Metal Empire – Dr. Living Dead, Dust Bolt und Victim
From Hell Erfurt, 28.12.2013

 

Dr Living Dead

Vielen Dank an Erik  (VOC bei ROGASH) für diesen schicken Gast-Beitrag 😀

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28.12.2013, Erfurt, ca. 5 °C, leichter Wind – die Frisur sitzt! Auf zum letzten Konzerthighlight des Jahres: Die Schweden von DR. LIVING DEAD! sind mit den deutschen Nachwuchsthrashern DUST BOLT auf Tour und geben sich heute, zusammen mit dem regionalen Opener VICTIM, die Ehre.

Minimale Probleme am Einlass, die durch das freundliche Personal schnell gelöst werden und ab an die Theke. Dem gewillten Besucher wird in unter einer Minute eine wohltemperierte Hopfenkaltschale zum moderaten Preis serviert – so weit, so gut: alles safe! Zurück vor der Bühne habe ich reichlich Zeit mir mit Freunden und Bekannten die Taschen vollzuhauen, denn der Start der Veranstaltung scheint sich etwas nach hinten zu verzögern. Schuld daran scheint das nur gemächlich eintrudelnde Publikum zu sein – verflucht seist du Facebook! Mit all deinen Teilnahmebestätigungen scheinst du diesmal Recht zu behalten. Grandiose 46 Teilnehmer hat die Veranstaltung dort gezählt – Junge, Junge, Junge..

VICTIM lassen sich dementsprechend ein bisschen bitten und legen um halb 9 los. Umschreiben lässt sich die Geschichte folgendermaßen: Drei Leute zimmern derbsten (Neo-???)Thrash auf’s Parkett, haben allerdings ebenfalls derbste Soundprobleme. Es tut mir ein bisschen leid zu sehen das irgendetwas mit den Klampfenkabel nicht stimmt und der Sound etwas „gewöhnungsbedürftig“ (ich darf hier nicht „scheiße!“ schreiben… falls ich’s darf: der Sound war am Anfang echt scheiße!) ist. Zuerst ist Hannis Gesang lauter als alles andere (an dieser Stelle muss ich ihm anrechnen, dass er ein echt gutes Organ sein Eigen nennt – James Hetfield lässt grüßen), wird dann aber lautstärketechnisch durch das Schlagzeug abgelöst, das leider ein bisschen holpert. Gegen Mitte des Sets haben Bass und Gitarre nachgezogen und ich kann in Ruhe lauschen – die Mucke der Jungs ist stimmig, allerdings könnte die Bühnenpräsenz ein paar Eier mehr vertragen, denn bis auf Sänger/Gitarrist Hanni tut sich da nicht viel. Dementsprechend hält sich auch das Publikum zurück, applaudiert allerdings nach jedem Song artig.

DUST BOLT ziehen das Ganze komplett anders auf (den Startschuss habe ich leider nicht mitgeschnitten, da ich kurzzeitig in unseren Autowagen verschwinden musste um ein echt dickes Sandwich zu verdrücken) denn deren Bühnenshow ist absoluter Krieg: Ausfallschritt, Rückfall, Sprung, Headbang, Headbang, Haedbang, Sprung, Ausfallschritt – Abriss vom Feinsten! Man mag’s kaum glauben aber bei all dem springenden Gezappel können die Jungs Ihre Instrumente ebenfalls bedienen – herrlicher Thrash mit noch herrlicherer Stimme! Schön zu sehen das energiegeladener Thrash noch abseits des derzeit grassierenden Oldschoolbooms existiert. Die Besucher sehen’s ähnlich und gehen genauso ab wie die Kerls auf der Bühne. Einziges Manko: Nennt mich einen asthmatischen Rentner aber die Bühnenperformance ist mir stellenweise schon ein bisschen over the Top – ab und an könnte hier ein bisschen weniger mehr sein.

Und damit kommen wir zum Headliner des Abends – nach langem Intro begeben sich die Totenschädelfanatiker aus Schweden, mittelfingerstrotzend auf die Bühne und knallen den inzwischen rund hundert Besuchern eine gehörige Portion Hardcore-Punk-Thrash-Sonstwas vor den Latz. Anfangs noch etwas verhalten nimmt das vordere Drittel der Besucher vor der Bühne ab Song 3 nun endlich die Hände aus den Taschen und geht zu den Klängen der Stockholmer steil. Circlepit? Kein Problem – eine kurze Aufforderung von Shouter Dr. Mania, umrahmt von 12 „FUCK“s, und schon wird zirkuliert. DR. LIVING DEAD werden ihres Handwerks nicht müde und fordern das Publikum immer wieder zum Mitmachen auf, was jenes bereitwillig hinnimmt und am Ende des Sets eine Minute lang „FLUGHAFEN“ (richtig – wir sind ja in Erfurt Binderleben..) schreit. Die Maskierten kommen zurück und zocken noch drei Songs bis endlich alle zufrieden sind.

 

Fazit: Herrlich!