Livereview und Bilder – Winter Invasion Festival im Herzogkeller Bayreuth – 06.12.2014

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Winter Invasion Festival im Herzogkeller Bayreuth
06.12.2014

Winter Invasion Festival 2014

Winter is coming – oder so ähnlich. Auf jeden Fall wird selbiger heute in Bayreuth auf die Plätze verwiesen, denn im Herzogkeller haben sich 10 Bands versammelt um Väterchen Frost tüchtig einzuheizen.

Auf zwei Bühnen geht es mit Metal aus den unterschiedlichsten Schubladen hoch her. Da ist für (fast) jeden Musikgeschmack etwas dabei.

Die Schlange derer, die um 17:00 Uhr auf Einlass warten nimmt schon zu dieser frühen Stunde die Ausmaße einer Boa Contrictor an – und für mich heißt das erstmal ne ganze Zeit lang bibbernd in der Kälte stehen. Zu Beginn geht es noch ziemlich schleppend voran, denn es sind jede Menge Bändchen zu verteilen – Ü18 – U18 – Festivalbändchen – Nikolausmützen…. 😀

In der Location selbst ist schon gut was los, die ersten 100 -Festivalbesucher warten schon sehnsüchtig auf den Beginn der Shows.

Über Facebook ist schon (wenn auch kurzfristig) bekanntgegeben worden, dass der eigentliche Opener Nahtoderfahrung den Auftritt nicht wahrnehmen kann. In Ersatz stehen daher jetzt (ebenso kurzfristig) die fünf Jungs von NORRON auf der Bühne. Mit einem Black-/Death Mix bringen die Oberfranken die ersten Nacken zum kreisen. Allzu bewegungsfreudig ist das Publikum zwar noch nicht, aber die interessierten Gesichter zeigen, dass doch einige die Band ganz gut leiden können. Dazu kommt ein ganz annehmbarer Sound (zumindest in der Nähe des Mischpultes) und ein gutes (Foto)Licht. Sänger Patrick hält sich nicht lange mit großen Ansagen auf, die halbstündige Setlist wird fast am Stück durchgespielt. Auch wenn einige Gäste ob der kurzfristigen Lineup-Änderung verärgert sind ist der Auftritt ein guter Start in den Festivaltag.

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Norron_06-12-2014-6

 

Mystisch und Dunkel wird es danach auf der Mainstage. Mit direkt mal einem Fetten Minuspunkt von Fotografenseite: Schlechtes Fotolicht, ein sowieso schon enger Fotograben, wo dann während der ersten zwei Lieder noch die Nachfolgeband der Invasion-Stage die Instrumente durchträgt und eine Security, die schon vor Ablauf des dritten Songs die Fotografen aus dem Graben verweist…. Da gibt’s von der Mainstage leider keine allzu guten Bilder… Sorry schonmal dafür…

Mit Corpse-Paint legt die erste Band der Mainstage, Svartsorg aus Schärding (AUT) pünktlich los. Der Takt ist langsam, der Gesang kreischend. Große Bühnenaufbauten gibt es keine, die Band verlässt sich ganz auf die Musik. Die Lichtshow ist für’s Zuschauerauge gut anzuschauen, auch der tonnenweise versprühte Bühnennebel zieht relativ schnell ab und gibt die Sicht auf die Bühne wieder frei. Die Fans in den vorderen Reihen halten die Hörner zum Gruß in den Himmel. Ansagen sind auch hier Mangelware. Die Band ist anscheinend schon etwas bekannter hier in Bayreuth, denn die Zuschauer jubeln den Jungs zu, lassen fleissig die Haar kreisen und zum Schluss ernten die Österreicher die ersten Zugabe-Rufe des Tages.

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Svartsorg_06-12-2014-12

 

Für die Freunde der getunnelten Ohrläppchen ist jetzt die Zeit gekommen, vor der Bühne zu stehen. I watched myself Sleep laden zum Tanz ein. Die Deathcore-Combo aus dem Erzgebirge weckt die müden Metaller auf, und so gibt’s hier den ersten Anflug von Moshpit zu sehen. Sprünge, Kicks und kreisende Nacken sind hier an der Tagesordnung. Der Sound ist ziemlich vermatscht, wenn man nicht gerade in der Nähe des Mischpultes steht, ansonsten geht die Mukke gut ins Ohr, und die Jungs auf der Bühne kommen gut an beim Publikum. Der Verbindung zum Nikolaus darf auch nicht fehlen, so lässt sich Christian (VOC) eine der vom Veranstalter verteilten Rot-Weißen Mützen reichen und performt die letzten Songs als „Santa Mosh“. Mit diesem Auftritt ist jetzt mal richtig Leben in die Bude gekommen, so darf das gerne weiter gehen.

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I Watched myself Sleep_06-12-2014-8

 

Wie die Kollegen von Svartsorg haben auch die Jungs von Skjaldar tief in die Schminke-Kiste gegriffen. Corpse Paint No. II, diesmal mit etwas üppigerem Bühnenbild. Galgen mit angehängten Laternen und Grablichter zieren die Bretter, auf denen sich die vier Lokalmatadoren die nächste halbe Stunde austoben dürfen. Die Bayreuther werden vom Publikum direkt freundschaftlich begrüßt (Mitsch, ich will ein Kind von Dir… 😉 ) Fürs Publikum ist die Combo nicht unbekannt, und so ist es nicht verwunderlich, dass hier vor der Bühne mal so richtig Stimmung aufkommt. Kreisende Haare, grölende Fans, die Hörner und Fäuste werden zum Himmel gestreckt – kurzum, die Jungs werden vom Publikum gefeiert. Während des Sets gibt es leider ein kleines Problemchen mit einer der Gitarren, das aber schnell behoben ist, und das Konzert daher ohne weitere Verzögerungen zu Ende gespielt werden kann. Die haben mir mal wieder so richtig gut gefallen und bekommen direkt noch einen Geheimtipp-Daumen aufs Auge gedrückt.

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Skjaldar_06-12-2014-20

 

Die Jungs von Dying Humanity haben sich den Platz auf der Invasion-Stage gesichert, und legen pünktlich mit dem Konzert los. Die Chemnitzer Combo wartet auf mit einem Mix aus melodischem Death und Thrash Metal, und direkt von der ersten Sekunde an haben die Jungs ihre Fans voll im Griff. Zusammengesetzt aus zwei Gitarristen, die stets vorne am Bühnenrand zu finden sind, einem Sänger, der sich auch mal ganz nah ans Publikum traut, einem Bassisten, der seine üppige Lockenpracht kreisen lässt und einem Drummer, der die wildesten Grimassen zieht hauen die Jungs ein wahres Brett von der Bühne… Gefilmt wird das ganze auch noch, so könnt Ihr wahrscheinlich bald bei YouTube oder auf der Facebook-Page einige Live-Mitschnitte des Konzertes bewundern. Sound auch hier eher zu laut als zu leise und dadurch ziemlich vermatscht, aber auch hier ist das Mischpult der Standort No. 1, so dass ich trotzdem alles ganz gut mitbekommen kann. Lustigerweise seh ich die Jungs direkt nächste Woche nochmal, und zwar beim Last X-Mas on Earth im Sektor Evolution… Freu mich jetzt schon drauf 😀

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Dying Humanity_06-12-2014-19

 

Von Parasite Inc. Habe ich dieses Jahr ja schon öfters einen Auftritt sehen können. Schon in der Warteschlange vor dem Einlass habe ich nur lobende Worte über diese Band gehört, kein Wunder dass hier vor der Bühne ne Menge los ist. Die vier Aalener Jungs sind gut drauf heute, scheinen überwältigt von der Zahl der Fans, die vor der Bühne stehen. Obwohl das nicht der beste Auftritt ist, den ich bisher gesehen habe (an das Out & Loud kommt so schnell wohl nichts ran…) ist die Stimmung direkt super. Der erste wirkliche Moshpit ist hier am Start, und hält sich fast während des kompletten Konzertes. Die Fans grölen die Songs mit und eine Menge Haare fliegen. Man hat kaum eine Chance, nach Beginn des Sets nach vorne an die Bühne ranzukommen. Wir bekommen heute eine ganz besondere Setlist geboten, denn es wird unter anderem auch Scapegoat gespielt, ein Song der ansonsten live nicht oder noch nicht sehr oft zu hören gewesen ist. Nachdem ich viel zu früh aus dem Fotograben geworfen wurde, hab ich mich in die erste Reihe durchgekämpft und die Kamera noch ein bißchen mitlaufen lassen 😀 Und auch diese Combo seh ich doch glatt nächste Woche nochmal…. Yeah…

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Video „Armageddon in 16 to 9“
Video „The Pulse of the Dead“ und „The End of Illusions“

Parasite Inc_06-12-2014-28

 

Mit Cytotoxin geht’s musikalisch wieder in eine ganz andere Richtung. Böse Zungen behaupten ja, Grind hätte keine Texte, sondern es würde ohne Sinn ins Mikro gequiekt. Nun ja, da kann sich ja jeder ein eigenes Bild machen, aber an der Tatsache, dass die Chemnitzer Combo eine Hammer-Show auf die Bretter legt, ändert das nichts. Mit neuem Gitarristen (Jason, mir schon bekannt als Bassist von The Last Hangmen) stürmen die fünf die Bühne der Invasion-Stage und legen erstmal den kompletten Bühnen-Vorplatz in Schutt und Asche. Wer sich da unbedachterweise in die Mitte des Pits begibt, der kommt eventuell nur mit blauen Flecken dort wieder heraus, denn die Liebhaber des Grind Death tanzen hier ohne Rücksicht auf Verluste… Als Sänger Grimo sich dann auch noch mit in den Pit stürzt, kennen die Fans kein Halten mehr, und verwandeln den Saal in ein Meer aus fliegenden Haaren, kreisenden Nacken und wild umhergeworfenen Armen und Beinen 😀 Das hat Spaß gemacht, sowohl der Blick in den Pit als auch der Blick auf die Bühne. Sound. Nunja, wie bereits den ganzen Tag halt. Bisschen zu laut, aber auszuhalten. 😀

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Cytotoxin_06-12-2014-9

 

Vor dem Auftritt von We Butter the Bread with Butter habe ich noch Scherze über den Bühnen-Nebel bei Eskimo Callboy auf dem Summer Breeze gemacht. Haha. WBTBWB sind war keine scheue Black-Metal-Band, aber fotografiert werden wollen se trotzdem nicht so richtig, denn auch heute wird eine Menge Nebel versprüht, so dass die vier teilweise nur als Schatten auf der Bühne zu sehen sind. Für die Show ist das echt super, für Fotos leider nicht, deshalb gibt’s auch hier nur ein paar grottige Schnappschüsse. Aber für ein kleines Video hats dann doch gereicht („Meine Brille“) bevor ich aus dem Graben raus musste. Die Jungs aus Berlin zeigen direkt zu Beginn eine starke Bühnenpräsenz, wissen das Publikum für sich einzunehmen und legen eine super professionelle Show auf die Bretter. Die Fans grölen, moshen, tanzen mit, der Herzogkeller ist bis in den hintersten Winkel mit feiernden Partygästen gefüllt. Hier hat der Veranstalter ein echt gutes Händchen bewiesen bei der Auswahl des Lineups, denn ob man nun Elektro-Bungabunga-Core mag oder nicht: Alles ist gerade auf den Beinen und sieht sich die Show der Band an. Ein super Abschluss für den heutigen Tag…

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Video „Meine Brille“

WBTBWB_06-12-2014-1

 

Die vorletzte Band des Tages steht nur mit 3 Mann auf der Bühne. Hier wird es ein bißchen Rockabilly – nur Gitarre, Contrabass und Schlagzeug. Für diese späte Stunde (und nach der Show von WBTBWB) sind doch noch einige Zuschauer da geblieben, um sich die Jungs von Johnny Flesh & The Redneck Zombies anzuschauen. In der allgemeinen Aufbruchsstimmung reicht es leider nur für die ersten drei Songs (der Fotograben gehört diesmal mir ganz alleine) aber was ich da so mitbekommen habe, war flotte Mukke, Stimmung im Saal und Tanzende Fans vor der Bühne. Da brauchts keine Nebel- oder große Lichtshow, da reicht die Musik aus. Danke für’s Spielen, das war super 😀

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Johnny Flesh_06-12-2014-11

 

Fazit:

Dass ein Festival nicht 150 Öcken kosten muss, um ein tolles Festival zu sein, dass wissen wir ja seit langem. Für nur 16,50 Euro (18 Euro Abendkasse) sind 10 super Bands in den Herzogkeller geholt worden. Einen ganzen Tag lang tolle Musik, für jeden Geschmack etwas dabei.

Die Technik hat einen echt guten Job gemacht, wenn auch er Sound stellenweise etwas vermatscht gewesen ist. Größere Ausfälle gab es keine, und die kleinen Pannen wurden super schnell behoben.

Meine Kritik bezüglich der Fotogräben hatte ich ja oben schonmal erwähnt, ansonsten hat es super viel Spaß gemacht, es waren tolle Leute da und der Tag ist wie im Flug vergangen.

Vielen Dank an den Veranstalter (auch für die Vermittlung des Zimmers), an das ganze Team des Winter Invasion Festivals, an alle Bands die sich den Hintern abgespielt haben und natürlich an die Fans – ohne Euch gäbe es derart einzigartige Festivals nämlich nicht…

Ich hoffe, dass dieses Event auch im nächsten Jahr wieder stattfinden wird… Mehr dazu demnächst auf Facebook, auf der offiziellen Festivalpage oder hier im Blog 😀

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  1. Pingback: Livereview und Bilder - The Last X-Mas on Earth V im Sektor Evolution - 13.12.2014 - Shout Loud Magazin

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