

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Ein Pflichtbesuch war das Maroon-Konzert auf der T-Stage. Die Band hatte im Vorfeld bereits angekündigt, dass dies der letzte Live-Auftritt sein würde – das kann man sich natürlich nicht entgehen lassen. Irgendwie habe ich eh ein Händchen für „letzte Konzerte“… Da darf das in der Reihe nicht fehlen. Es sind super viele Fans gekommen, die alle nochmal ordentlich mit der Band abfeiern. Hier wird aber auch ein echtes Brett abgeliefert, alter Schwede. Eine riesige Anzahl an Crowdsurfern lässt sich bereits von Beginn an über die Köpfe der Zuschauer nach vorne tragen, da wird gebangt – gemosht – getanzt. Sänger Andre bedankt sich überschwenglich bei allen, die in den letzten Jahren mit der Band durch Dick und Dünn gegangen sind. Familien – Freunde – Fans – Plattenfirma… Mit Absicht wird hier auf Bühnendeko und Pyrotechnik verzichtet. Die Combo aus Nordhausen möchte zum Schluss noch einmal ausschließlich die Musik sprechen lassen. Ziemlich ergreifend wird die Ansage für den letzten Song des Konzertes – Wake up in Hell. „Wir widmen diesen Song Michael Trengert – Und ich sage Euch, hier wird nicht geflennt“. Wobei Sänger Andre zum Schluss hin trotzdem das ein oder andere Tränchen nicht verkneifen kann. Ein starkes Abschlusskonzert der Thüringer.

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Mit dem Mainstage-Headliner von heute haben die Veranstalter des Summer Breeze ein gutes Händchen bewiesen. Machine Head – allein der Name lässt großes erwarten. Mit einer Menge Pyrotechnik und einem imposanten Bühnenbild ziehen die Kalifornier schon vor Beginn der Show die Augen auf sich. Als die Band dann auf der Bühne aufläuft, kennen die Fans kein Halten mehr. Die Nacken sind hier auf Dauerbangen gestellt, und die Security bekommt alle Hände voll zu tun, um der vielen Crowdsurfer Herr zu werden. Dazu gibt’s einen Thrash Metal auf die Ohren, der sich gewaschen hat. Von Beginn an grölt das Publikum mit, und diejenigen, die nicht im Dauer-Pit unterwegs sind, lassen fleissig die Haare kreisen. Die Jungs auf der Bühne liefern ein echtes Brett ab und die Fans feiern die Combo aus Oakland. Da stört auch der kurzzeitig einsetzende Regen kein bisschen. Die phänomenale Feuer-Show, mit der die Songs untermalt werden, tut ihr übriges, um dieses Konzert zu etwas ganz Großem werden zu lassen. Besonderer Höhepunkt der Show ist der Gast-Auftritt von Ignite-Sänger Zoltán Téglás, mit dem Machine-Head ein Medley aus “Darkest Days“ und “Bleeding“ zum Besten geben. Viel zu schnell vergehen die 90 Minuten und mit einem Regen aus Flitter, Feuer und Nebel geht das großartige Konzert heute zu Ende.

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Wenn eine Band Nachts um halb zwei noch Publikum anzieht, dann ist das auf jeden Fall Lay Down Rotten. Die Herborner legen um diese späte Stunde die Camel-Stage nochmal in Schutt und Asche. Eine halbe Stunde Death Metal als Betthupferl – Dieses Angebot wird von echt vielen Fans genutzt. Der Platz vor der kleinen Bühne ist gut gefüllt als die fünf auf der Bühne auflaufen und direkt stark mit Cassandras Haunting in das 30 minütige Set starten. Gewohnt bewegungsfreudig spielt sich die sympatische Band durch die ausgewählten Stücke, die hauptsächlich vom aktuellen Album „Deathspell Carthasis“ stammen. Die Jungs haben einige Fans mitgebracht, die den Nacken auf Dauerbangen gestellt haben, Powerfäuste werden in den Himmel gestreckt und die Songs lauthals mitgegrölt. Nach 5 Songs ist leider schon Schluss und die Fans werden in den wohlverdienten Feierabend geschickt.

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Ich muss zugeben, heute war’s echt anstrengend. Am Ende des Tages wollte ich nur noch eins – nach Hause, ausruhen… Aber ich habe wieder jede Menge gute Bands gesehen, die entschädigen für die Anstrengung der vergangenen Stunden.

Ich bin nun gespannt, was der morgige Tag noch für Überraschungen bereit hält.

 

HIER geht’s weiter mit Tag 4…

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