Bad Santa Returns Tour 2013
Frankfurt Nachtleben, 30.12.2013

 

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Der Abschluss des Konzert-Jahres 2013 sollte heute mit nichts geringerem als der Bad Santa Returns Tour 2013 im Frankfurter Nachtleben stattfinden.

Damit sich auch wirklich niemand zurückhalten muss, haben die Jungs von Bloodspot kurzerhand eine Konzertreise daraus gemacht und 3 Kleinbusse organisiert, um die feierwütige Meute in die Hessenmetropole zu chauffieren.

Pünktlich um 15.00 Uhr traf man sich bei gefühlten -40 Grad auf dem Parkplatz des Kalkwerkes Limburg, um die letzten Instrumente zu verstauen und den gemeinsamen Weg ins Nachtleben anzutreten. Wohl dem, der einen wärmenden Mantel dabei hatte 😀

Erste Challenge an diesem Tag: Wie verteile ich 4 Kisten Bier (gerecht…!!) auf 3 Kleinbusse…. 😀

Obwohl Frankfurt ja eigentlich noch im Einzugsgebiet liegt war ich – ob mans glaubt oder nicht – noch nie im Nachtleben. Eine Fahrt in die Frankfurter Innenstadt konnte ich bisher ganz gut vermeiden… Und heute musste ich das Auto ja nicht selber lenken *hihi*

Für diejenigen, die ebenfalls noch nicht dort gewesen sind, sei folgendes gesagt: Dreht nicht um, wenn Ihr auf einmal im pikfeinen Cocktail-Schuppen steht – Ihr seid richtig *ggg*. Die obere Etage ist Cocktail-Bar, die Konzerte finden die Treppe runter im Kellergeschoss statt. Und ich wette, das Personal erkennt bereits an den Klamotten, wer aus welchem Grunde die Bar betritt 😉

Der Einlass war eigentlich für 19.00 Uhr geplant. So stand es auch auf der Eintrittskarte. Als wir (fast zu Eisblöcken gefroren) an die Kasse kamen, verwehrte uns die Garderobendame jedoch den Eintritt. Irgendwie hatte sie wohl keinen guten Tag erwischt und machte einen ziemlich schlecht gelaunten Eindruck… Nunja. Im Metal-Outfit standen wir so noch geschlagene 30 Minuten in der Cocktail-Einflugschneise, bevor es endlich hieß „OK Leute, ihr dürft jetzt rein“….

Der Konzertraum ist in etwa so groß wie der Jam-Club in Koblenz. Klein und kuschelig würde ich mal behaupten. Ich schätze die Kapazität mal auf ungefähr 200 Leute. Die Bühne ist von jeder Position im Raum gut einzusehen, und weil sie nicht sehr hoch und auch nicht sonderlich tief gebaut ist, kann sogar der Drummer super fotografiert werden.

Getränkepreise sind Frankfurter Standard, anders als es der Cocktail-Schuppen im Obergeschoss vermuten lässt ist eine Cola (0,2 l) für 2 Euro und ein Bier (0,33 l) für 3 Euro zu haben. Das Glaspfand ist auch hier vorhanden und schlägt mit 1 Euro zu Buche. Und ebenfalls Rauchverbot, wie in vielen der Locations, die ich in den letzten Wochen besucht habe.

Der Soundcheck der ersten Band war schon fertig, alles bereit für den Beginn des Konzertes, der für 20:00 Uhr angesetzt war. Kurz habe ich überlegt, ob ich für Fotos auf die Lautsprecherbox klettern soll, habe dies aber schnell wieder verworfen. Das hätte sicherlich nur zur Belustigung der Anwesenden geführt *hihi*

Pünktlich auf die Minute startet dann auch die erste Band des Abends, Repent aus Lauf an der Pegnitz. Passend zum Thema des Abends serviert uns der fünfer Thrash-Metal a la Slayer oder Overkill. Hier fühle ich mich direkt zu Hause, so kann der Abend starten… Viel ist zwar noch nicht los, aber ein paar Feierwütige bilden hier direkt eine headbangende Wand vor der Bühne und auch für den ersten Pit des Abends wird gesorgt. Obwohl die Band zur Zeit nur mit Ersatzdrummer unterwegs ist, wird hier ein super Startschuss hingelegt. Nach einigen Promos und zwei Longplayern (2004/2009) heizt man heute hauptsächlich mit Songs aus dem aktuellen Album „Vortex of Violence“ die Stimmung an. Aber auch altes Material ist zu hören, z. B. „Trapped“ und „Course for Power“ vom 2004er Album „Disciple of Decline“. Alle 5 sind auf der Bühne sehr präsent und liefern ein echt gutes Set ab. Destruction, Testament, Repent – vor den Großen der Szene müssen sich die Laufer nicht verstecken und sind definitiv ein genaueres Hinhören wert. Daumen hoch für den tollen Start in den Abend.

Und hier nochmal eine Anmerkung zum Lineup der Band: Repent suchen einen Drummer. Proberaum, Schlagzeug und Plattendeal sind vorhanden. Interessenten (…keine Anfänger…!!) mögen sich bitte über das Kontakt-Formular an die Band wenden 😀

 

Bloodspot haben den zweiten Slot des Abends für sich ergattert. Die Band ist bereits mit einer großen Fan-Schar angereist, und diese machen es sich direkt zu Beginn schon vor der Bühne gemütlich. Die Limburger Combo versteht es auch hier, die Zuschauer für sich zu gewinnen. Die Band ist in den letzten Tagen auf ihrer Mini-Tour bereits in München und Geislingen zu Gast gewesen, und die Strapazen sind zumindest zu erahnen, aber ich möchte mal behaupten, dass der Stimmungslevel hier in Frankfurt nur wenig niedriger war als im November bei der Release-Show der neuen Platte im Kalkwerk. Der Eröffnungssong „Far from Innocence“ geht direkt in die Gehörgänge und zeigt auf, wo es an diesem Abend hingehen wird. Mit viel Material vom neuen Album „By the Horns“ aber auch zwei älteren Stücken bringen die 5 die Metal-Walze ins Rollen. Bier, fliegende Haare und eine riesige Zuschauermenge (die wohl größte des Abends) wohin man blickt. Und weil die Fans so gut drauf sind, hält Pete (VOC) mehr als einmal sein Mikro einfach in die Menge. Irgendeiner brüllt immer hinein… Zum Ende hin machen sich sogar zwei Crowd-Surfer auf den Weg über die Zuschauerköpfe hinweg. Ganz sicher hätten alle Anwesenden liebend gerne noch eine weitere Stunde zugehört. Vielen Dank für diese geile Show.

 

Weiter geht es mit Soulbound aus Bielefeld. Seit der Gründung 2009 sind die 5 unterwegs auf den Brettern die die Welt bedeuten. Das aktuelle Album „Towards the Sun“ im Gepäck haben die Jungs in den letzten Tagen zusammen mit Bloodspot dem bösen Santa Claus das Fürchten beigebracht und die Bühnen in München, Geislingen und heute in Frankfurt gerockt. Der Stil unterscheidet sich extrem von den beiden ersten Gigs des Abends, ein bißchen schwedischer wird es, Melodischer Death, Metalcore und Alternative sind hier am Start. Leider sinkt hier die Zuschauerzahl im Vergleich zum vorherigen Gig. Aber dafür, dass hauptsächlich Freunde des stumpfen Thrash-Metals anwesend sind, geht vor der Bühne doch einiges. Soulbound und hier vor allem Sänger Johnny, beziehen oft das Publikum mit in die Show ein, sei es durch Animieren zum Mitklatschen, Mitsingen oder aber dem beherzte Sprung von Jonas (Bass) ins Publikum. Wer den Sound von Soilwork oder In Flames mag, der ist hier definitiv richtig aufgehoben. Zur Zeit arbeiten die Jungs an einem neuen Album, dass voraussichtlich Anfang 2014 erscheint. Wir dürfen also gespannt sein….

 

Den Abschluss des Abends bilden SomeVade aus Frankfurt. Der Stil erinnert mich in Zügen stark an Nasty oder Heaven Shall Burn. Daher weiche ich mal von der Angabe der Band (Thrash Metal) ab und stecke die 5 eher in die Metalcore/Hardcore-Schublade… Wie beim Bloody Friday vor ein paar Wochen ist die Bewegung auf der Bühne groß, wilde Sprünge und Kopfnicken wechseln sich ab, und Dave (VOC) wechselt stets von einer auf die andere Bühnenseite. Das Publikum ist eher zurückhaltend bei diesem Abschluss-Gig, nur der harte Fan-Kern aus der Hessen-Metropole ist hier vor der Bühne anzutreffen. Auch wenn es eigentlich nicht so ganz meine Richtung trifft war das Set stabil und technisch einwandfrei vorgetragen. Ein wenig schade fand ich, dass der Headliner des Abends so wenig Publikum angezogen hat. Auf einer Veranstaltung mit ausschließlich Hardcore-Bands wären SomeVade sicherlich besser aufgehoben gewesen.

 

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Alle Bilder zur Show findet Ihr in meinem Flickr-Album Bad Santa Tour 2013_30-12-2013 oder bei Facebook

 

Fazit:

Frankfurt Nachtleben. Wenn man sich einigermaßen in Frankfurt auskennt (und in die Innenstadt traut), und zudem eine Sondergenehmigung hat, das Fahrzeug direkt vor dem Eingang vom Nachtleben zu parken kommt man echt super an der Location an.

Die Preise fand ich für Frankfurter Verhältnisse eigentlich ziemlich günstig, der Konzertraum hat genau die richtige Größe für einen Underground-Club. Hier werde ich definitiv noch öfters hinfahren (wenn auch eher mit den Öffis als mit dem eigenen Auto).

Der Abend sehr kurzweilig und vor allem Bloodspot und Repent haben hier echt abgerissen.

Ein großes Dankeschön für den Jahres-Ausklang 2013 an Repent, Bloodspot, Soulbound und SomeVade. Ich hoffe Ihr seid alle gut nach 2014 gerutscht und wünsche Euch (und auch mir *hihi*) ein tolles neues Jahr mit vielen guten Konzerten 😀