Domination of Death in der Blue Box Siegen
11.01.2014

 

Domination of Death 11-01-2014

 

Auch dieses Jahr habe ich wieder in meinen Geburtstag „reingefeiert“ *hihi* und zwar mit einer ordentlichen Portion Metal auf die Ohren.

Mit dabei waren:

Progressive/Melodic/Death-Metal von Scorum (Siegen, GER)
Groove Death Metal von Trial and [T]Error (Siegen, GER)
Black/Death Metal von Decision to Hate (Siegen, GER)
Death-Metal/Grindcore/Hardcore von Stillbirth (Hagen, GER)

 

Natürlich habe ich mich in Siegen erstmal verfahren. Die BlueBox befindet sich fast in der Innenstadt, direkt hinter dem Netto-Parkplatz. Und als ich das Schild gesehen habe, war ich auch schon dran vorbei…. Nuja, drehste halt einfach um hab ich mir gedacht. Gar nicht so einfach, wenn man nur geradeaus fahren darf *muahahah* So hab ich unter ständigem Geblöke der Navigator-Frau („Bitte wenden sie…“) erstmal eine Abbiegemöglichkeit gesucht – gefunden – und bin auf dem Rückweg direkt noch mal an der Einfahrt vorbei… Ich sag Euch, wer mit mir Auto fährt, hat immer was zu lachen – garantiert….

Trotzdem war ich viel zu früh da. Der Einlass hat zwar schon begonnen, aber vor dem Gebäude ist noch niemand zu sehen und auch der Parkplatz ist noch relativ leer, so dass ich erst aus dem Auto heraus in Ruhe die Lage gepeilt habe. Zwei Eingänge, ein größerer (wohl der Haupteingang) und ein kleinerer (ich vermute mal Backstage / Bühneneingang oder so). Ansonsten alles ziemlich ruhig. Aber das wird sich noch ändern…

Die BlueBox ist eine Kinder- und Jugend-Freizeit-Einrichtung und bietet seit 2004 vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche an. Zum Beispiel wird das Haus als Konzert-Location genutzt, wie heute Abend.

Um viertel nach sieben bin ich dann auch mal in Richtung Eingang geschlendert. Mich erwartet ein sympatischer junger Mann an der Kasse, der gerade verzweifelt versucht, die letzte Farbe aus dem Stempelkissen zu bekommen. Frei nach dem Motto „Mit Bier geht alles Besser“ muss da auch schon mal ein guter Schluck des Getränkes zum anfeuchten herhalten 😀

Kaum war ich an der Kasse vorbei, habe ich für einen kurzen Moment gedacht, ich hätte mich doch irgendwie verlaufen. Ich stehe mitten im Wohnzimmer…. Echt jetzt, gemütliche Wohnzimmeratmosphäre mit Sessel, Couch und Tisch. Eine Theke an der hinteren Ecke und Bildern an der Wand. Lediglich der Merch-Stand erinnert daran, dass ja eigentlich ein Metal-Konzert stattfindet, und ich fange schon mal an, nach den Instrumenten zu suchen die hier ja irgendwo stehen müssen. Des Rätsels Lösung folgt dann schnell in Form einer Durchgangstür, die den Eintritt zum eigentlichen Konzertraum freigibt. Ein bisschen größer als das Nachtleben in Frankfurt, die Kapazität schätze ich auf 250 Leute… Niedrige Bühne über fast die komplette Front, die Technik hat an der Rückwand des Raumes ihren Platz.

Dieses Mal sprenge ich nicht den Altersdurchschnitt, sondern befinde mich genau in der Mitte. Es sehr viel junges Publikum anwesend, ebenso die Eltern-Generation. Ich vermute mal viel Familie der heutigen Akteure (die bis auf eine Band alle hier aus Siegen kommen) und auch das eigentliche JUZ-Publikum zum Teil mit Verwandtschaft.

Rauchverbot auch hier im kompletten Haus, die Getränkepreise können sich ebenfalls sehen lassen (1,50 Euro für die Cola, davon sind 0,50 Euro Pfand).

Pünktlichst um 19:30 Uhr startet der Abend mit der ersten Band. Scorum aus Siegen. Death/Progressive/Melodic Metal der etwas ruhigeren Gangart. Mir persönlich grundlegend zu ruhig, wobei die schnelleren Songs dann doch schon wieder tanzbar sind. Finden auch einige Metalheads, die sich vor der Bühne postiert haben und fleißig ihre Matten schwingen. Der Großteil des anwesenden Publikums verdrückt sich jedoch erstmal in den hinteren Teil des Raumes um dem Konzert von weitem zuzuschauen. Mit ca. 50 Leuten beginn der Abend recht gemächlich, was sich jedoch schnell ändern wird. Das Quartett, vor allem Sänger Thomas, lässt reichlich Bier fließen und prostet immer wieder dem Publikum zu. Auch die Aufforderung zum moshen wird in der zweiten Hälfte des Konzertes zaghaft angenommen. Während des einigen Instrumentalen Stückes geht Thomas dann auch selber von der Bühne runter und zeigt im sich daraufhin bildenden Mosh-Pit ganzen Körpereinsatz.  Im wahrsten Sinne des Wortes übrigens, denn bei der Aktion blieb eine seiner Rippen leider nicht heil…. Mit Feuereifer bei der Sache, überziehen Scorum die angesetzte halbe Stunde Spielzeit auch direkt mal um 10 Minuten. Der Einstieg in den Abend ist ruhig, aber gut gelungen. Sound und Licht optimal und auch der Raum füllt sich zusehends.

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Den zweiten Slot des Abends haben sich Trial and [T]Error gesichert. Ebenfalls aus Siegen ist diese Band verantwortlich für den Konzertabend. Als Veranstalter lassen sie es sich natürlich nicht nehmen, auch selbst ihr Können auf der Bühne zu präsentieren. Die noch relativ junge Combo spielt seit 2012 zusammen, und präsentiert und an diesem Abend unter anderem die in Eigenproduktion veröffentlichte Demo-CD „Phuck the Pharao“. Und es kommt noch besser: Wir bekommen ein neues Stück zu hören, die Premiere von „Fuck Religion!“ wird zum ersten Mal für uns live gespielt. Das Quintett versteht es, das Publikum einzunehmen und es trauen sich nun schon mehr Leute vor die Bühne zum schwingen der teils mächtigen Haarpracht. Sänger Sebastian liefert einen Mix aus tiefen Growls und hohen Screams ab, animiert das Publikum zum Mitmachen und auch hier wird öfters als einmal mit dem Publikum angestoßen. Eine gute Leistung vor jetzt vollem Haus, und mein Geheimtip des Abends. Lediglich Bassist Kevin kann meiner bescheidenen Meinung nach noch ein bisschen mehr Bewegung zeigen. Auch hier reicht (gottseidank) die halbe Stunde angesetzte Spielzeit nicht aus, denn so kommen wir noch ca. 10 Minuten länger in den Genuss des groovigen Death. Haltet auf jeden Fall die Augen offen, falls Trial and [T]Error mal bei Euch in der Nähe spielen sollten, schaut einfach mal vorbei. Lohnt sich….

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Vor dem Auftritt von Decision to Hate hatte ich ehrlich gesagt ein bisschen Muffensausen. Im Jam Club in Koblenz letztes Jahr hatte ich diese Band schon einmal gesehen, und fand es grottig. Ob’s nun am Sound lag (der im Jam ja immer etwas gewöhnungsbedürftig ist) oder daran, dass der Bassist heute das komplette Set mitgespielt hat, sei mal dahingestellt. Vielleicht lag es auch am Publikum, dass natürlich heute aufgrund des Heimvorteils in Siegen wesentlich mehr Stimmung in den Raum brachte. Auf jeden Fall sind diese beiden Auftritte in keinster Weise miteinander zu vergleichen. Ich hatte zeitweilig das Gefühl, eine komplett andere Band vor mir stehen zu haben. Patrick und seine Kollegen sorgen direkt mit dem ersten Song für eine headbangende Mauer vor der Bühne, da bleibt fast kein Durchkommen mehr für die kleine Frau mit der Kamera 😀 Der Höchststand an Publikum ist hier erreicht, 150 Gäste schauen sich den Gig an. Es werden viele alte Stücke gespielt, aber auch Songs vom neuen, noch nicht veröffentlichten Album, sind in der Setlist wiederzufinden. Anstatt der angesetzten halben Stunde steht die Band fast 50 Minuten auf der Bühne, und gibt insgesamt 3 Zugaben. Die Ansage zum Song „I hate myself“ (lt. Patrick der beste Text, den er je geschrieben hat) meine ich sogar zweimal gehört zu haben. Ist aber nach Aussage der Band nicht so. Da war ich wohl leicht verwirrt. Am Ende bleiben hier völlig verausgabte Fans zurück, die sehr wahrscheinlich am nächsten Morgen mit mächtig Muskelkater im Nacken aufgewacht sind. Ein großes Lob an die Band, meine Meinung ist definitiv um 180° gedreht worden…

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Vor zwei Wochen hatte ich mich gewundert, was alles heutzutage als Thrash-Metal bezeichnet wird. Heute kann ich das ebenso von Death Metal behaupten *hihi* Die nächste Band fällt für mich definitiv nicht in diese Kategorie. Ein Blick ins Facebook-Profil bestätigt meine Vermutung. Grindcore/Hardcore ist eher die Schublade, in die ich Stillbirth stecken würde. Der Soundcheck beginnt, dank der dritten Zugabe von Decision to Hate, als die Band laut Zeitplan eigentlich bereits anfangen soll zu spielen. Hier merkt man schon, dass der Stil ein anderer werden wird, da die Lederhosen und schwarze Band-Shirts ersetzt werden durch Hawaii-Hemden und Bermuda-Shorts. Mit einer Verzögerung von 15 Minuten beginnt dann die Show vor einem nicht mehr ganz so üppigen Publikum. Aber auch hier sind einige Fans direkt in der ersten Reihe mit dabei und lassen die Haare fliegen. Die Band ist heute mit neuem Schlagzeuger und Ersatzsänger angereist, aber ich kann so für mich keine chaotische Show feststellen. Denke die eventuellen Unstimmigkeiten haben nur die Bandmitglieder bemerkt. Eine ganz lustige Idee finde ich die kleinen Filmings, die während des Auftrittes gemacht wurden und einmal aus der Sicht des Drummers und des Bassisten den Auftritt zeigen.  Es ist erstaunlich, wie viele Zuschauer die Texte mitgröhlen können, mehr als einmal wird das Mikro in die Menge gehalten und einer röhrt immer hinein. Zum Ende hin geht der Band leider das Material aus, so dass einige Songs doppelt gespielt werden. Mein Fazit: Wer auf Gutalax steht ist hier vollkommen richtig. Unter ausschließlich Grindcore-Bands wahrscheinlich der Burner, heute ist die Band vom Stil her leider ein bisschen aus dem Rahmen gefallen.

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Fazit:

Ein toller Abend mit mehr als einer Überraschung für mich. Mein Favorit für den Abend ist eindeutig Trial and [T]Error, aber auch die anderen Bands haben eine gute Show abgeliefert. Natürlich wurde nach dem Konzert noch kräftig weitergefeiert, in der Gaststätte „Zum Krönchen“ in Siegen ging es feucht-fröhlich bis in die frühen Morgenstunden weiter.

Vielen Dank auch noch mal an Sebastian für den kurzen Einblick aus Veranstaltersicht 😀 Was ich Euch sagen kann, nächstes Jahr wird es wieder ein „Domination of Death“-Festival geben, die Infos dazu folgen rechtzeitig auf Facebook und natürlich hier im Blog 😀 Bands, die Interesse haben dort aufzutreten, können sich gerne über Facebook schon mal mit Trial and [T]Error in Verbindung setzen 😀