Spank That Pony Vol. I im Bootshaus Neuwied
22.03.2014

 

Spank That Pony 22-03-2014

 

Seit gefühlten Jahrzehnten freue ich mich auf den heutigen Abend. Metalcore / Hardcore in Neuwied mit 5 tollen Bands, das wird legendär, da bin ich mir sicher.

Nach einer kleinen Stärkung im goldenen M bin ich pünktlich zur angegebenen Einlasszeit am Bootshaus. Nach ein bisschen Fragerei habe ich auch den richtigen Eingang gefunden (es fand eine Gegenveranstaltung im zweiten Gebäude statt – Jazz… Da wollte man mich zuerst hinschicken… hihi…).

Der Einlass verzögert sich im Endeffekt um ca. 30 Minuten. Ich sitze allerdings im Warmen, und ob ich nun im Konzertsaal oder davor warte ist mir eigentlich relativ schnurz. Es zeichnet sich auf jeden Fall ab, dass der heutige Abend gut besucht sein wird, bei der Menge von Menschen die hier schon vor der Türe warten.

Nachdem die heiligen Hallen dann endlich geöffnet wurden, startet das erste Konzert auch fast direkt. Reset Reflect aus Bad Hönningen machen den Anfang. Ein wenig Progressive, eine Prise Post-Hardcore, der Grundtakt einen Ticken langsamer als es bei den nachfolgenden Bands der Fall sein wird. Aber dennoch genug Dampf um sich im Takt zu bewegen, und wenn es nur hüpfenderweise ist. Ist zwar schon jede menge los, aber das Publikum will noch nicht ganz so richtig in Bewegung kommen. Vielleicht muss auch nur jemand den Anfang machen, denn als sich die ersten auf die Freifläche trauen, lockert alles ein bißchen auf. Die Band muss sich ziemlich beeilen, damit der restliche Zeitplan eingehalten werden kann, darunter leiden die Ansagen zwischen den Songs ein wenig, aber das Set kann zu Ende gespielt werden. Super Licht, Sound optimal, kein hörbares Gequietsche während dem Auftritt. Ein solider start in den Abend würd ich sagen. UND: Kauft Merch – supportet wo’s nur geht – das gilt für alle Bands des heutigen Abends. Ihr wisst garnicht, wie dankbar man Euch dafür ist.

Setlist

The Bite
95
Knot, Make An Appointment
Conglomerat(e)

 

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Reset Reflect_22-03-2014_02

 

Was heute echt gut funktioniert sind die Umbauten zwischen den Auftritten. Es geht alles sehr zügig von Statten, die Soundchecks sind ebenso kurz, das verringert die Wartezeiten auf ein Minimum. Dass dabei trotzdem ein so gute Sound bei rumkommt – Daumen hoch an dieser Stelle an die Technik.

Die Koblenzer Combo As She Enters spielen im zweiten Slot. Schon zu Beginn zeigen sich die Zuschauer bewegungsfreudiger, und ich muss schon ein bisschen aufpassen dass ich nicht im Weg herum stehe. Sehr oft wird das Mikro von einem der Zuschauer übernommen. Vor allem 3 Junge Herren engagieren sich hier übermäßig, bilden stets eine kleine Traube um Sänger Sascha, tragen ihn sogar einmal quer durch den Konzertsaal. Und stecken noch andere an, auch teilzunehmen, am Mosh-Reigen. Metal / Hardcore, die Taktung schneller als bei Reset Reflect. Auf jeden Fall wird man angesteckt, mitzutanzen. Gefühlt ist das Publikum angewachsen in der letzten halben Stunde, die Stimmung steigt merklich aber so richtig ausrasten tut hier noch keiner. Denke das wird erst später der Fall sein 😉 Ton wieder super, keine technischen Probleme dieses Mal. Mir hats gut gefallen und drum spreche ich den ersten Geheimtipp für heute aus 😀

Setlist

Intro
Recurring memories
Of lies and desperation
Beyond the sun
Relentless
The truth
Live for today

 

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As She Enters_22-03-2014_05

 

Die Lokalmatadoren von Raised from Death haben gleichzeitig als Veranstalter des Spank That Pony quasi alle Fäden in der Hand. Und was liegt da näher, als auch selber auf der Bühne zu stehen. Hier ist das Publikum das erste Mal für heute Abend so richtig in Wallung. Von der Zuschauerzahl her würde ich sagen, dass diese bei den letzten drei Bands jeweils in etwa gleich hoch gewesen ist. Aber bei Raised from Death war definitiv am meisten los vor der Bühne. Klar, das aufgrund des „Heimvorteils“ viele Fans der Gruppe anwesend waren, das Mikro wird auch hier sehr oft von Zuschauern übernommen. Ein großer Moshpit bildet sich direkt von Beginn an, die Fans stehen ganz nah der Bühne und die erste Reihe „fällt“ ein ums andere Mal sogar auf die Bühne drauf. Das ist Hardcore, so muss das sein… Delta (VOC) ist super oft mitten in den Zuschauern zu finden, und außer Dave an den Drums wirbeln die übrigen Band-Mitglieder ohne Pause über die Bühne. Einen besonderen Leckerbissen gibt’s zum Ende hin. Und zwar wird der neue Song „Eagle in the Sky“ vorgestellt. Während der ruhigen Parts lauscht das Publikum fast andächtig, nur um Sekunden später wieder völlig auszurasten. Wenn man sich das so anschaut, kann man kaum glauben dass hinter der Musik ein etwa ernsteres Thema steckt, nämlich der Tod und die Auferstehung von Jesus Christus, die uns Hoffnung geben auch wenn keine mehr da zu sein scheint. Das wird vor dem letzten Song auch nochmal als Botschaft an alle Anwesenden mitgegeben. Super Klasse Auftritt, einer der Besten des Abends und mein Geheimtipp Nr. 2…

Setlist

Our King Is Coming Back
Refuse The Fear of Men
Martyr Is A Lifestyle
Your Beauty
Eagle In The Sky
When Love Gave Hate A Headshot
I Am Yours

 

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Raised from Death_22-03-2014_29

 

Die Leipziger Jungs von Walking Dead on Broadway habe ich im Rahmen des New Blood Awards auf dem Summerbreeze 2013 schon gesehen. Der Auftritt in Dinkelsbühl hat mir schon super gefallen, und ich habe mich natürlich umso mehr gefreut, dass die Jungs hier nach Neuwied auf’s Spank That Pony kommen. Die Zuschauerzahl recht konstant, herrscht allerdings zu Beginn noch nicht ganz so viel Bewegung, erst als sich die üblichen Verdächtigen trauen, ein Tänzchen auf’s Parkett zu legen, steigt die Stimmung bis in die hinteren Reihen an. Je öfter Robert (VOC) die Zuschauer auffordert, doch einen Schritt nach vorne zu machen, desto mehr tun dies auch, und zum Schluss hin ist es noch richtig voll in den ersten Reihen. Während dem Soundcheck gibts ein paar Feedback-Probleme, die aber zu Konzertbeginn verschwunden sind. Als Robert während dem ersten Song von der Bühne springt, versagt auf einmal das Mikro, und bis das behoben ist, wird einfach instrumental weitergespielt. Fand ich viel besser als mittendrin abzubrechen…. Die übrigen Mitglieder der Band wirbeln wie Derwische über die Bühne, und mehr als einmal muss ich meine Kamera vor Spritzwasser in Sicherheit bringen – zur Abkühlung werden mal eben Wasserfontänen ins Publikum gespuckt 😉 Ganz großes Kino war Dave von Raised from Death, der eine Crowdsurf-Einlage der Extraklasse präsentiert hat (jaaaa, er war da, ich hab den Foto-Beweis) und die Wall of Death während der Zugabe ganz zum Schluss. Leider mit ungefähr 40 Minuten viel zu Schnell vorrüber aber auf jeden Fall wieder ziemlich geiler Auftritt der fünf. UND (meine persönliche Meinung…): Besseres Konzert als auf dem Summer Breeze…. Kommt einfach auf einer kleinen Bühne noch viel besser rüber als auf der Dinkelsbühler Tent-Stage. Daumen hoch für meinen Geheimtipp No. 3: Die müsst Ihr Euch auf jeden Fall mal anschauen.

Setlist:

Intro
No Homesick for the Murderers
State of Euphoria
Illusions
Welcome to corpse Wonderland
We are Legion
My Rebirth
Letters of Death

 

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Walking Dead on Broadway_22-03-2014_45

 

Jetzt bin ich echt gespannt, I Scream for Ice Cream hatte ich ja gestern in Wiesbaden bereits gesehen. Da war’s bewegungstechnisch im Publikum eigentlich ganz gut, aber ich glaube heute wird’s noch ein wenig ungemütlicher hier vor der Bühne. Zu Beginn wollen die Neuwieder noch nicht so ganz mitspielen, müssen ein paarmal aufgefordert werden, aber zum Ende hin bildet sich doch ein ganz ansehnlicher Pit. Die Jungs waren auf jeden Fall noch besser drauf als gestern, Daumen hoch, mein lieber Schwan. Das war der krönende Abschluss für den heutigen Tag. Das Publikum springt mit, klatscht und gröhlt. Und die Mendiger sind super drauf und legen eine sehr sympatische Show auf die Bretter. Singen dürfen wir dann auch noch, und zwar das Geburtstagsständchen für Gitarrist Robert Johannes Oliver Fridolin (an dieser Stelle bitte den passenden Namen einsetzen 😉 ). Von meiner Seite aus auch noch mal „HAPPY BIRTHDAY“ und alles Gute für’s nächste Jahr 😀 Ich hab nicht so genau auf die Uhr geschaut, aber länger als 40 Minuten gings auch hier leider nicht. Und die waren echt viel zu schnell vorbei… Da hätte ich auch noch länger zugehört, das ist mal klar. Tolle Show, klasse Animation, so muss das sein. Vielen Dank dafür 😀 Den Geheimtipp für diese Band hab ich ja gestern schon gegeben *hihi* deshalb heute nur nochmal Daumen hoch für diesen Auftritt 😀

Setlist

Welcome To… (das Intro^^)
Megalon
Girls Like Battleships
Grave Digger Always Was The Best Monstertruck
Bumper Car Guy
Nerdosaurus
Cool Beans
Long Drinks Short Nights

 

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ISFIC_22-03-2014_59

 

Fazit:

Das erste Spank That Pony hat eingeschlagen wie eine Bombe. Super besucht, tolle Stimmung, klasse Bands – alle 5 waren super drauf und haben uns einen kurzweiligen Abend beschert.

Ich hoffe, das das nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen ist – ein Spank That Pony Vol. II MUSS es nach diesem Abend einfach geben 😀

Leider gibt es eine kleine, nicht so erfreuliche Nachricht: (Noch) Unbekannte haben die Toilettentür im Bootshaus beschädigt. Dies fällt zu Lasten von Raised from Death und ist natürlich nicht fair, der Band und den Veranstaltern gegenüber. Wenn irgendjemand etwas mitbekommen hat, der möge sich bitte bei Raised from Death melden 😀

Ansonsten gibts nix zu meckern. Dickes Danke an Reset Reflect – As She Enters – Raised from Death – Walking Dead on Broadway – I Scream for Ice Cream für den tollen Abend. Macht auf jeden Fall weiter so 😀

 

 

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Preview:

Die Release-Show des neuen Albums von Raised from Death im April letzten Jahres hat dermaßen reingehauen, dass die Band (gleichzeitig Veranstalter des Festivals) nun plant, öfters Konzerte in dieser Location anzubieten.

Den Anfang macht am 22.03.2014 das „Spank That Pony Vol. I“, zu dem 5 großartige Bands eingeladen wurden. Natürlich darf hier Raised from Death, die ich letztes Jahr schon auf dem Summers-End Festival in Andernach sehen konnte, nicht fehlen.

Das Lineup sieht bisher folgendermaßen aus:

Progressive / Post Hardcore / Ambient von Reset, Reflect (Koblenz / Köln, Bad Hönningen GER)

Metal / Hardcore / Melodic Hardcore von As She Enters (Koblenz, GER)

Hardcore / Metalcore / Worship von Raised From Death (Andernach, GER)

Deathcore von Walking Dead on Broadway (Leipzig, GER)

DiscoBumBumCore 😀 von I Scream for Icecream (Mendig, GER)

 

Einlass ist um 19:00 Uhr
Der Eintritt kostet 7 Euro