Merry Axe-Mess IX im Steinbruchtheater Nieder-Ramstadt
22.12.2013

 

MAMIX Flyer

 

Hier nun das dritte Konzert an diesem Wochenende. Auch wieder recht kurz entschlossen, nämlich ungefähr eine Woche vorher habe ich beim Veranstalter und den Bands um Foto-Erlaubnis gebeten, und diese auch erhalten.

Karten über den Vorverkauf waren zwar noch zu bekommen, da es aber zu spät für den Postversand gewesen ist, hat Chris von New Evil Music die Karte für mich zum Vorverkaufs-Preis an der Abendkasse hinterlegen lassen, was problemlos funktioniert hat.

Der Anreiseweg war hier ein bisschen länger, als ich es sonst gewohnt bin. Ungefähr 120 Kilometer bin ich eine Strecke gefahren. Der Weg ist auch hier wieder gut zu finden, und bis auf die Tatsache, dass ich am Ziel zweimal am Gebäude vorbeigefahren bin obwohl es echt groß ausgeschildert ist, bin ich problemlos und wieder mal viel zu früh am Ziel angekommen.

Nachdem ich mir an der Kasse noch das Eingangsprinzip der Drehtür erklären lassen musste (Die Frau M. und die Technik – naja, ihr kennt das ja…) stand ich dann mittendrin, am Ort des Geschehens. Der Raum langgezogen und fast über die komplette rechte Seite verläuft die Bar mit Sitzmöglichkeiten. Die Bühne ist am Kopfende des Raumes auf einer kleinen Empore aufgebaut und wird durch die Lautsprecherboxen eingerahmt. Von eigentlich jedem Platz ist eine gute Sicht auf die Bühne vorhanden, auch kann ich rechts und links wirklich weit neben die Bühne laufen und habe so quasi Rundumsicht auf die Musiker.

Beginn der Veranstaltung war für 19:30 Uhr angesetzt, und pünktlich auf die Minute wird der Abend mit der ersten Band eröffnet. Eraserhead aus Limburg dürfen als erstes für die Anwesenden aufspielen. Death Metal aus der Domstadt wird geboten. Auf den ersten kurzen Blick dachte ich, Chris Barnes steht vor mir auf der Bühne *hihi*. Marcos Stimmspektrum wechselt zwischen tiefem Grunzen und hohen Tönen ab, nicht eine Sekunde still steht der Fronter mit seinem Mikro, lässt die Dreads umherfliegen und sucht die Nähe zum Publikum. Zu Beginn noch recht zaghaft, wagen sich die ersten Zuschauer nach ein paar Songs näher an die Bühne und lassen die Matten kreisen. Spätestens beim Bolt Thrower-Cover gibt es dann unter den Anwesenden kein halten mehr und die Combo dürfte für reichlich Nackenschmerzen am nächsten Tag gesorgt haben. Mein Dezember-Geheimtip für Euch, sehr sympatische junge Band mit jeder Menge Potential für die Zukunft. Nächste Live-Chance: am 04.01.2014 im Knust in Hamburg. Ist zwar nicht gerade ein Katzensprung, aber wenn Ihr eh in der Nähe seid, schaut da mal vorbei…

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Während des Eraserhead-Konzertes wurde und vom Veranstalter leider mitgeteilt, dass der Auftritt von Carnal Ghoul aus Koblenz wegen Krankheitsgründen leider abgesagt werden musste. Da dies recht kurzfristig geschehen ist (2 Bandmitglieder waren schon vor Ort gewesen), konnte man leider nicht mehr für Ersatz sorgen. Als Entschädigung durfte dann jede der anderen 4 Bands die Spielzeit um 10 Minuten verlängern, was von den Fans dankbar angenommen wurde.

So hängten Eraserhead noch 2 Songs plus ein Cannibal-Corpse-Cover an das ursprünglich geplante Set dran, bevor nach kurzer Umbauzeit die 3 Jungs von Into Darkness die Bühne stürmten. Der Sound war am Anfang alles andere als optimal, während der ersten Songs war stets ein lautes Brummen zu hören. Als „Schuldiger“ wurde dann schnell das Gitarrenkabel identifiziert, als das ordentlich eingestöpselt wurde, war Ruhe im Karton *hihi*. Meinen besonderen Respekt verdient hier Andreas (Bass), der sich trotz Grippe tapfer auf der Bühne hält, und die komplette Spielzeit hindurch Vollgas gibt ohne sein Lachen aus dem Gesicht zu verlieren. Der Stil wird als Death Metal beschrieben, aber oft sind Einflüsse aus dem Grindcore zu erkennen. Ich fühle mich ein bisschen auf’s Party.San zurückversetzt, als ich mich bei Gutalax zwischen Schwimmtieren und Polizeikellen wieder gefunden habe. Der als Gutalax-Cover angekündigte Song passte da natürlich gut ins Bild. Lustigerweise fand ich’s besser als ein Original. Lag wohl daran (was ich erst im Nachhinein erfahren habe) das die Ankündigung als Cover nur ein kleiner Scherz war, und es sich natürlich um einen Original-Into Darkness-Song gehandelt hat. Soviel zum Thema „eigentlich kenn ich mich ja garnicht aus….“ muahahaha 😉  Bereits seit 1995 gibt es diese Heidelberger Band, von den Gründungsmitgliedern ist allerdings nur noch Sebastian (GIT/Voc) dabei. Die 3 bringen heute mächtig Bewegung ins Publikum, vor allem der junge Mann, passend gekleidet im Gutalax-Shirt, genießt den Auftritt sichtlich. Auch hier wurden 10 Minuten Spielzeit hinten dran gehängt. Die Band hatte Spaß an ihrem Auftritt, und vor allem die Gitarre wurde so leidenschaftlich bearbeitet, dass kurz vor dem letzten Song zwei (!) Saiten gerissen sind. Dank vorhandener Ersatzgitarre konnte das Konzert aber direkt fortgesetzt werden.

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Bis dato fand zumindest ich das Licht optimal zum Fotografieren. Die Bands sehen das leider anders, denn die beiden Front-Scheinwerfer leuchten genau ins Gesicht, so dass man von der Bühne aus das Publikum eigentlich überhaupt nicht sehen kann. Dan von Bösedeath löst für sich das Problem, indem er die Technik auffordert diese beiden Lampen auszuschalten. Gut für die Band, nicht so gut für meine Bilder….  Die Lokalmatadoren ziehen für diesen Abend die meisten Gäste in das Steinbruchtheater. Nach kurzem Soundcheck ist auch hier das Konzert plus 10 Minuten extra-Spielzeit in vollem Gange. Und dass hier der Heimvorteil vorhanden ist, merkt man schon in den ersten Songs. Das Publikum steht jetzt nah an der Bühne und die ersten Reihen stehen keine Sekunde still, sondern zetteln immer mal wieder einen Circle Pit an. Und auch hier schwingen die Haare im Takt. Auch weibliche Fans sind anwesend, denn in Song Nr. 3 fliegt ein BH auf die Bühne, ich schätze mal 70 DD, was für eiginges Gelächter gesorgt hat. Vor allem, als Rob (GIT) versuchte, sich diesen anzuziehen… Ganz nach dem Motto „Death fuckin‘ Metal“ ziehen die 4 das Set souverän bis zum Ende durch. Die Zusatzsongs für die verlängerte Spielzeit durfte sich dann das Publikum aussuchen, so dass mehrere Stücke gleich doppelt gespielt wurden, unter anderem auch ein Cover von Dying Fetus, bei dem der größte des heutigen Pits zu sehen war.

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Mein persönlicher Headliner waren, neben den ausgefallenen Carnal Ghoul, eindeutig Fragments of Unbecoming. Der Running Gag, wie ich zu meiner Ausgabe von „The Art of Coming Apart“ gekommen bin, wird mich wahrscheinlich mein restliches Leben verfolgen. Genaugenommen hat der Cudgel-Mitarbeiter vom Metalfest nämlich einfach einen guten Job gemacht und mir das Album quasi aufgeschwatzt…. Gottseidank… 😀 Nach dem ersten Live-Auftritt auf dem Party.San in diesem Jahr, bei dem der Sound leider echt Müll gewesen ist, war ich nun gespannt wie sich die 5 unter besseren technischen Voraussetzungen live anhören würden. Der Soundcheck hat schonmal um einiges länger gedauert als bei den Bands zuvor, ist aber denke ich zu verstehen wenn man weiß wie die Musik der Band strukturiert ist. Wenn da der Sound nicht stimmt, ist der Rest einfach nicht mehr gut. Leider haben einige Gäste nach Bösedeath schon die Heimreise angetreten, so dass zu Beginn des Konzertes der Zuschauerraum eher dürftig gefüllt war. Was sich aber während der Spielzeit noch zum positiven geändert hat. Der Sound ist zwar nicht astrein, aber auf jeden Fall kann ich die einzelnen Instrumente ganz gut voneinander unterscheiden, und es war nicht ein einziger Brei wie im Party.San-Zelt. Sam (VOC) ist wie ein Flummi, überall und nirgends auf der Bühne. Unterstützt wird er gesanglich von Stefan (auch GIT) und Christopher (auch Bass), und auch die 3 Stimmen sind gut voneinander zu unterscheiden. Besonders hat mich der Song „Memorial Stone“ auf der Playlist gefreut (obwohl ich auch heute meinen Liebling-Song vermisst habe….). Sogar eine Zugabe bekommen wir hier, so dass die Spielzeit zusätzlich verlängert wird. Vielen Dank schon einmal dafür… Und vielen Dank an Sascha für das beste Bild, dass ich an diesem Abend gemacht habe 😀

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Fazit:

10 Euro Eintritt für (ursprünglich) 5 Bands. Krankheit kann man nicht planen, das wird sicherlich jeder verstehen. Trotzdem ist es schade dass wir auf Carnal Ghoul verzichten mussten. Die Lösung denk ich mal ist aber im Sinne der Gäste gewesen, die insgesamt etwa eine Stunde zusätzliches Song-Material der Bands vorgesetzt bekommen haben.

Der Weg nach Darmstadt ist von mir aus echt weit, aber vor allem für Eraserhead und Fragments of Unbecoming hat sich die Anreise definitiv gelohnt, das waren meine Favoriten an diesem Abend.

Vielen Dank an Eraserhead, Into Darkness, Bösedeath, Fragments of Unbecoming für die tolle Leistung auf der Bühne. New Evil Music und das Steinbruch-Theater für die Ausrichtung, Bembel With Care, Hell-Is-Open, Sultans of Death und Rising Nemesis Records für das Sponsoring dieses neunten „Merry Axe-Mess“.

Nächstes Jahr geht es in die zehnte Runde, und da werden garantiert wieder einige Leckerbissen auf der Bühne zu sehen sein. Freut Euch da jetzt schon drauf…