Livereview und Bilder – Summers End Open Air 2013

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Summers End Open Air 2013 JUZ Andernach, 30.08.2013 – 31.08.2013

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Tag 1, Freitag, 30.08.2013

Mit bestem Wetter startet am Freitag der erste Festival-Tag.

Der Camping-Platz hatte schon Donnerstags nachmittags für die ersten Besucher geöffnet, und dieses Angebot wurde dankbar angenommen. Vor allem von den weiter weg wohnenden Gästen. Der Frühstücksservice, der Freitags und Samstags jeweils von 8 bis 11 Uhr angeboten wurde, bescherte den Campern einen guten Start in den Tag.

Der Einlass, eigentlich für 15.00 Uhr geplant, verschob sich um ein paar Minuten, was angesichts des tollen Wetters aber nicht weiter tragisch war. So standen wir in der Sonne, und reckten nochmal unsere Gesichter gen Himmel. Wer weiß, ob nach dem Festival der Sommer nicht wirklich zu Ende ist…

Die erste Band, Raised from Death, ging direkt vom Soundcheck zum eigentlichen Konzert über, und so bekam tatsächlich nicht jeder mit, das das Konzert bereits angefangen hatte. Zumal der Zeitplan wirklich gut, wenn nicht zu gut eingehalten wurde, mit 5 Minuten vor der eigentlichen Spielzeit. Die 5 Jungs aus Andernach eröffneten den ersten Festivaltag souverän und mit viel Freude an der Sache. Gegründet wurde die Band in 2008 und steht seit nunmehr 3 Jahren in kompletter heutiger Besetzung auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Mit einer Mischung aus Hard- und Metalcore hauen die Andernacher die ersten Töne aus den Boxen. Auch wenn die Motivation für die Musik für Metal ein wenig ungewöhnlich scheint (… Woher kommt Hoffnung wenn es absolut keine mehr zu geben scheint? Wir fanden die Antwort auf diese Frage durch den Tod und die Auferstehung von Jesus Christus) so ist der Auftritt souverän und die Musik lässt nicht mehr viel an Jesus denken.

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Raised from Death_30-08-2013_14

 

Ein bisschen verwirrt war ich, als statt A-Rise, die jetzt laut Running Order auftreten sollten, plötzlich das Band-Plakat von Sic Zone ausgerollt wird. Zuerst dachte ich an eine spontane Änderung des Line-Ups. Aber die Erklärung folgte schnell, aus Werbegründen hat nur ein Wechsel des Band-Namens stattgefunden. Da die Kölner demnächst auf Europa-Tour gehen, passt der Name Sic Zone besser zum Marketing… Neuer Name also, die Musik ist aber die selbe. Das erste Demo erscheint schon 2001, und seitdem lässt sich die Band unter anderem inspirieren von Sepultura, Carcass, Slayer und Hypocrisy. Der Exreme Metal bringt den Andernacher Boden zum Beben und der erste kleine Mosh Pit bildet sich vor der Bühne. Auch politische und aktuelle Themen wurden nicht ausgelassen, und so wird auch schon mal eine Bild-Zeitung zerstört um seinen Standpunkt klar zu definieren.

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Sic Zone_30-08-2013_01

 

Die Fans von Steelpreacheraus dem Westerwald kann man schon von weitem an den wirklich gut aussehenden T-Shirts erkennen. Die 3 Jungs aus dem Westerwald bezeichnen ihre Musik selber als „einfach fucking Metal“ und hauen ein starkes Brett raus an diesem Freitag. „Metal, that’s all….“ ist das Motto, und wenn dann auch noch Bier dazukommt, ist die Mischung perfekt. Spätestens als das erste 5-Liter-Fass Bitburger auf der Bühne geöffnet wird, weiß jeder wo der Hase lang läuft und es gibt kein Halten mehr in den ersten Reihen. Die 45 Minuten waren rasend schnell vorbei, hier hätte ich gerne noch ein bisschen Nachschlag bekommen (was angesichts des straffen Zeitplanes bei einem Festival leider auch hier nicht möglich gewesen ist).

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Steelpreacher_30-08-2013_13

 

Metal Inquisitor – der Name steht seit 1998 für guten alten Heavy Metal. Wer Iron Maiden liebt, kommt an Metal Inquisitor nicht vorbei. Seit 2010 in der aktuellen Besetzung überzeugt die Band, die am 1. März 2008 das 10-Jährige Bandbestehen gefeiert hat, mit dem Auftritt auf dem diesjährigen Summers End. Die Fans wissen, wie man richtig feiert, und lassen die Köpfe kreisen und die Haare fliegen. Das ist der erste Grund, weshalb am nächsten Tag der ein oder andere ein leichtes Ziehen im Nacken verspürt hat. Quer durch alle bisherigen Alben wurden Klassiker aufgespielt, die altbewährte Kommunikation mit dem Publikum darf auch hier und heute nicht fehlen. Hier sei noch erwähnt, das es ein neues Album (Ultima Ratio Regis) geben wird, welches voraussichtlich am 21. Februar 2014 auf den Markt kommt. Merkt Euch diesen Termin schon mal vor.

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The New Black – seit 2009 erobert die Band die deutsche Metaller-Szene. Mit dem groovigen Sound, der ein bisschen an Volbeat, AC/DC und Black Label Society erinnert, haben die 5 Würzburger das Publikum schnell im Griff. Dass auch eine Mundharmonika im Heavy Metal nicht fehl am Platze ist, beweist Sänger Fludid mehr als einmal und schnell ist für mich klar, von dieser Band möchte ich mehr hören. Das wird bestimmt nicht das letzte Konzert der Combo gewesen sein, welches ich besucht habe.

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Orden Ogan habe ich vor zwei Wochen auf dem Summer Breeze schon gesehen. Leider nur von weitem, da dort die Menschenmassen schier undurchdringlich waren. An diesem Freitag allerdings war das Konzert kleiner, feiner und (das ist das wichtigste) sehr viel besser und harmonischer als auf der großen Bühne in Dinkelsbühl. Die Jungs fahren mächtig auf, geile Lichtshow, klasse Kostüme, und ein Bassist dem selbst eine gerissene Seite nichts ausmacht. Rundum eine gute, souveräne Show, die mit vielen „we want more“ rufen zum Schluss gewürdigt wurde. Leider auch hier keine Zugabe möglich, aber es besteht bestimmt noch die ein oder andere Möglichkeit diese Band live zu sehen. Und es lohnt sich….

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Powerwolf, genau wie Orden Ogan direkt aus Dinkelsbühl angereist, legen eine gute Show auf die Bretter. Auch wenn manch einem die Ansagen zwischen den Songs einstudiert und zu lange vorkommen, die Songauswahl überzeugt und auch wenn man keine Platte der Combo im Schrank hat, kann man spätestens beim zweiten Refrain mitsingen. Das Album „Preachers of the Night“ hat die deutschen Charts im Sturm erobert, die Jungs haben sich Platz #1 gesichert. Und auch im europäischen Umland sieht es nicht viel schlechter aus. Ein gutes Jahr für Attila Dorn und seine Mannen. Auch wenn die Feuer-Show heute gefehlt hat, auch wenn durch einen Anruf der Polizei das Konzert früher beendet war als vorgesehen war es dennoch eine super Leistung und auch dieses Konzert im „kleinen“ Andernach muss sich vor Wacken oder Dinkelsbühl nicht verstecken.

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Tag 2, Samstag, 31.08.2013

An diesem zweiten Festival-Tag ist das Wetter leider nicht mehr ganz so gut. Lederhose und Jacke wurden zur Pflicht-Ausstattung, denn der Wind ist merklich kälter, und immer wieder gibt es kurze Regenschauer.

Laut Running Order sollen Ruler aus Andernach als erste Band des Tages auf der Bühne stehen. Leider kamen wir nicht in den Genuss dieses Konzertes – denn es fiel aus. Bedauerlicherweise gibt es hierüber keine Information des Veranstalters und so wundere ich mich zunächst über das gehisste „Iron Fate“-Logo.

Der „Sendeplatz“ blieb nämlich nicht leer, nein, Iron Fate fangen einfach früher an. Ansich kein Problem, und das kommt dem Zeitplan auch sehr zu Gute, allerdings haben einige dieses Wahnsinns-Konzert verpasst, da sie sich auf die angegebene Spielzeit verlassen hatten.

Iron Fate stammen aus Goslar, und hauen uns ein wahres Heavy Metal-Brett um die Ohren. Ein echter Geheimtip, um es mal mit Verenas Worten zu sagen. Hier bleibt kein Kopf ruhig, und auch wenn es noch früh am Tage ist, sind die Band sowie die bereits eingetroffenen Zuschauer mit Feuereifer bei der Sache. Im Jahre 2004 gegründet konnten sich Iron Fate zusammen mit Künstlern wie z. B. Metal Inqisitor oder Mercenary behaupten. Auch stehen bereits zwei Auftritte auf dem Rockharz Open Air auf dem Konto dieser Band. Wer das Konzert in Andernach verpasst hat, sollte sich auf jeden Fall den 30.11.2013 im Kalender notieren. Da spielen Iron Fate im Rahmen des „Metal und Durst Ding 2013“ zusammen mit Steelpreacher und Dragonsfire im B6 in Golsar.

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Ra’s Dawn aus Koblenz stürmen, ebenfalls mit klassischem Heavy Metal, die Bühne. Auch hier geht die Musik wieder gut ins Ohr. Der Platz vor der Bühne füllt sich merklich und tortz der jetzt aufziehenden Regenwolken ist die Stimmung auf dem Festival-Gelände super. Das Debüt der Koblenzer erschien 2009. „At the Gates of Dawn“ heißt der Silberling, der durchweg positive Kritiken erhalten hat.

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Ein bisschen ruhiger aber keinesweg langweilig wird es bei Red Circuit. Der Mix aus Power und Progressive Metal geht ins Ohr, und genug Beat zum Haare schütteln ist allemal vorhanden. Auch wenn es hier wieder beginnt zu regnen folgen viele dem starken Auftritt der 5 Wiesbadener.

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Eine Überraschung sind für mich ganz klar die Billion Dollar Babies. Extra aus Schweden angereist bringen die 5 Jungs den Festivalboden zum kochen. „Glam Metal“ steht auf dem Programm, und Sänger Frankie Rich und seine Jungs haben das Publikum von Beginn an fest im Griff. Da darf es dann ruhig auch mal ein bißchen mehr Schminke im Gesicht sein 😀 Die Bühnenpräsenz ist unglaublich gut, und dieses Konzert war für meinen Geschmack viel zu schnell vorbei.

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The Very End – Das ist der Mix aus Trash- und Melodic Death Metal aus dem Ruhrpott. Genauer gesagt aus Essen. Die 5 Jungs stürmen die Bühne, und ich bin sofort restlos begeistert. Ganz meine Musikrichtung. Und das sieht der Rest des Publikums ebenso, denn in der ersten Reihe wird es ziemlich schnell ungemütlich. Die Band legt eine solide Show auf’s Parkett – auch wenn das Ende leider zu schnell und ziemlich abrupt kommt. Denn auch hier ist (wie bei den weiteren Künstlern an diesem Tag) die Spielzeit gekürzt worden. Mit Protest gibt Björn Gooßes das Mikro an das Bühnenpersonal zurück, und entschuldigt sich beim Publikum für das frühzeitig abgebrochene Konzert.

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Mob Rules aus dem hohen Norden geben als nächste ihr Könen zum Besten. Die 6 Jungs aus Oldenburg spielen sich mit Powermetal in die Herzen der Festivalbesucher. Bereits im Jahre 1994 gegründet hat die Combo das neueste Album „Cannibal Nation“ im Gepäck und haut einen Song nach dem anderen raus, als ob es kein Morgen gäbe. Fliegende Haare wohin das Auge blickt, und auch der letzte Gast muss gestehen, dass hier echt die Post abgeht. Diese Band werde ich mir auf jeden Fall für die Zukunft merken, eines meiner Highlights an diesem Summers End Open Air.

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Kissin‘ Dynamite aus Burladingen stehen ebenfalls mit Glamrock auf der Bühne. Wer auf King Diamond steht, ist hier definitiv richtig am Platz. Die Jungs rund um Sänger Hannes – beim Metalfest noch wegen strömenden Regens links liegen gelassen – setzen die Reihe der Highlights an diesem Tage fort. Was schon bei den Kollegen der Billion Dollar Babies zu beobachten war, ist auch hier Programm – Spaß – strahlende Gesichter und eine Bühnenpräsenz, die sich gewaschen hat. Die Combo weiß wie man das Publikum um den Finger wickelt, und das wird natürlich ausgenutzt. Ein richtig gutes Konzert, und sogar für mich (die normalerweise garnicht auf Glam steht) ein toller Auftritt an diesem Festival-Tag.

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Wenn es eine Band gibt, für die ich auf diesem Festival gewesen bin, dann sind das Asphyx. Im November haben wir uns für die Holländer schon in die hinterste Ecke des Florinsmarkt gequetscht, nun bringen Martin van Drunen und seine Mannen den Andernacher Boden zum Beben. Auch wenn Death Metal hier nicht so recht ins Lineup passen will an diesem Tag – für mich eines der besten Konzerte dieses Wochenendes. Power von Beginn an, so muss das sein. Da ist es auch egal, dass ich Martin (mit fast der selben Besetzung) schon zwei Wochen vorher mit Grand Supreme Bloodcourt auf dem Summer Breeze gesehen habe. Asphyx rules, das ist sicher. Ein Pluspunkt für diesen geilen Auftritt.

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Zum Ende kommt dann die Band, weshalb die Spielzeiten der vorherigen gekürzt werden mussten. Subway to Sally, schon auf dem Metalfest der Headliner, warten auch hier wieder mit Pyro-Show und Lichtgewitter auf. Ein bißchen schade ist der übermäßig versprühte Bühnennebel, weshalb die Sicht auf die Bandmitglieder teilweise echt schlecht war. Vor der Bühne ist echt viel los und ich könnte mir vorstellen, dass einige Zuschauer einzig und allein wegen Eric Fish und Konsorten angereist sind. Aber genau wie auf dem Metalfest ist dies nicht meine Musik, und so machen wir uns nach den ersten Songs auf den Heimweg, um den Abend zu Hause ausklingen zu lassen.

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Fazit:

Ein kleines aber feines Festival mit überwiegend lokalen Bands. Für 28 Euro (bzw. 38 inkl. Camping) bekommt man hier eine gute Band-Auswahl geboten. Auch die Headliner mit Orden Ogan, Powerwolf, Subway to Sally und natürlich Asphyx können sich sehen lassen.

Ich persönlich finde es immer wieder gut, wenn solche doch eher großen Bands auch auf kleineren Festivals spielen, an denen nicht so viele Besucher wie auf Wacken anwesend sind.

Auch wenn am ersten Tag häufig Ton-Probleme, vor allem beim Mikrofon, zu hören waren, war der Sound ansonsten gut abgemischt und von allen Stellen des Geländes aus gut zu hören.

Für das leibliche Wohl ist gesorgt, Currywurst, Pommes und dazu ein gutes Bitburger vom Fass, damit kann man es sich gut gehen lassen.

Die Organisation am ersten Tag ist gut geplant, der Einlass geht zügig von statten und auch ansonsten gibt es wenig Wartezeiten (Taschenkontrolle etc.).

Einen kleinen bitteren Beigeschmack hinterlässt leider die Zeittafel des zweiten Tages. Hier wurde nicht genügend Zeit für Umbauten eingeplant, so dass trotz Ausfall der ersten Band die nachfolgenden Konzerte immer um einige Minuten gekürzt werden mussten. Auch die fehlende Ansage, dass Ruler nicht spielen werden, gibt ein kleines Minuspünktchen.

Leider gibt es nicht sehr viele Toiletten-Möglichkeiten, ich habe auf dem Gelände selber nur 2 Dixi-Toiletten gesehen, aber trotzdem muss man (wenn überhaupt) nicht sehr lange anstehen.

Für die Camper gibt es Freitags und Samstags einen Frühstücks-Service auf dem Festivalgelände, so dass man gut gestärkt in die beiden Festival-Tage starten kann.

Klein – günstig – im großen und ganzen gut organisiert – tolles Lineup, das ist das Summers-End. Dieser Termin steht für nächstes Jahr definitiv wieder in meinem Kalender.

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  1. Pingback: Livereview und Bilder - Jahresabschluss-Metal im JUZ Andernach - 27.12.2014 - Shout Loud Magazin

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