Livereview und Bilder – Party.San Metal Open Air 2013

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Party.San Metal Open Air 2013, 08.08.2013 – 10.08.2013
Flugplatz Obermehler / Schlotheim

party San

Die Anreise gestaltete sich ziemlich entspannt. Zumindest bis auf die letzten 50 km. Kaum war ich über die thüringische Grenze, ging auf einmal die Welt unter… Gewitter und starke Windböen erschwerten meinen Weg über das letzte Teilstück der Autobahn. Kurz vor mir kippte sogar ein LKW um, kein besonders schönes Bild…

Das lässt natürlich am Wettergott zweifeln, die letzten Wochen war das Wetter einwandfrei, und nun das…
Gut, bis zum Festivalbeginn am Donnerstag ist ja noch ein bisschen Zeit, und so hoffte ich einfach mal, dass die Wolken am Himmel nur noch zur Deko dableiben.

Gerüstet war ich Klamotten-technisch zwar für jede Wetterlage, aber die Hauptkollektion (Bandshirt-Massaker zum Beispiel) lässt sich wohl nur bei gutem Wetter ordentlich ausführen.

Erster Zwischenstopp in Jena, Bekannte besuchen. Das bietet sich immer an, wenn ich dort eh unterwegs bin und sichert mir eine gute Übernachtungsmöglichkeit. Da ich eh schon in der Gegend war, habe ich mir Mittwochs vormittags noch einen Halt in Erfurt gegönnt. Ein bisschen Altstadt-Bummel, die Kamera natürlich immer dabei, hat mir ein paar schöne Bilder gebracht. Natürlich auch auf Anraten meiner Mutter, die sich wahrscheinlich ebenso über die Fotos freut.

Gegen Mittwoch Nachmittag kam ich zunächst in der Pension an, in der ich das Zimmer für die 4 Tage gemietet hatte. Ich bin, wie ihr sicherlich schon wisst, kein Freund des Zeltes, und so war ich echt froh, dass ich so nah am Geschehen noch ein Zimmerchen ergattern konnte. Auspacken, Umziehen, Lage peilen stand zunächst auf dem Plan.

Bis zum Gelände muss ich noch ein bisschen fahren, aber das ist nicht weiter tragisch. Die Festival-Crew hat soweit schon alles aufgebaut, nur das letzte Feintuning ist noch zu machen, bevor der Zeltplatz letztendlich für die Besucher freigegeben wird.

Da ich Mittwochs noch ziemlich früh dran war, nämlich so gegen 17.00 Uhr, hatte ich keine Probleme, schnell an meine Ausweise zu kommen. Ausdruck abgeben, Bändchen erhalten, fertig. Das größere Problem bestand darin, einen Parkplatz für mein Auto zu finden. Wenn man nämlich (wie ich) nicht campt, ist das garnicht so einfach… Ich fragte 4 Mitarbeiter, und alle 4 erklärten mir einen anderen Weg. Schlussendlich bin ich einmal komplett um das ganze Camping-Areal geschickt worden, bis ich wieder am Ausgangspunkt angelangt war (Fahrzeug-Kontrolle), wo sich die Plätze für die Tagesparker befanden…

Der Einlass an sich ist gut organisiert. Zunächst erhält man seine Parkmarke (10 Euro für 4 Tage ist ein fairer Preis, wie ich finde) und die obligatorische Mülltüte. Danach wird man an einen von 5 Mitarbeitern verwiesen, der den Kofferraum bzw. das Camping-Mobil nach verbotenen Gegenständen (Glasflaschen etc….) durchsucht. Klingt alles schlimmer, als es ist, und die Wartezeit beschränkte sich, zumindest Mittwochs noch, auf höchstens 5 Minuten.

Nach der Fahrzeug-Kontrolle hat man die Möglichkeit, kurz am Seitenrand anzuhalten um ggf. auf weitere Fahrzeuge zu warten, bevor man von einem weiteren Mitarbeiter den Weg zum nächsten freien Camping-Plätzchen gezeigt bekommt.

Auch in diesem Jahr kann das Zelt wieder direkt neben dem PKW aufgeschlagen werden, was das Schleppen der Ausrüstung vom Park- zum Campingplatz vermeidet. Außerdem kann man die Wertsachen direkt im PKW einschließen, und muss nicht überlegen, ob man den iPod jetzt in den nächsten 4 Stunden braucht oder nicht…. Die meisten Festivalbesucher sind ,ebenso wie ich, schon mittwochs angereist. Der Camping-Ground ist somit schon gut gefüllt, viel Platz für Nachzügler ist nicht mehr da. Wenn es das Party.San tatsächlich in den nächsten Jahren schafft, die Besucherzahlen jenseits der 10000 zu halten, wird es wohl nötig sein, den ein oder anderen Quadratmeter mehr anzubieten.

Die Festival-Besucher kommen, im Gegensatz zum Extreme- bzw. Metalfest, nicht hauptsächlich aus Deutschland. Ein sehr großer Teil ist extra aus den Nachbarländern angereist, gesehen habe ich Autos aus Frankreich, Niederlande, Belgien, Schweiz, Österreich und Polen. Sogar ein, zwei Italiener habe ich entdeckt, und auch die Tschechei und Norwegen sind vertreten. Ein internationales Erlebnis also…

Wer am Mittwoch bereits angereist ist, bekam zwar Abends keine Live-Musik mehr geboten, dafür aber eine astreine Metal-Disco im bereits dafür geöffneten Party-Zelt. Genau richtig, um die Stimmung schon mal anzuheizen, und sich auf den offiziellen Beginn des Festivals am Folgetag einzustimmen.

Ich bin an diesem Abend nur noch kurz über den Platz geschlendert, habe mich mit der Umgebung vertraut gemacht, mein Festivalbändchen abgeholt und war ziemlich früh wieder in der Pension, noch ein bisschen vor-schlafen für die nächsten 3 Tage. In meinem Alter steckt man das nicht mehr so leicht weg *haha*

 

Tag 1, Donnerstag, 08.08.2013

Der erste Festival-Tag beginnt ur-gemütlich, nämlich mit einem tollen Frühstück in der Pension. Ich hatte zunächst die falsche Uhrzeit im Kopf, und wollte gegen elf schon zum Gelände aufbrechen. Gut, dass ich vorher nochmal auf die Running Order geschaut habe. Das erste Konzert beginnt um 16:30 Uhr – puuuh, Glück gehabt… So gammele ich noch ein bisschen auf meinem Zimmer herum, und mache mich am frühen Nachmittag auf, der ersten Band des Tages die Ehre zu erweisen.

Die Wartezeit am Donnerstag ist zwar doppelt so lange wie am Vortag, allerdings immer noch im Bereich des vertretbaren, und so kann ich nach 10 Minuten mein Auto auf dem Tages-Parkplatz (den außer mir nur 2-3 weitere Autos nutzen) abstellen.

Als erstes fällt auf jeden Fall auf, dass nicht so viele Kostümierte rumlaufen, wie ich das von anderen Festivals gewohnt bin. Keine Elfen, MonChiChis oder Schamanen, nur die obligatorische Banane und Bademantel-Träger (die ich während der drei Tage nur zu Gutalax und Magrudergrind zu Gesicht bekommen habe). Ansonsten sind nur die harten Metaller anzutreffen, bepatchte Jeanskutten und Lederhose dominieren das Bild.

Ein wenig Verzögerung beim Einlass aufs Gelände lässt ein wenig Langeweile aufkommen, doch um 15.30 Uhr strömen die ersten Besucher durch den Einlass, der auch hier wenig Wartezeit in Anspruch nimmt. Kurze Sicherheitskontrolle, Tasche checken, und dann durfte auch ich den heiligen Boden betreten.

Vom Lineup her freue ich mich heute besonders auf Legion of the Damned, aber auch die anderen Bands werde ich mir natürlich anschauen.

 

Das Festival wird eröffnet von Bombs of Hades. Die 4 Death-Metaller aus Schweden haben die Ehre, den noch jungfräulichen Bühnenboden als erste zu betreten – und ziehen eine beachtliche Besuchermenge vor die Bühne. Mit dem aktuellen Album „The Serpent’s Redemption“ im Gepäck wird schon mit den ersten Klängen klar: Wenn das 19. Party.San so anfängt, dann wird das ein echt geiles Wochenende. Vom ersten Song an sieht man hunderte Haarschöpfe fliegen, der Einstand für das diesjährige Party.San ist gelungen.

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Ein Heimspiel haben die Jungs von Farsot. Die aus dem thüringischen Gotha stammende Band lässt es allerdings ein wenig ruhiger angehen. Wer die Dynamik und Power von Bombs of Hades erwartet, der ist hier fehl am Platze. Melancholische Klänge ertönen über den Platz, und lassen das Publikum ein wenig zur Ruhe kommen. Zum Kopfnicken ist dennoch genug Beat da, und wer Musik á la Enslaved mag, der ist hier definitiv richtig am Platz….

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Farsot_08-08-2013_4

 

Denial of God aus Dänemark entern mit weiß geschminkten Gesichtern die Bühne. Corpsepaint am frühen Abend – das verspricht eine gute Show zu werden. Wer allerdings den üblichen harten Mix aus Black und Heavy Metal erwartet, der wird ein wenig enttäuscht. Es beginnt ruhig, und genauso gemächlich, wenn nicht sogar ein wenig zu langsam für den ein oder anderen geht es weiter. Trotzdem werden die Jungs begeistert empfangen, denn es ist kein Geheimnis, dass die Konzerte dieser Combo nicht allzu stark gesät sind. Eine leicht theatralische Bühnenshow rundet den Auftritt der Dänen ab, und die halbe Stunde Spielzeit endet genauso schnell, wie sie begonnen hat.

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Denial of God_08-08-2013_11

 

Obwohl der Stil von Alcest nicht ganz zum sonstigen Party.San Lineup passen will, liefern die Jungs ein technisch und musikalisch einwandfreies Set ab. Die Band aus Frankreich hat sich dem sogenannten Post Black Metal gewidmet, und ist, wie auch schon Farsot und Denial of God, für die etwas ruhigeren Töne des Tages verantwortlich. Die Lyrics, hauptsächlich in französisch gehalten, gehen gut ins Ohr, auch wenn es etwas ungewohnt anzuhören ist.

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Deströyer 666, der erste kleine Headliner auf den ich mich besonders gefreut habe. Die Australier hauen ab dem ersten Song Gitarrenriffs noch und nöcher über den Flugplatz, und wer jetzt nicht zumindest mit dem Kopf nickt, der ist wohl am falschen Ort. Die kleinen technischen Probleme, die es zu Beginn des Konzertes gab, sind behoben und so können Deströyer 666 mit einer einwandfreien Show aufwarten.

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Norwegischer Black Metal, das sind Carpathian Forest – zur Einstimmung bekommt das Publikum erst einmal zwei umgedrehte Kreuze vor die Nase gehalten. Dass es draußen nun schon ein wenig dämmert, kommt der perfekten Licht-Show sehr zu Gute, der Auftritt der Band ist sowohl musikalisch als auch optisch ein Genuss. Mir als Frau fallen natürlich neben der Musik noch Accessoires, wie die Pulsschützer von Frontmann Nattefrost ins Auge. Denen möchte ich nicht im Dunkeln begegnen… Mit „Mask of the Slave“, „Suicide Song“ oder „Black Shining Leather“ (um nur einige zu nennen) wird uns eine gorßartige Setlist geboten. Black Metal + Norwegen, diese Mischung kommt immer gut, ebenso hier und heute. Die Auftritte von Carpathian Forest stehen und fallen ja bekanntermaßen mit dem Alkoholspiegel von Nattefrost. Heute hat er einen guten Tag, und die im Corpse Paint angemalte Combo knüppelt einen Song nach dem anderen um unsere Ohren.

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Legion of the Damned aus den Niederlanden hatte ich auf dem Extremefest schon einmal Live gesehen. Letztmalig 2008 auf dem Party.San beehren uns die Herren erneut mit einer Mischung aus Death- und Trash-Metal. Und der Auftritt kann sich sehen lassen, der Platz vor der Bühne ist gut gefüllt und mit der Feuer-Show treiben die Jungs die Stimmung auf den Höhepunkt des Abends zu. Die Klassiker „Legion of the Damned“ und „Werewolf Corpse“ werden von der Menge begeistert aufgenommen. Auch die beiden, vom künftigen Album stammenden Songs müssen sich nicht hinter den bekannten verstecken. Auch wenn der Auftritt ein bißchen schwächer wirkt als ich es vom Extremefest gewohnt bin, kommen die Holländer dennoch gut an.

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VETO – dieses Wort auf der Bühnen-Deko kann nur eins bedeuten – Heaven Shall Burn machen sich mit neuem Album im Gepäck auf, das Party.San zu rocken. Nicht zum ersten Mal genießt die Band aus Thüringen den Heimvorteil, und legt direkt mit dem ersten Song einen grundsoliden Auftritt auf die Bretter. Anfangs noch belächelt, da der Musik-Stil nicht so recht auf’s Party.San passen will, bringen HSB nun die Massen zum brodeln. Ein bißchen Metal-Core mischt sich mit den gewohnten Tönen aus (Melodic) Death Metal. Das kommt gut an. Der Headliner des ersten Tages räumt ordentlich auf, und am Ende der Show muss auch der härteste Kritiker gestehen, dass er um ein Kopfnicken nicht herumgekommen ist.

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Tag 2, Freitag, 09.08.2013

Die Tschechen von Gutalax eröffnen den zweiten Festivaltag. Mit Ganzkörper-Maleranzügen, Klobürste und Klobrille bewaffnet, zeigt sich die Band verantwortlich für die Anhänger der Gore-Grind-Fraktion. Circlepit mittags um zwölf – mit Bademänteln, Polizeikellen und diversen Schwimmtieren ausgestattet sammelt sich die Spaß-Fraktion vor der Bühne, und kennt schon nach den ersten Songs kein Halten mehr. Auf dem Extremefest konnte ich mit dieser Band schon nichts anfangen, das hat sich seither nicht geändert. Aber wie heißt es so schön, Geschmäcker sind verschieden, und dass diese Band viele Anhänger hat, lässt sich bei den Massen vor der Bühne nicht verleugnen. Grunzenderweise wird der halbstündige Auftritt mit viel Spaß seitens der Tschechen über die Bühne gebracht und ich muss einmal mehr überrascht eingestehen, dass man auch mit nicht verständlichen Songtexten die Menge begeistern kann.

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Magrudergrind übernehmen im Anschluss das Zepter. Auch Grindcore, allerdings ein bisschen ernsthafter und (auch für mich) anhörbar. Die 3 Amis erinnern ein wenig an Napalm Death, und bringen erneut das Publikum in Wallung. Wenngleich auch die Stimmung ein bisschen runterfährt, nach dem Fun-Auftritt von Gutalax. Jedenfalls sichert sich die Band hier den zweiten Circle des Tages mit ihrem gekonnt soliden Auftritt.

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Da die Jungs von Graveyard noch im Stau stehen, sind die 4 Mitglieder von Dr. Living Dead so spontan und tauschen ganz einfach den „Sendeplatz“. Als erstes fallen die Totenkopfmasken auf, die jeder der 4 Schweden trägt. Als die ersten Gitarrenriffs ertönen ist jedoch für mich eins klar – Masken hin oder her, die Musik überzeugt, geht gut ins Ohr, hat Wiedererkennungswert und lädt einfach nur zum mitrocken ein. Der schwedische Crossover fetzt, macht gute Laune und ist auf jeden Fall sehenswert.

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Graveyard aus Spanien, nun wohlbehalten in Schlotheim angekommen, können ihren Auftritt nun doch noch über die Bühne bringen. Auch wenn der Tausch des Platzes mit Dr. Living Dead eventuell ein bisschen ungünstig war, sehr spontan und kaum angekündigt, fesseln die Spanier um Julkarn das Publikum vom ersten Song an. Das gute Wetter hat die Combo anscheinend direkt aus Spanien mitgebracht, denn entgegen aller vorherigen Vermutungen (das wird ne Schlammschlacht—- es regnet auf jeden Fall— in Schlotheim regnet es immer) ist es heiß. Sehr heiß – und das macht die Menge wohl ein bisschen bewegungsloser, als es Graveyard sonst gewohnt sind. Aber nichtsdestotrotz legt die Combo einen guten Auftritt hin, und von den Schwierigkeiten bei der Anreise ist nichts mehr zu spüren.

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Die Japaner von Coffins stürmen mit Death & Doom die Bühne. Der seltene Besuch aus Asien legt einen wirklich guten Auftritt hin. Auch wenn sich der ein oder andere wohl gerne selber an der Jackie-Flasche festgehalten hätte, die Sänger Uchino die ganze Zeit fest in seiner Hand gehalten hat, wogt die Masse vor der Bühne und bildet einen Pit der Extraklasse. In den ersten Reihen dürfte es reichlich ungemütlich geworden sein während dieser dreiviertel Stunde.

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Shining – viele Anhänger dieser Band habe ich in den letzten Tagen schon gesehen. Und die sind auch alle gekommen, um den Auftrtitt rund um Niklas Kvarforth und seine Mannen anzuschauen. Wie immer nutzt der Selbstdarsteller jede Möglichkeit, mit obszönen Gesten und erhobenem Mittelfinger um sich zu werfen. Auch die mitgebrachte Whiskey-Flasche wird öfter als einmal angesetzt. Und ja, es ist echter Whiskey in der Flasche, wie ich am eigenen Leib erfahren durfte. Niklas hat seine wahre Freude daran, die Fotografen anzuspucken, und ich stand in der Einflugschneise des Tröpfchenregens ganz vorne mit dabei… Die Art des Misanthropen Kvarforth gefällt nicht jedem, an der musikalischen Leistung an diesem Nachmittag ist allerdings nichts auszusetzen, und die Fans haben ihren Spaß.

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Bleeding Red aus dem Baden-Württembergischen Spraitbach eröffnen die Konzerte, die in den nächsten zwei Tagen auf der Zeltbühne stattfinden. Mit „Blackened Death Metal“, wie sie selber ihren Stil beschreiben, hallen die ersten Töne über das Festival-Gelände und locken die Zuschauer aus der Sonne ins schattige Zelt hinein. Die noch recht junge Band, die im Jahr 2006 gegründet wurde, hat ihre erste LP „Evolutions Crown“ im Gepäck und haut uns eine halbe Stunde brachiale Gitarren und Drum-Gewitter um die Ohren. Ein würdiger Opener für die kleine Bühne….

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Grand Supreme Bloodcourt – am Tag zuvor dachte ich noch, ich hätte was in der Running Order verpeilt. Martin von Drunen hatte ich am Donnerstag schon als normalen Festivalbesucher gesehen, und habe natürlich sofort das Bild von Asphyx oder Hail of Bullets im Kopf gehabt. Aber nein, als GSBC die Bühne stürmen, fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Martin hat einen weiteren Ableger von Asphyx im Gepäck und stürmt unter neuem Namen (mit fast der kompletten Asphyx-Besatzung) die Bühne. Die Stimme erkennt man unter tausend, und so ist es nicht verwunderlich, dass sich die Songs trotz neuem Namen doch alle irgendwie gleich anhören. Allerdings können wohl auch einige andere Besucher mit dieser Band noch nicht viel anfangen, denn der Besucherdrang vor der Bühne ist zu Beginn noch nicht ganz so groß.

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Mit Wound entert eine Band ganz aus meiner Nähe, nämlich aus Wiesbaden, die Bühne. Die Jungs habe ich letztes Jahr schon als Vorband von Asphyx gesehen, und daher habe ich mich wieder sehr auf den Auftritt gefreut. Mit der brandneuen Scheibe „Inhale the Void“ im Gepäck legen die Jungs einen soliden Auftritt auf die Bretter. So habe ich die in Erinnerung. Viel Applaus ernten die 4 mit diesem guten Auftritt und machen Lust auf mehr…

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Ein besonderes Ereignis ist es immer, wenn Anaal Nathrakh aus Birmingham die Bühne entern. Denn die Konzerte dieser Band lassen sich quasi an einer Hand abzählen, war doch zu Beginn lediglich eine Studio-Arbeit geplant. Umso erfreulicher war die Tatsache, dass die Veranstalter die 5 Jungs für das diesjährige Party.San gewinnen konnten. Die Mischung aus Black-/ Death-/ Grindcore- und Extreme-Metal lässt wieder die Haare der Zuschauer fliegen und in den ersten Reihen vor der Bühne dürfte es recht ungemütlich geworden sein. Alles in allem ein starker Auftritt einer Band, die ich mir definitiv für die Zukunft merken werde.

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Deserted Fear aus Eisenberg in Thüringen setzen die Reihe der Underground-Bands fort. Das Party.San ist DAS Festival für die Newcomer des Jahres. Schon beim Soundcheck warteten viele Anhänger der Band vor der Zeltbühne und konnten den Beginn des Konzertes nicht erwarten. Gewohnt brachial geht es direkt vom ersten Song an zur Sache. Mit „The Battalion of Insanities“ Aus dem Debütalbum „My Empire“ wird die halbe Stunde Death Metal eröffnet. Die Bühnenpräsenz der 4 Jungs ist vom ersten Moment an gewohnt offen und man merkt den Spaß an der Sache mit jedem Song. Bei so mancher Zelt-Band habe ich mich in den 3 Festival-Tagen gefragt, wieso zum Teufel die nicht auf der Mainstage stehen – Deserted Fear ist eine davon. Das Ende nächsten Jahres ein neues Album folgen wird, sei hier am Rande erwähnt, denn wenn es nur annähernd so gut wird wie das Debüt, ist es Pflicht für jeden CD-Schrank.

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Der Death Metal, den wir von Vomitory um die Ohren bekommen, kann sich sehen lassen. Der Platz vor der Bühne ist von der ersten Sekunde an sehr gut besucht, was sich bei der Menge der Vomitory-Shirts schon von Beginn an erahnen ließ. Bei dem Party.San Auftritt in diesem Jahr handelt es sich wohl leider um den letzten Auftritt der Combo in Deutschland, die Band steht kurz vor der Auflösung – was sowohl auf dem Festival-Gelände als auch bei Facebook bekanntgegeben wurde und gleichermaßen für bestürzte Gesichter gesorgt hat. Die Schweden liefern sauber ab, werden nochmal so richtig gefeiert und dieser (vorerst…) letzte Auftritt wird so manchem Fan noch lange im Gedächtnis bleiben.

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Alchemyst aus Thüringen waren während fast des kompletten Auftritts nicht zu sehen. Denn der Bühnen-Nebel, der eh schon ziemlich stark war an diesem Tag wurde durch eine zweite, eigens von der Band mitgebrachte Nebelmaschine – noch dichter. Die im September 2009 gegründete Band hat eine halbe Stunde Death / Black Metal im Gepäck, von dem ich mir allerdings nur die ersten 3 Lieder angehört habe. Der Sound ließ sehr zu wünschen übrig, die Sicht auf die Bühne äußerst schlecht und so habe ich mich lieber pünktlich zu Primordial wieder zur Main-Stage aufgemacht.

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Primordial – Das heißt Celtic/Folk/Death Metal. Eigentlich ganz meine Baustelle. Die Stimmung ist super, die Songs der Iren werden begeistert mitgesungen. Energie haben die Jungs, dass muss man ihnen lassen. Das Publikum wird gefesselt und viel zu schnell vergeht die Spielzeit der Band. Dass ich das Ende des Konzerts nicht mitbekommen habe, weil ich gleichzeitig unbedingt im Zelt den Beginn des Fragments of Unbecoming-Konzertes sehen wollte, ist ein bisschen schade, aber ich habe ja in einer Woche die Möglichkeit, die Jungs nochmal auf dem Summer Breeze zu sehen, von daher werde ich das wohl überleben.

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Zu meinem Album von Fragments of Unbecoming bin ich gekommen, wie die Jungfrau zum Kind. Ein netter Cudgel-Mitarbeiter hat mir die Scheibe auf dem Metalfest quasi aufgeschwatzt. Wer mich kennt weiß, dass ich Musik lieber elektronisch im iTunes-Store kaufe und kaum eine richtige CD im Schrank stehen habe. Noch dazu kannte ich die Band nicht… Noch am selben Abend wurde natürlich direkt reingehört, und ich glaube die Mitglieder der Metal-WG haben jetzt immer noch „Nacken“ von der damals halbstündigen Autofahrt *haha*. Umso erfreuter war ich natürlich, diese Band auf der Running Order des Party.San wieder zu sehen. Melodic Death Metal, das geht gut ins Ohr und die halbe Stunde Spielzeit verging wie im Flug. Der Sound war leider nicht ganz so optimal, so dass die Instrumente manchmal nicht klar zu unterscheiden waren. Trotzdem ein guter Auftritt, auch wenn mein Lieblingslied leider nicht gespielt wurde…

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Unleashed, von meinem Kollegen hoch gefeiert, haben mich bei ihrem letzten Auftritt, den ich gesehen habe, nicht überzeugt. Umso gespannter war ich, ob es dieses mal besser wird. Pagan Death Metal – das haben sich die Jungs auf die Fahne geschrieben. „Fimbulwinter“ und „Wir kapitulieren niemals“ läuten den weiteren Abend ein. Regelmäßig auf dem Party.San vertreten, zieht die Band die Fans schnell in ihren Bann. Nur mich wiederum nicht, der Funke will bei mir einfach nicht überspringen. Da drehe ich lieber noch schnell eine Runde über’s Gelände und zum Auto, um pünktlich für Dying Fetus wieder auf der Matte zu stehen.

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Dying Fetus – nur 3 Mann stark – legen eine Show für 10 auf die Bühne. Die Setlist lässt keine Wünsche offen. Als Opener wird uns direkt mal „Grotesque Impalement“ vor den Latz geknallt. So muss das sein. Wogende Mähnen wohin man nur blickt und die Security kommt nun auch ein bisschen in Wallung, denn die kriegen richtig was zu tun. Crowd-Surf-Paradies Schlotheim, die perfekte Welle steht wohl gerade auf der Bühne. „We are your enemy“ , „Kill your mother, Rape your dog“ und „One Shot, one Kill“… Alle Register wurden hier gezogen. Richtig geil war dieses Konzert, die beste Voraussetzung um nun den Headliner des heutigen Tages zu begrüßen.

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Hypocrisy schließen den Freitag Abend ab. Ein würdiger Header, wie ich finde. Schon im Sonnenlicht auf dem Metalfest hat mich die Band überzeugt, im Dunkeln auf thüringischem Boden kommt das ganze noch mal eine Spur besser daher. Mit einer einwandfreien Leistung, Feuershow und einem großartigen Bühnenbild liefert die Band einen erstklassigen Auftritt ab. Die Haare fliegen und das Publikum nimmt sowohl alte als auch neue Songs begeistert auf. „End of Disclosure“, „The Eye“, „ War Path“, „Roswell 47“- um nur einige zu nennen – werden mitgesungen und die Band bis zum Schluss gefeiert. Mit langem Applaus und dem Ruf nach Zugabe (der hier wie auch bei allen anderen Auftritten leider nicht gewährt wird) wird die Band nach 1,5 stunden in den „wohlverdienten Feierabend“ entlassen.

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Tag 3, Samstag, 10.08.2013

Skeletal Remains eröffnen den dritten und letzten Festivaltag. Eigentlich so gar nicht meine Musikrichtung, gehen die Songs der von dem deutschen Label F.D.A. Rekotz betreuten Band von Anfang an in mein Ohr. Dass trotz der Mittagshitze eine menge kopfnickender Fans vor der Bühne stehen, zeugt vom Können der Death-Metal-Band aus den Staaten. Der Gast-Auftritt von Marc Grewe (Morgoth) ist eines der Highlights des halbstündigen Auftrittes, der mit Zugabe-Rufen seitens der Zuschauer endet und meiner bescheidenen Meinung nach viel zu schnell vorüber ist. Für mich trotz der frühen Spielzeit eines der Highlights des heutigen Tages.

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Procession, das ist Doom-Metal vom anderen Ende der Welt, nämlich aus Chile. Und auch wenn die Band zur Zeit im hohen Norden, genauer gesagt in Schweden, verweilt – auch Südamerikaner verstehen es, gute Mucke zu machen, das kann man hier hören. Wer Musik a la Candlemass mag, der ist hier gut bedient. Allerdings möchte (vielleicht ob der frühen Mittagsstunde) der Stimmungsfunke nicht bei allen Festivalbesuchern überspringen, der Platz vor der Bühne ist noch relativ leer. Der Sound wird ein wenig durch die heftigen Windböen gestört, die an diesem Nachmittag über den Flugplatz fegen. Alles in allem aber ein guter Auftritt der 4 Musiker.

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Kurzer Soundcheck, dann geht es weiter mit Doom – Hooded Menace aus Joensuu / Finnland erklimmen die Bühne. Die Jungs kommen insgesamt besser an, als die Kollegen von Procession. Der Platz vor der Bühne ist sichtlich voller. Ob es nun daran liegt, dass der Schwerpunkt bei dieser Band ein bisschen mehr auf Death gelegt wird, oder an der fortschreitenden Tageszeit sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall sind die 4 Kapuzenträger guter Laune und bringen diese gekonnt unter die Zuschauer. Vom Underground direkt auf die Mainstage – dass muss man erst mal nachmachen…

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Es gibt Bands, die kommen einfach nachmittags in brütender Hitze nicht so gut rüber wie Abends in der Dämmerung. Eine davon ist Demonical – die frühe Nachmittagsstunde nimmt der Band etwas von der Atmosphäre, von der der „Fucking Death Metal“ lebt. Trotzdem sind echt viele vom schattigen Zelt vor die Hauptbühne gepilgert um sich dieses Konzert anzuschauen. Hämmernde Drums, scharfe Gitarren gepaart mit 30 Grad im Schatten lassen aber selbst den erfahrensten Festivalbesucher ein bisschen an seine körperlichen Grenzen kommen, und so schaut man nach dem Konzert in Gesichter, denen man ansieht das sie echt ALLES gegeben haben.

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Erneut eine Band, die zu früher Tagesstunde im Corpse-Paint auf der Bühne aufläuft. Tsjuder aus Norwegen ziehen die Fans mit Black Metal vor die Bühne. Es wird böse, das ist mal sicher. Und die nur 3 Mann starke Band versteht es, das Publikum zu unterhalten. Genauso wie Dying Fetus am Tag zuvor, werden die Vocals vom Bass und der Gitarre übernommen. Und das klappt echt gut, da können sich manche Bands mit mehr Mitgliedern eine ordentliche Scheibe von abschneiden. Die Sonne ist zu dieser Zeit auch schon wieder am bretzeln, und obwohl es für Black Metal eigentlich viel zu heiß ist, sieht man die Köpfe kreisen und die Haare fliegen. Der dritte und letzte Festival-Nachmittag ist eingeläutet…

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Obscura ist eine Band, von der ich vor dem diesjährigen Party.San noch nicht viel gehört habe (außer dem obligatorischen „mal reinhören, wer da alles so spielt“). Umso gefesselter war ich von diesem Auftritt, mit dem es die Combo von der Bühne aus direkt in meinen iPod geschafft hat. Die Mannen rund um Vocalist Steffen Kummerer hauen uns eine Salve Death Metal um die Ohren, die sich gewaschen hat. Starke Melodien, schnelle Spielweise und eine wirklich fiese Stimmlage spielen perfekt zusammen.

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Erazor aus Dinslaken eröffnen die heutigen Underground-Konzerte. Wobei der Name Underground auch heute wieder einen falschen Eindruck vermittelt, denn es sind wieder einige wirklich gute Sachen dabei. Black/Trash-Metal aus dem Pott, das erinnert ein bißchen an Kreator oder Sodom – und wer diese Bands mag, der ist auch hier richtig am Platz. Seit 2005 im Geschäft haben die 5 Musiker um Sänger Black Demon das Party.San-Volk direkt im Griff und liefern eine halbe Stunde solide Mucke ab. Definitiv sehenswert, das meine bescheidene Meinung.

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Dahingegen kommen Helrunar ein wenig so rüber, als hätten sie die Handbremse angezogen. Pagan/Viking-Metal auf dem Party.San, das hat sich in den letzten Jahren ganz gut gemausert und passt eigentlich auch voll ins Lineup. Aber hier und heute ist der Spaß ein wenig verloren gegangen. Die technische Seite ist einwandfrei, das Songmaterial gut, aber die Bühnenpräsenz ist – gelinde gesagt – nicht ganz so überzeugend. Und ein wenig zu bemängeln ist die seit Ewigkeiten gleiche Setliste – das wird auf Dauer echt langweilig… Für’s nächste Mal wünsche ich mir ein paar neue Songs…

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Deathronation aus Nürnberg haben sich Old School Death Metal auf die Fahne geschrieben. Die 4 Mann starke Band läuft blutüberströmt auf der Bühne auf und liefert ein halbstündiges solides Set ab. Auch wenn die Bühnenshow nicht ganz so aufwendig erscheint wie die vom Zelt-Vorgänger Erazor, so stehen doch recht viele Zuschauer vor den Bühnenbrettern um die Jungs zu sehen.

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Desaster aus Koblenz sind quasi ein Heimspiel für mich. Und eine große Überraschung für alle anderen Party.San-Gäste dazu. In einer hammermäßigen Geschwindigkeit (der Soundcheck dauerte gerade mal 5 Minuten) war die Band startklar und hat mal eben 10 Minuten mehr Spielzeit als geplant im Gepäck. Das auch noch eine Zugabe hintendran kommt, ist der Autopanne von Impaled Nazarene zu verdanken, und so wird aus den eigentlich geplanten 45 Minuten ein kleiner Spiel-Marathon. Hier zeigt sich, dass 25 Jahre Bühnenerfahrung echt von Vorteil sind, jeder Handgriff sitzt und das kommt beim Publikum gut an. Eine solide Song-Auswahl, gut gelaunte Band – was will man mehr….

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Sulphur Aeon machen uns mit Death Metal Dampf unterm Hintern. Die Band wurde mir von dem selben Menschen empfohlen, der mir auch das Fragments-Album verkauft hat, das konnte also eigentlich nur gut werden. Und es war gut, fliegende Haare, aufsteigender Staub vom Boden in den ersten Reihen und eine Band, von deren Bühnenpräsenz sich so manch andere eine Scheibe abschneiden kann. Das hat voll Bock gemacht, und ich denke ich werde mir die Jungs ganz bestimmt nochmal anschauen, sollten die hier in der Nähe zu Gast sein.

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Sulphur Aeon_10-08-2013_13

 

Bis zum Auftritt von Impaled Nazarene konnte der echt gut durchdachte Zeitplan tatsächlich genau eingehalten werden. Eine Autopanne auf dem Anreiseweg der Band verhinderte leider, dass es hier pünktlich weitergehen konnte. Mit einer Verspätung von ca. 20 Minuten stürmen die Jungs auf die Bühne, und ohne großes Intro fängt die Show sofort an. Zeit für große Ansagen bleibt ebenfalls nicht mehr. Die Band zieht die Show auch ohne Bühnendeko durch, verzichtet auf großartigen Soundcheck. Vom Pannenauto direkt auf die Showbühne – das ist die Devise. Leider kann nicht das komplette Set gespielt werden, aber die Band ist bemüht, den Ausfall so klein wie möglich zu halten. Das hinterlässt einen guten Eindruck bei den Fans. Einzig und alleine die nicht rechtzeitig gegebene Information seitens des Veranstalters, warum es denn hier nicht weitergeht, hinterlässt einen kleinen faden Beigeschmack.

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Impaled Nazarene_10-08-2013_06

 

Attic aus Gelsenkirchen. Die einzige Band, die ich am diesjährigen Party.San nicht gesehen habe dank der Autopanne von Impaled Nazarene. Aber die Töne, die ich während der Wartezeit im Fotograben auf die nächste Mainstage-Band aus dem Zelt aufgeschnappt habe, lässt eine gute Show vermuten. Purer Heavy Metal a la King Diamond oder Judas Priest wird hier geboten, und nach Berichten von den Besuchern dieses Konzertes ist man vor der Bühne mächtig ins Schwitzen gekommen.

20 Jahre Death-Metal aus Nossen – Das sind Purgatory. Die Band, die dieses Jahr ihren runden Geburtstag feiert, legt sich vom ersten Song an mächtig ins Zeug. Mit der 2013 erschienenen Platte „Deathkvlt“ im Gepäck heizen uns die 4 mächtig ein. Auch hier zeigt sich wieder, dass auch die Zeltbühne wirklich gute Musiker beherbergt. Das muss auf jeden Fall fortgeführt werden.

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Purgatory_10-08-2013_05

 

Destruction fahren auf mit Trash-Metal. Das kleine technische Gitarrenproblem am Anfang der Show ist schnell vergessen, und man sieht ziemlich flott nur noch fliegende Haare in der schlotheimer Abendluft. Hier ist gut bedient, wer die Musik von Kreator oder Sodom mag… Die 3 Mann starke Truppe, die bereits 1983 in Weil am Rhein gegründet wurde, hat von Beginn an das Publikum fest im Griff. Geile Bühnendeko und eine ebenso tolle Licht- und Feuershow machen den Auftritt in der Abenddämmerung zu etwas Besonderem.

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Destruction_10-08-2013_04

 

Korpiklaani wollen einfach nicht so recht auf das Party.San passen. Die Zuschauerzahl, deutlich verringert im Gegensatz zu Destruction, zeigt das ebenfalls. Trotzdem liefern die Finnen eine auf ihre Art gute Show ab. Gut gelaunte Gesichter sieht man auf der Bühne und die Mischung aus Folk und Metal lässt trotzdem so manche Zehen im Takt auf den Boden tippen. Schunkelnde und tanzende Zuschauer sprechen für die Band, die natürlich trotzdem ihre Anhänger hat – auch hier in Schlotheim. Für mich allerdings war nach den 3 ersten Songs Zeit, meine Jacke aus dem Auto zu holen, um pünktlich zu Carcass wieder auf der Matte zu stehen.

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Korpiklaani_10-08-2013_06

 

Carcass war für mich DIE Band auf diesem Festival. Manch andere Stimme mag wohl etwas anderes behaupten, aber ich habe diese Band noch nie live gesehen und habe so auch keine Vergleichmöglichkeit. Bombige Stimmung direkt von Anfang an lässt niemanden still stehen. Die Zuschauer drängen sich vor der Bühne und viel zu schnell ist dieses Konzert vorüber. Es wurde viel Material vom (zu diesem Zeitpunkt noch nicht veröffentlichten) neuen Album „Surgical Steel“ gespielt, daher rühren wohl die unterschiedlichen Meinungen zu diesem Konzert. Ich denke, für jemanden der die Band kennt, war es vielleicht ein grottiger Auftritt… Ich allerdings war überzeugt von der Musik, von der Bühnenshow, von der Atmosphäre die sich aufgebaut hat. Und ich bin mir sicher, dass ganz viele weitere Besucher ebenso empfunden haben, denn die Menge war quasi nicht aufzuhalten und feiert Jeff Walker und seine Mannen, als gäbe es kein Morgen.

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Carcass_10-08-2013_10

 

Die Zeitverzögerung vom Nachmittag zog sich noch den ganzen Abend hin. Wahrscheinlich hat man sich gedacht, jetzt ist der Plan eh im Arsch 😉 ) und so betreten Venom mit einer fast 1-stündigen Verspätung die Bühne. Obwohl es DER Headliner des dritten und letzten Festivaltages ist, bin ich persönlich schon ziemlich fertig und müde und froh, wenn ich bald in mein Hotel zurück fahren kann. Nach Carcass, so meine Meinung, konnte eh nichts mehr Besseres kommen. Die Engländer rund um Sänger Cronos erstürmten also die Bühne und ich muss ehrlich sagen, ich war etwas enttäuscht. Der Unterschied war fast genauso gravierend wie 2010 das Sacred-Reich-Konzert, nachdem Sepultura vorher auf der Bühne standen. Allerdings haben die Urväter der extremen Musik den Grundstein für wohl alles Weitere gelegt, was in den vergangenen drei Tagen gespielt wurde, und so ist es für den einen oder anderen ein echt historischer Moment gewesen, diese Band einmal live zu erleben. Meine Musik ist es nicht, und daher verabschiedete ich mich auch hier nach Song Nummer 3, um den Abend im Hotel ausklingen zu lassen.

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Fazit:

Alles in allem muss gesagt werden, die Organisation ist echt top. Ich habe noch kein so reibungslos ablaufendes Festival erlebt wie das diesjährige Party.San. Gut, es gibt immer Leute die was zu meckern haben, aber die Veranstalter haben sich wirklich alle Mühe gegeben, das 18. Party.San ordentlich über die Bühne zu bringen. Selbst die Einlasskontrolle und das Durchsuchen der Fahrzeuge nach mitgebrachten Glasflaschen etc. ging schnell und reibungslos über die Bühne. Trotz der wirklich gründlichen Kontrolle fand man aber trotzdem sowohl auf dem Campingplatz als auch auf dem Festivalgelände die ein oder andere zerbrochene Glasflasche vor, was eigentlich ein bisschen traurig ist.

Wie man sieht, muss ein Festival über 3 tage nicht 170 Euronen kosten, es geht auch deutlich günstiger und man ist trotzdem den ganzen Tag mit guter Musik versorgt.

Die Idee, auf der Tent-Stage auch den Newcomern eine Chance zu bieten ist echt gelungen, und muss unbedingt beibehalten werden. Auch wenn einige im Nebel leider ein bisschen untergegangen sind, habe ich doch auch auf der Zeltbühne den ein oder anderen wirklich starken Auftritt bewundern können.

Die Preise für Essen und Getränke sind absolut vertretbar, ein kühles Köstritzer gibt es schon für 2,50 Euro, meine Stamm-Kaffee-Bar (Cafe Kolibri – die mir auch am Extremefest und auf dem Metalfest quasi das Leben gerettet hat) wartet wieder mit Cappuccino, heißer Schokolade und Latte Macchiato auf. Außerdem kann man belgische Waffeln, Pizza, Hühnchen, Döner und Pommes bekommen, die Getränkekarte wartet außer mit den üblichen Verdächtigen (Cola, Wasser, Limo) noch mit Cuba Libre und Fruchtcoctails auf. Für das leibliche Wohl ist also rundum gesorgt.

Der Metalmarkt verteilt sich am Rande des Geschehens, das Gedränge an eben jenen Ständen ist zu jeder Zeit überschaubar, auch die Preise sind angemessen, so dass man viele Besucher mit der ein oder anderen Plastiktüte umherwandern sieht.

Das Line-Up bombig, die Location gut gewählt. Kurze Wege, Zelten am Auto, genügend Wasch- und Toilettenplätze – was will man mehr. Ach ja, gutes Wetter. Das können zwar die Veranstalter nicht ganz so organisieren, aber dieses Jahr war, bis auf einen mini-kleinen Regenschauer bei Destruction, strahlend blauer Himmel und Sonnenschein angesagt. Der Wind, der ständig ein wenig wehte, störte nicht, im Gegenteil. Er war eine willkommene Abwechslung auf der meist verschwitzten Haut der Metal-Freunde.

Der zeitliche Ablauf war top geplant, wenn man wollte konnte man jede Band anschauen. Und wäre die Autopanne von Impaled Nazarene am letzten Tag nicht dazwischen gekommen, hätte ich auch von allen Bands Bilder machen können. So musste Attic leider auf mich verzichten, aber das ist auch die einzige Band, die ich in den drei Tagen nicht gesehen habe.

Ein Kritikpunkt, das sei erwähnt, ist der Nebel auf der Tentstage. Man hat manchmal die Musiker auf der Bühne vor lauter Nebel nur noch erahnen können, und ich weiß von mindestens 2 Drummern die sich beschwert haben, weil sie ihr Drum-Set teilweise nicht mehr gesehen haben. Hier könnte man für nächstes Jahr die Menge etwas reduzieren, um den Konzert-Genuss sowohl für die Zuschauer als auch für die Bands zu optimieren.

Ein großes Lob sei hier auch nochmal an die Security ausgesprochen, es waren immer genügend Sicherheitsleute anwesend, um im Ernstfall eingreifen zu können. Ich persönlich habe nur eine einzige kurze Auseinandersetzung mitbekommen, und viel mehr werden es wohl auch nicht gewesen sein.

Security

Vielen dank Party.San, das war nicht mein letzter Besuch. Wenn es im nächsten Jahr in de 19. Runde geht, bin ich wieder mit am Start – meine Karte ist schon angekommen…

Der Termin steht schon fest, vom 07.08. – 09.08.2014 gibt’s wieder ordentlich Mukke auf die Ohren. Die ersten Bookings sind auch schon da, mit Obituary, Ereb Altor, Atlantean Kodex und Beyond stehen die ersten Bands für das kommende Jahr fest.

Weitere Band-Bestätigungen: Mumakil, Kampfar, God Macabre, Solstafir, Aborted, Arroganz, Incarceration, Napalm Death, Ahab, Darkened Nocturn Slaughtercult

Meine News zum Party.San 2014 findet Ihr ab sofort HIER….

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