Livereview und Bilder – Trip to Purgatory in der Kreativfabrik Wiesbaden – 21.03.2014

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Trip to Purgatory in der Kreativfabrik Wiesbaden
21.03.2014

 

Trip to Purgatory_21-03-2014

 

Spontaner geht’s kaum – Es sei denn, die Einladung kommt am selben Tag, an dem auch das Konzert ist. Donnerstags Nachmittags habe ich von dem Event erfahren, das Freitags stattfinden sollte und habe kurzentschlossen zugesagt. Natürlich nicht, ohne vorher um Fotoerlaubnis zu fragen 😀

Die Kreativfabrik liegt gegenüber vom Schlachthof (ich wusste, der Straßenname kommt mir bekannt vor *ggg*) also kannte ich den Weg ja schon. Was ich allerdings völlig verpeilt hatte war, dass zur gleichen Zeit Five Finger Death Punch im Schlachthof spielen, also war Parkplatztechnisch erstmal Suchen angesagt. Und hoffen, dass mein Auto am Ende auch noch da steht, wo ich es abgestellt hatte – aber bisher habe ich ja immer Glück gehabt 😀

Einlass war für Acht Uhr angesetzt, schlussendlich angekommen bin ich etwa eine halbe Stunde später. Macht aber nix, denn der Show-Beginn ist eh erst um neun, von daher ist alles im grünen Bereich.

Wir haben heute vier Bands im Programm, mit 4 unterschiedlichen Stilrichtungen, da ist für jeden was dabei. Deathmetal – Metalcore – Melodic Metal – Progressive (wobei ich bei letzerem fürchte, das es wieder ein bißchen zuuuu ruhig für meinen Geschmack ist – wir werden sehen).

Den Anfang machen Sophicide. Im Jahr 2009 hat sich Buffet of Fate-Member „Party Jesus“ gedacht, dass er außerhalb der Party-Mucke auch mal ein bisschen härteren Metal spielen möchte. So entstand die Band, zunächst als 1-Mann-Projekt. Das die Musik mit Spaß-Metal nichts mehr am Hut hat, das war nach den ersten Takten schon klar. Direkt zu Beginn werden wir erstmal näher an die Bühne gebeten, und es folgen tatsächlich alle der Bitte von Adam (Voc). Er kann uns sonst nicht sehen, meint er. Obwohl hier lange Haare (zumindest auf der Bühne) in der Minderheit sind, wird von Anfang an ordentlich mit den Köpfen gewackelt, sowohl auf als auch vor der Bühne. Die Zuschauerzahl für den Opener erstaunlich hoch (ich schätze mal 80). Es wechseln schnelle Gitarrenriffs mit langsamen Partien ab, die Musik lädt ein sowohl zum Bangen als auch zum Mithüpfen. Erstaunlich wach präsentiert sich hier das Publikum, auch der Soundmensch hat seine Hausaufgaben gemacht und das Konzert wird in einwandfreier Soundqualität präsentiert. Ein wenig schade fand ich, dass wir nur 5 Songs der Jungs dargeboten bekamen, es hätten gerne ein paar mehr sein dürfen 😀 Einwandfreier Start trotzdem… So kanns weiter gehen.

Setlist:

Atrocity
Darkness
Execration
Dawn
Freedom

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Sophicide_21-03-2014_23

 

Den nächsten Slot füllen die Jungs von I Scream for Ice Cream. Der Name ist ja schon der Kracher ansich, aber mit der Bühnendeko wurde das Eiscreme-Thema fortgesetzt (ich bekomme Hunger….) – sogar das Mikrofon erinnert an eine Eistüte….. mjamjam. Der Umbau dauert ein wenig länger, das Drumset wird komplett umgebaut und auch der Soundcheck wird ziemlich gewissenhaft gemacht. Dafür werden wir aber auch hier mit perfekter Beschallung belohnt. Kein Quietschen – Kein Fiepen…. Eine Wohltat für die Ohren 😀 Die Jungs legen auch direkt los. Ich hab ja in den letzten Monaten doch meinen Gefallen an Hardcore-Konzerten gefunden, und auch heute werde ich nicht enttäuscht. Die Mendiger sind sofort mittendrin, stehen keine Sekunde still auf der Bühne und animieren das komplette Publikum zum mitspringen. Natürlich wird das neue Album „Welcome to Megalon“ kräftig promotet, und was es hier zu hören gibt, ist echt ein näheres Betrachten wert. Tolle Band, tolle (tanzbare) Mukke, mein Geheimtipp Nr. 1 für heute…. Und was freu ich mich, dass ich die Jungs gleich am nächsten Tag auf dem Spank That Pony nochmal sehe… Grandios….

Setlist

Welcome To… (das Intro^^)
Megalon
Girls Like Battleships
Grave Digger Always Was The Best Monstertruck
Bumper Car Guy
Nerdosaurus
Cool Beans
Long Drinks Short Nights

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ISFI_21-03-2014_10

 

Dritte Band – Dritter Stil. Endlich Lange Haare auf der Bühne, das verspricht wieder ein bisschen mehr Metal. All Will Know aus Darmstadt haben Melodischen Deathmetal im Gepäck und reisen heute mit neuem Gitarristen und (relativ) neuem Sänger nach Wiesbaden. Meine Erwartungshaltung ist ziemlich hoch, denn im aktuellen Lineup liest man Namen wie Jan Jansohn (Adorned Brood, ex-Agathodaimon), Felix Walzer (ex-Agathodaimon) und Lukas Stumpf (ex-Dunkelschön). Der Umbau ging hier relativ fix, der Sound brauchte dafür ein bisschen länger, anscheinend gab es Probleme mit den Drums bzw. deren Monitoren. Wann genau die Jungs eigentlich anfangen sollten, ist nirgendwo genau angesagt gewesen, aber ich schätze, dass wir dem eigentlichen Zeitplan ungefähr 20 Minuten hinterherhinken. Ist aber nicht weiter tragisch, die Raucher nutzen die Pause für einen Spaziergang an der frischen Luft, und die übrigen gönnen sich ein kühles blondes (aus der Flasche) vom Getränkestand. Als es dann losgeht, ist der Konzertraum irgendwie fast noch wie leergefegt, aber nach den ersten Klängen habe ich urplötzlich eine ganze Meute wildgewordener Metalheads neben mir stehen die eifrig das Haupthaar schütteln. Die Mischung aus Klargesang und tiefen Growls gefällt mir außerordentlich gut. Sänger Frank hat ja das Erbe zweier Kollegen angetreten, und schafft es, alle Gesangsparts gekonnt unter einen Hut zu bringen. Das dabei noch Zeit bleibt, Scherze mit dem Publikum zu machen, macht die ganze Sache nochmal sympatischer. Auch Gitarrist Julez, der erst seit ein paar Tagen fest zum Lineup gehört, macht seine Sache sehr gut, und fügt sich perfekt ins Team ein. Mein Geheimtipp Nr. zwei, haltet da unbedingt mal ein Auge drauf.

Zum Schluss ist noch zu sagen, dass die Jungs Teil der New Wave of German Metal (NWOGM) und zusammen mit den Kollegen von z. B. Bloodspot, The Last Hangmen, Soulbound und Parasite Inc. die Newcomerbühne auf dem Out & Loud zum Beben bringen werden. Daumen hoch, mir hat’s supergut gefallen.

Setlist

Intro
A Dying Heart
Counting Stars
Towards Deliverance
Feeding the Aftermath
Home
Heliopolis
Deeper into Time
The Weakest Spot

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All Will Know_21-03-2014_09

 

Progressive Metal ist nicht so meine Welt. Dafür hab ich einfach zu viele Hummeln im Hintern. Trotzdem höre ich mir das ab und an für ein paar Minuten ganz gerne an, vor allem wenn die musikalische Leistung so hoch liegt wie bei den Jungs von Unprocessed am heutigen Abend. Schon im Soundcheck wird klar: Manuel (Voc) hat auch seine Gitarre bestens im Griff. Alleine vom Hinsehen wird mir schon schwindelig… Der Umbau hat wieder mehr Zeit in Anspruch genommen, da nochmals das komplette Drumset umgebaut wird. Und so ist es schon recht spät, als das Konzert der Wiesbadener endlich beginnt. Genau gesagt ist es schon weit nach zwölf und ich hundemüde. Aber nichtsdestotrotz, Durchhalten ist jetzt angesagt. Das dachte sich der Rest der Gäste wohl auch, denn trotz der späten Stunde ist der Konzertraum noch immer gut gefüllt und vor allem die ersten Reihen zum Tanzen aufgelegt. Sehr sympatische junge Band, musikalisch einwandfreier Auftritt mit tollem Licht und Sound. Das Publikum wird persönlich angesprochen, man entschuldigt sich für die Verspätung und bedankt sich, dass trotzdem noch so viele anwesend sind. Ein kleines Problem gibt’s während der ersten Songs mit dem Bass, aber dies ist in kurzer Zeit behoben und die Band kann das Konzert ohne weitere große Probleme zu Ende spielen. Wie gesagt, mir ein bißchen zu ruhig, aber dank des musikalischen Könnens bin ich trotzdem bis zum Schluss geblieben. Support the Underground, das muss auch hier erwähnt werden, die Jungs haben’s verdient… Ganz großes Kino zum Abschluss des Abends…

Setlist

Law of Privilege
Scathing Embrace
Theory of Distance
Asthenia
Upon Leaves Falling
Beyond the Apron

Zugabe: Nothing

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Unprocessed_21-03-2014_31

 

Fazit:

Auch heute hat sich meine Spontanität ausgezahlt und ich habe 4 tolle Konzerte sehen können. Es ist zwar super Spät (zu Hause war ich nach halb drei….) aber gelohnt hat es sich auf jeden Fall. Vier neue Bands kennengelernt, und zwei davon sehe ich dieses Jahr auf jeden Fall nochmal wieder, superklasse.

Ein großes Dankeschön auch an dieser Stelle an Buffet of Fate, die das Event ins Leben gerufen haben. Daumen hoch für die Organisation… Macht auf jeden Fall weiter so…!!

 

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Preview:

mit

Technical Death Metal von Sophicide (Hessen, GER) (erste Live-Show in dieser Besetzung)

Disco Bum Bum Core von I Scream for Icecream (Mendig, GER)

Melodic Death Metal von All Will Know (Darmstadt / Mainz / Kronach, GER)

Metal / Experimental / Progressive von Unprocessed (Wiesbaden, GER) (neue CD erscheint am 14.04.2014)

 

Einlass um 20:00 Uhr
Kreativfabrik Wiesbaden, Murnaustr. 2, 65189 Wiesbaden
Kosten: 5 Euronen

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